Stuttgarter Oper Mehr als 300 Millionen Euro könnte Sanierung kosten

Die Sanierung des Opernhauses vom Staatstheater Stuttgart könnte sehr teuer werden.  Foto: dpa
Die Sanierung des Opernhauses vom Staatstheater Stuttgart könnte sehr teuer werden. Foto: dpa

Mehr als 300 Millionen Euro könnte die Sanierung des 100 Jahre alten Opernhauses in Stuttgart kosten. Wenn man den „Großen Wurf“ will.

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Mehr als 300 Millionen Euro könnte die Sanierung des 100 Jahre alten Opernhauses in Stuttgart kosten. Wenn man den „Großen Wurf“ will.

Stuttgart - Nachdem ein Gutachten für die Stuttgarter Oper einen Sanierungsbedarf von 300 Millionen Euro ausgemacht hat, wollen Stadt und Land sich mit der Bewertung Zeit lassen. Die Prüfung des Gutachtens von Kunkel Consulting dürfte bis April oder Mai 2015 dauern, teilte das Kunstministerium mit. Erste Ergebnisse sollen bei der Frühjahrssitzung des Verwaltungsrates der Staatstheater bekanntgegeben werden. In diesem Jahr könne maximal ein Zeitplan für das weitere Vorgehen erstellt werden.

Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hatten angekündigt, auch vergleichbare Sanierungs- und Neubauprojekte anderer Opernhäuser in Europa begutachten zu wollen.

Das Gutachten ist satte 500 Seiten stark. Bauer und Kuhn betonen zwar stets, es sei noch lange nicht gesagt, welche Teile des Papiers tatsächlich umgesetzt würden. Marc-Oliver Hendriks, der Geschäftsführende Intendant der Staatstheater, aber versichert, es sei beileibe „kein Wunsch- und Wohlfühlkonzert von vier Intendanten“. Vieles sei unumgänglich und schlicht eine Platzfrage, schließlich arbeiten insgesamt 1350 Mitarbeiter im Dreispartenhaus.

Nicht nur der Chorsaal sei zu klein, sondern auch der Orchesterprobenraum oder die Werkstätten. Das Gutachten errechnet 12 000 Quadratmeter Flächendefizit. Mehr Raum lasse sich an sieben Standorten rund um das Opernhaus verwirklichen. Vorschläge des Architekten-Büros Chipperfield sind in den 300 Millionen Euro enthalten.

Die letzte Sanierung liegt knapp 30 Jahre zurück

Genauso wie der Bau einer Interimsspielstätte, da eine dreijährige Schließung nicht zu vermeiden sei. „14 Millionen Euro Einnahmen müssen sichergestellt sein“, betont Hendriks. Ein Ersatzbau brauche daher 1400 Plätze und das in unmittelbarer Nähe zum Opernhaus, damit die Logistik weiter genutzt werden könne. Der Ersatzbau könnte laut Hendriks auf einer der Rasenflächen im Oberen Schlossgarten entstehen, neben dem Landtag - oder sogar auf dem Betonboden des leergepumpten Eckensees direkt vor dem Opernhaus.

Den Deutschen Bühnenverein überraschte die Summe von 300 Millionen nicht. Vielmehr sei sie „ehrlich“, betonte Direktor Rolf Bolwin. Möglichst früh realistische Zahlen zu nennen, sei sowohl für die Entscheider als auch für die Öffentlichkeit extrem wichtig. Es gebe zu viele Beispiele, wo ein anfangs niedrig angesetzter Finanzrahmen sehr bald nicht gehalten werden konnte. Der Neubau der Elbphilharmonie in Hamburg mit Sprüngen von 77 auf 789 Millionen Euro sei da sicher ein besonders drastisches Beispiel. Doch auch Kostensteigerungen wie bei der Sanierung der Staatsoper Berlin im deutlichen zweistelligen Millionenbereich seien natürlich ärgerlich für alle.

Die letzte Sanierung des Stuttgarter Opernhauses liegt knapp 30 Jahre zurück. Dass Handlungsbedarf bestehe, darüber gebe es im Verwaltungsrat gar keinen Zweifel, betonten Bauer und Kuhn. Ober- wie Untermaschinerie seien veraltet und drohten irgendwann auch die Kunst und die Sicherheit zu beinträchtigen. Sowohl der Stahlbau als auch die Steuerung der Bühne seien extrem in die Jahre gekommen, verdeutlichte Intendant Hendriks. Teils gebe es gar keine Ersatzteile mehr. Um die Steuerung am Laufen zu halten, setze man inzwischen auf andere Theater, die ihre alte Technik rauswerfen.




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