Stuttgarter Philharmoniker 2021/22 Spanisches, Mensch und Maschine

In ihrer Saisonbroschüre haben sich die Stuttgarter Philharmoniker von der Band Kraftwerk inspirieren lassen. Foto: Stuttgarter Philharmoniker/Altmann

ie Stuttgarter Philharmoniker gehen mit einem leicht abgespeckten Programm in die neue Saison – dafür mit Kinoabend und Raritäten.

Stuttgart - Die neue Intendantin der Stuttgarter Philharmoniker, Carolin Bauer-Rilling, hat gemeinsam mit dem Chefdirigenten Dan Ettinger und dem Dramaturgen Albrecht Dürr für das Orchester eine leicht abgespeckte Saison mit 18 Veranstaltungen konzipiert – eine Übergangsspielzeit, die der frühere Intendant Michael Stille noch maßgeblich mitgeplant hat. Die Abonnements werden ruhen, Abonnenten erhalten aber ein Vorkaufsrecht für die verfügbaren Karten. Am 31. Juli ist die Kurzarbeit im Gustav-Siegle-Haus zu Ende gegangen. Und „sobald wir sicher wissen, mit welchen Kapazitäten wir rechnen dürfen, bieten wir Wahlabos an“, so Bauer-Rilling.

 

Zwei große Konzertreihen werden die Stuttgarter Philharmoniker 2021/22 im Beethovensaal ausrichten. „Das kommt uns spanisch vor“ heißt die eine, „Mensch und Maschine“ die andere, die auch die Gestaltung der Broschüre geprägt hat: Die Musiker sind darauf wie Mitglieder der Band Kraftwerk zu sehen. Bei der Spanien-Reihe sorgen Komponisten von de Falla, Albéniz, Rossini und Ravel bis hin zu Miles Davis (!) für südliches Feuer, und „Mensch und Maschine“ beginnt sogar mit einem Kinoabend: Zu Charlie Chaplins Film „Moderne Zeiten“ spielen die Philharmoniker live. Hinzu kommen Werke, denen man mechanische Virtuosität vorwirft, ebenso wie Programmatisches, darunter auch Repertoire-Raritäten und -Novitäten wie etwa Alexander Mossolows „Eisengießerei“, die „Frankenstein“-Fantasie von HK Gruber oder Fazil Says Cellokonzert mit dem sprechenden Titel „Never give up“.

Für 80 Musiker ist der Probensaal unter Coronabedingungen zu klein

Neben den beiden Reihen gibt es sechs Einzelkonzerte, darunter je eines mit Rossinis „Petite Messe“ und mit launigen Assoziationen zum Brexit. An sechs Abenden wird Dan Ettinger am Pult stehen, außerdem kommen als Gäste unter anderen Christian Zacharias (als Dirigent am Klavier) und der Erste Gastdirigent des Orchesters, Jan Willem de Vriend. Unter den Solisten sind unter anderen die Trompeter Sergej Nakariakov und Thomas Gansch. Die Besetzung des Orchesters hat man übrigens nicht abgespeckt. Alle Konzerte im Beethovensaal sind für großes Orchester geplant. Problematisch ist zurzeit nur die Probensituation: Für alle 80 Musiker ist unter Coronabedingungen der Saal im Siegle-Haus zu klein. Die Intendantin hofft auf bessere Bedingungen im September, blickt aber auch mit Sorgen auf den Zustand des Gebäudes. Seit den Unwettern Ende Juni gibt es massiven Sanierungsbedarf, „der gefährdet den Betrieb“ , so Bauer-Rilling.

Informationen unter www.stuttgarter-philharmoniker.de

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