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Stuttgarter Philharmoniker Neue Intendantin Carolin Bauer-Rilling: Von Musik umgeben

Von Gabriele Metsker 

Seit 1. Oktober ist Carolin Bauer-Rilling die neue Intendantin der Stuttgarter Philharmoniker und übernimmt die Aufgaben der scheidenden Intendanten Michael Stille und Tilman Dost. Bauer-Rilling hatte in den vergangenen sieben Jahren verschiedene Funktionen bei der Tonhalle Gesellschaft in Zürich inne.

Carolin Bauer-Rilling wird die neue Intendantin der Stuttgarter Philharmoniker und übernimmt die Aufgaben der scheidenden Intendanten Michael Stille und Tilman Dost. Foto: Stadt Stuttgart/Julia Nguyen
Carolin Bauer-Rilling wird die neue Intendantin der Stuttgarter Philharmoniker und übernimmt die Aufgaben der scheidenden Intendanten Michael Stille und Tilman Dost. Foto: Stadt Stuttgart/Julia Nguyen

Frau Bauer-Rilling, was reizt Sie an der neuen Aufgabe besonders?

Die Stuttgarter Philharmoniker sind ein hervorragendes Orchester und befinden sich mitten im Herzen der Kulturregion Stuttgart. Das Orchester steht somit in einem engen Spannungsfeld mit weiteren hervorragenden Kulturinstitutionen. Wir müssen daher mit einer eigenen Sprache sprechen und eine Ausdrucksweise in unseren Angeboten finden, die das Orchester heraushebt, markant macht. Daran zu arbeiten und in diesem Spannungsfeld als gewichtige und eigenständige Akteure wahrgenommen zu werden, das reizt mich ganz besonders.

Wie war Ihre erste Begegnung mit den Philharmonikern?

Herzlich! Als ich mich dem Orchester und Management vorstellte, spürte ich eine große Neugier und Freude auf die Zusammenarbeit und auch eine Lust darauf, eine neue Art der Gemeinsamkeit aufzubauen.

Wie möchten Sie das Orchester weiterentwickeln? Planen Sie neue Formate?

Derzeit beschäftigen uns natürlich die Unwägbarkeiten durch das Coronavirus. Gleichzeitig zwingen uns diese Unwägbarkeiten zu neuen Perspektiven und Gedankenspielen bezüglich der Zukunft von Klangkörpern, ihrer Formate und ihrer Organisation. Das werden wir gemeinsam in den kommenden Monaten erörtern. Neue Formate stehen durchaus im Raum, mir ist es aber ein Anliegen, diese integrativ zu entwickeln, also unter Einbeziehung des Orchesters, des Teams und natürlich Dan Ettinger – ganz im Sinne einer gemeinsamen Sprache, einer gemeinsamen Ausdrucksweise.

Die Intendanz eines Orchesters in Zeiten der Corona-Pandemie anzutreten, das ist sicherlich eine ganz besondere Herausforderung?

Ich höre vor allem auf das Team und die Musikerinnen und Musiker. Sie kennen den Betrieb, unser Publikum und die Stadt am besten. Zusammen mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen versuchen wir dann Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu finden. Es ist sicherlich keine ideale Situation, in einer solchen Zeit anzufangen, aber so müssen wir uns von Anfang an viel intensiver aufeinander einlassen und ein­ander vertrauen. Insofern birgt diese Situation auch eine Möglichkeit, sehr viel direkter in die neue Aufgabe und die Gespräche untereinander einzusteigen.

Drei Ihrer Stationen waren das Studium in Tübingen, das 62. Mozartfest der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und das Volontariat bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Freuen Sie sich, künftig das künstlerische Leben in der Region Stuttgart mitzugestalten?

Oh ja! Nach sieben Jahren in der Schweiz freue ich mich sehr darauf, auch als gebürtige Neckarsulmerin, in die Heimat zurückzukehren und mit meiner Familie sesshaft zu werden. Ich habe aus der nicht allzu fernen Schweiz immer interessiert die Geschehnisse hier in der Kulturregion Stuttgart verfolgt und kann es kaum erwarten, in sie einzutauchen, alte und neue Bekanntschaften zu wecken und manche Zusammenarbeit anzugehen.

Welche Schwerpunkte haben Sie sich vorgenommen?

Es geht mir darum, mit dem Orchester, Dan Ettinger und dem Team neue Wege der Zusammenarbeit in einem Orchesterbetrieb zu erschließen, durch die eine gemeinsame künstlerische Linie beziehungsweise die schon erwähnte gemeinsame Sprache entsteht, mit der wir uns alle gleicher­maßen identifizieren und positionieren. Ebenso möchte ich erreichen, dass wir – als das Orchester der Landeshauptstadt Stuttgart – in unserer Rolle als Botschafter verstärkt wahrgenommen werden und die Bürgerinnen und Bürger uns noch besser kennenlernen.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Auf unser Beethoven-Extrakonzert, das wir am 3. Oktober spielen – dann darf ich den Stuttgarter Philharmonikern erstmals in meiner neuen Funktion zuhören. Ich freue mich, jeden Tag im Büro von Musik umgeben zu sein – ein besseres Arbeitsumfeld kann ich mir nicht wünschen.

Info: Extrakonzert zur Saisoneröffnung (Ltg. Dan Ettinger): 3. Oktober, 19 Uhr, Liederhalle, Tickets unter 07 11 / 21 68 89 90 oder auf der Homepage.