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Stuttgarter Philharmoniker Romantische Seele in klassischer Form

Von Gabriele Metsker 

Die Stuttgarter Philharmoniker spielen am 13. November das Programm des zweiten Abokonzerts aus der Reihe „#Heimat“, das am 14. November in der Liederhalle erklingt, bereits einen Tag zuvor im Konzertsaal der Musikhochschule.

Dan Ettinger ist Chefdirigent der Philharmoniker.  Foto:  Veranstalter
Dan Ettinger ist Chefdirigent der Philharmoniker. Foto: Veranstalter

Manchmal müssen einfach die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, damit etwas Tolles geschieht. Im Falle der Orchesterakademie, welche die Stuttgarter Philharmoniker zusammen mit der Musikhochschule Stuttgart auf den Weg bringen wollen, war das so.

Dr. Regula Rapp, die Rektorin der Hochschule, und Dan Ettinger, der Chefdirigent der Philharmoniker, sind sich im Frühjahr beim Kulturfrühstück wiederbegegnet. Beide kennen sich bereits aus ihrer Zeit an der Berliner Oper unter den Linden und hatten große Lust, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Idee in Sekundenschnelle auf dem Tisch

Da eine Orchesterakademie schon lange auf der Wunschliste der Philharmoniker steht und Ettinger sich noch mit großer Freude an die Aufführung von Hector Berlioz’ Symphonie Fantastique mit dem Hochschulorchester erinnert, war die Idee in Sekundenschnelle auf dem Tisch. Um das angedachte Projekt schon einmal vorzustellen, spielen die Stuttgarter Philharmoniker am 13. November das Programm des zweiten Abokonzerts aus der Reihe „#Heimat“, das am 14. November in der Liederhalle erklingt, bereits einen Tag zuvor im Konzertsaal der Musikhochschule.

Die Auswahl der sechs Musikstudenten, die für die Dauer von zwei Semestern bei den Philharmonikern das Orchesterleben kennenlernen und dabei von einem Mentor betreut werden sollen, wird dann sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Das Programm, das die Stuttgarter Philharmoniker an diesen beiden Tagen spielen werden, ist außergewöhnlich und hat auch viel mit dem Chefdirigenten zu tun, der aus Israel stammt und dessen Großmutter den Holocaust nur deswegen überlebte, weil die Nationalsozialisten ihr Geigenspiel so sehr liebten und es nicht missen wollten. John Williams’ Musik aus dem Film „Schindlers Lis­te“ steht damit in direktem Zusammenhang.

Düster grundiertes Violinkonzert

Ebenfalls eher düster grundiert ist das Violinkonzert, das aus John Coriglianos Filmmusik zu „The Red Violin“ hervorgegangen ist. Solistin ist an diesem Abend Hyeyoon Park, die mit 17 die jüngste Preisträgerin des ARD-Musikwettbewerbs wurde.

„In Israel gibt es einen Holocaust-Tag, der aber zugleich der Tag der Wiedergeburt ist“, erzählt Ettinger. So ist es sinnfällig, dass auf die beiden musikalischen Beschreibungen einer pro­blematischen Heimat der positive Gegenpart erklingt: die „Jupiter-Sinfonie“ von Wolfgang Amadeus Mozart. „Sie bietet uns eine musikalische Heimat“, erläutert Michael Stille, der Intendant der Philharmoniker. Damit meint er ebenso die vertrauten Klänge wie den Saal im Gustav-Siegle-Haus.

Mozarts Musik hat sehr viele Schichten

Dass Ettingers Mozart-Interpretationen sehr spannend sind, kann man auf der soeben erschienenen CD mit den beiden Sinfonien in g-Moll (KV 183 und 550) verfolgen. Das Besondere: „Mozarts Musik hat sehr viele Schichten“, so Ettinger. „Seine Begleitfiguren geben der Musik viel Farbe. Da muss man viele Entscheidungen treffen im Hinblick auf Dynamik und Artikulation. Manchmal ist die Begleitung wichtiger als die Melodie.“ Prägend war für Dan Ettinger dabei die Lektüre von Mozarts Briefen. Für den Dirigenten enthält seine Musik viel Humor, große Traurigkeit und die vom Komponisten mitunter verwendete recht derbe Sprache. Für Ettinger spricht aus Mozarts Werken eine romantische Seele, gefangen in der klassischen Form.

Startup Concert: 13. November, 20 Uhr, Konzertsaal der Musikhochschule; Tickets 07 11 / 2 12 46 21;

#Heimat, 14. November, 20 Uhr, Liederhalle, Tickets 07 11 / 2 555 555