Stuttgarter Rathaus Fabian Mayer ins Bürgermeisteramt gewählt

Fabian Mayer ist bald Bürgermeister für Verwaltung, Kultur und Recht. Foto: Lg/Leif Piechowski
Fabian Mayer ist bald Bürgermeister für Verwaltung, Kultur und Recht. Foto: Lg/Leif Piechowski

Der Plan der CDU ist aufgegangen. Ihr bisheriger Stadtrat Fabian Mayer ist zum Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht gewählt worden.

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Stuttgart - Im Rathaus der Landeshauptstadt wird die personelle Lücke bald wieder geschlossen sein, die durch den Karrieresprung von Susanne Eisenmann (CDU) zur Kultusministerin gerissen wurde. Am Donnerstag hat der Gemeinderat den bisherigen CDU-Stadtrat Fabian Mayer zum neuen Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht gewählt.

Der 35-jährige Rechtsanwalt – verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern – erhielt 38 Ja-Stimmen. Mit 17 der 57 gültigen Stimmzetteln wurde er abgelehnt. Außerdem gab es zwei Enthaltungen. Mitte Oktober soll Mayer den Posten antreten.

Drei Bewerber vorzeitig ausgeschieden

Die Höhe der Stimmenzahl rührt ein Stück weit auch daher, dass Mayer ohne Gegenkandidat antrat. Drei Bewerber, die sich auf die offizielle Ausschreibung durch die Stadt um den Posten bemüht hatten, durften sich nicht vorstellen. Verwaltung und Fraktionsvertreter hatten sie im üblichen Personalauswahlverfahren aussortiert. Grund: Ihre Qualifikation entspreche nicht dem Anforderungsprofil.

Auf dem politischen Feld war Mayer nach einigem Murren in der eigenen Partei und nach klarer Nominierung durch den CDU-Kreisvorstand auch keine Konkurrenz mehr erwachsen. Bis auf SÖS/Linke-plus akzeptierten alle Fraktionen das Vorschlagsrecht der CDU, die als stärkste Kraft im Rathaus mit 17 von 60 Stadträten drei Bürgermeister stellen darf – einen mehr als die Grünen mit ihren 14 Ratsmandaten.

SÖS/Linke-plus scheitert mit eigenen Ambitionen

SÖS/Linke-plus hatte ursprünglich mit dem städtischen Integrationsbeauftragen Gari Pavkovic einen parteilosen Bewerber ins Rennen schicken wollen. Allerdings mussten die gemischte Linksriege und Pavkovic schon vor Wochen den Rückwärtsgang einlegen. Irgendwelche Aktionen bei der Bürgermeisterwahl seien nun aussichtslos, hatte Fraktionschef Thomas Adler (Linke) daher noch am Mittwoch gesagt. Die Verhältnisse im Gemeinderat seien zementiert. Ob sie Mayer wählen oder nicht, sei den Kollegen überlassen, weil man keinen eigenen Kandidaten aufbiete.

Wofür Mayer stehen und sich einsetzen will, umriss er in seiner Bewerbungsrede im Gemeinderat. Er sei interessiert, neugierig und fasziniert von politischer Gestaltung sowie dem Streben nach Gemeinwohl. Es gehe ihm darum, „der Stadt Bestes zu suchen“. Die Leidenschaft dafür habe letztlich obsiegt gegen mancherlei gute Gründe, Rechtsanwalt zu bleiben. Ins neue Amt wolle er mit guter Kenntnis der Innenverhältnisse im Rathaus aus sieben Jahren Stadtratstätigkeit gehen, aber auch mit einem „privatwirtschaftlich geprägten Blick“ aus seiner Berufszeit, sagte Mayer.

Die Personaldecke hält er stellenweise für zu dünn

Er schlug auch kritische Töne an. Ob Website der Stadt, internes EDV-Verwaltungsprogramm oder kommunales Jobportal – „alles wirkt nicht nur ein wenig angestaubt“, sagte Mayer. Auch ein so großer Tanker wie Stuttgarts Stadtverwaltung bleibe nicht davor verschont, „gewisse Kurskorrekturen in Richtung Zukunft vorzunehmen“. Die Stadt mit ihrem immensen Bedarf an Mitarbeitern müsse nicht nur durch Anzeigen im Amtsblatt mit anderen Arbeitgebern um Personal konkurrieren, sondern zeitgemäß auch im Internet, auf Karrieretagen oder Jobmessen.

Mayer empfahl sich als der Mann, der den Anschluss an die technische Revolution herstellt. Und als Mann für Balance­akte: zum einen, was den Zwang zum Sparen und die stellenweise „zu dünne Personaldecke“ angeht; zum anderen, was die großen Kulturprojekte und den Alltag der Kulturförderung betrifft. Man habe große und kostspielige Herausforderungen wie die Sanierung des Opernhauses oder der Wagen­hallen vor der Brust. In dieser Situation werde sich die Kulturverwaltung „darauf ­konzentrieren müssen, die Großprojekte ­sicher, effektiv und geräuscharm zu voll­enden, gleichzeitig aber für die kleineren Kultureinheiten ansprechbar zu bleiben – und den Blick offenzuhalten für Neues“. Da die Kultur auch ein weicher Standortfaktor sei, will er die Unternehmen mehr einbeziehen – inhaltlich, aber auch „finanziell“. Nebenbei beantwortete Mayer auch die verschiedentlich gestellte Frage nach seinem Kulturbegriff: Weindorf und Volksfest gehören für ihn ebenfalls dazu.

Mayer unterstehen künftig das Rechtsamt der Stadt, das Standesamt, das Kulturamt, das Haupt- und Personalamt sowie die Bezirksämter.




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