Stuttgarter Rathausgarage Dritter Anlauf zum Abriss

Von Hildegund Oßwald 

Wie geht es weiter hinter dem Stuttgarter Rathaus? Ein Neubau böte Platz für Läden und eine Kita. Auch das Kaufhof-Parkhaus könnte weichen.

Über den Hinterhof des Rathauses wird seit Jahren diskutiert. Foto: Zweygarth
Über den Hinterhof des Rathauses wird seit Jahren diskutiert. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Manche Vorhaben dauern einfach etwas länger: Seit Jahren wird im Rathaus darüber diskutiert, den eigenen Hinterhof neu und attraktiver zu gestalten. 2009 stand der Abriss der in die Jahre gekommenen Rathausgarage zu Gunsten eines neuen Büro- und Geschäftshauses zur Debatte, doch in Zeiten der Finanzkrise fiel das 30 Millionen Euro teure Vorhaben bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat durch. Zwei Jahre später, 2011, wurde erneut diskutiert – und erneut verschoben. Jetzt soll es zu den im Herbst beginnenden Haushaltsberatungen für 2014/15 einen dritten Anlauf für den Abriss der Rathausgarage geben.Und auch beim Kaufhof-Parkhaus in der Nachbarschaft könnte sich mittelfristig etwas tun.

„Ich werde im Juni oder Juli die Vorplanung und eine qualifizierte Kostenschätzung für den Neubau anstelle der Rathausgarage vorlegen“, bestätigt der Stadtkämmerer Michael Föll. Ihm darf neben den Stadtplanern, denen der gesamte Quartiersumbau am Herzen liegt, ein besonderes Interesse an dem Projekt unterstellt werden. Denn in die oberen Etagen des Neubaus soll einmal die Stadtkämmerei einziehen. Über den Büros, auf dem Dach des Neubaus, ist weiterhin eine Betriebskita mit drei Gruppen für Kinder von städtischen Beschäftigten geplant, diese soll auch einen Außenbereich erhalten. Das Erdgeschoss soll für Geschäfte oder Gastronomie genutzt werden, damit das Quartier Eich-/Steinstraße attraktiver für den Stadtbummel wird.

Abbriss 2015, Fertigstellung 2016?

Geparkt werden soll in Zukunft nur noch unter der Erde, und zwar in eingeschränktem Umfang. Laut Föll wird es statt bisher 230 künftig nur noch 120 bis 150 öffentliche Stellplätze geben, an externe Nutzer vermietete Dauerparkplätze würden gestrichen. Sollte der Gemeinderat diesmal zustimmen, würde Föll gerne im Januar 2015 mit dem Abriss beginnen und den Neubau im Herbst 2016 einweihen.

Bis dahin dürfte sich auch an anderer Stelle im Quartier manches ändern. So steht unmittelbar neben der Rathausgarage die mehrgeschossige Ladenfläche nach dem Auszug von Electro Conrad und einem Modeoutlet immer noch leer. Daneben läuft bei Dom der Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe, angeblich soll ein Nachfolgeladen bereits feststehen. Nach Auskunft der LBBW Immobilien Management Gesellschaft ist man wegen eines Conrad-Nachmieters „mit mehreren Interessenten mit verschiedenen Konzepten im Gespräch“, so Pressesprecherin Brigitte Reibenspies. Die Bezirksvorsteherin von Mitte, Veronika Kienzle, fände einen Fahrradladen oder ein Geschäft mit Garten- und Handwerkerbedarf besonders passend an der Stelle. „So etwas fehlt hier“, sagt sie. Und was weitere Gastronomie anbelangt, steht bei ihr „ein gepflegtes Café“ ganz oben auf der Wunschliste.

Das gesamte Quartier im Visier

Sie hofft, dass mit Neubau und Neuvermietung die Hinterhofsituation für alle Zeit gebannt wird und bloß ja keine weitere Spielhalle dazukommt. Die Stadtplaner haben das gesamte Quartier Eich-/Nadler-/ Steinstraße im Visier und setzen darauf, dass sich auch beim Kaufhof-Parkhaus endlich etwas tut. Bereits vor Jahren gab es eine Studie für Abriss und Neubau, wobei die Stadt sich mit ihrem Immobilienteil an der Nadler-/Hirschstraße einbringen würde. Der Mietvertrag mit der Buchhandlung Osiander, die jüngst auf Lindemanns Buchhandlung folgte, wurde mit Rücksicht auf die Neubaupläne bis Juni 2014 befristet.

Auch der Kaufhof-Parkhaus-Eigentümer Metro Properties zeigt sich auskunftsfreudiger denn je. Man sei grundsätzlich bereit, das Parkhausareal in eine städtebauliche Entwicklung des Quartierblocks einzubringen. „Voraussetzung ist allerdings, dass eine entsprechende Anzahl von Stellplätzen für die Galeria-Kaufhof-Kunden sowie die Anlieferung für das Warenhaus in einem neuen Projekt zur Verfügung stehen“, so ein Firmensprecher. Er betont jedoch, dass man nicht plane, „das Parkhausareal unter Einbeziehung von Nachbargrundstücken selbst neu zu bebauen“.

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