Stuttgarter Schauspielbühnen Manfred Langner wechselt nächstes Jahr nach Trier

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Sein Vertrag läuft bis Sommer 2019, jetzt aber gibt der Intendant der Stuttgarter Schauspielbühnen sein Amt vorzeitig ab: Schon 2018 übernimmt Manfred Langner das Theater in Trier.

In Stuttgart mit hervorragendem Zuspruch:   Manfred Langner Foto: dpa
In Stuttgart mit hervorragendem Zuspruch: Manfred Langner Foto: dpa

Stuttgart - Dass der Intendant der Stuttgarter Schauspielbühnen seinen bis 2019 laufenden Vertrag nicht verlängern wird, steht seit Monaten fest. Seit Donnerstag aber weiß man, wohin es Manfred Langner zieht – und zwar vorzeitig: Bereits zur Saison 2018/2019 übernimmt er das Trierer Theater. Das hat der dortige Stadtrat einstimmig beschlossen. Die Schauspielbühnen aber haben jetzt ein Problem: Ein Jahr früher als gedacht müssen sie einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den entschwindenden Intendanten finden.

„Ich freue mich sehr über das einmütige Votum, mit dem mich die Trierer Politiker berufen haben“, sagte der 59-jährige Langner nach der Entscheidung: „Aber natürlich werde ich Stuttgart nicht ohne Wehmut verlassen, denn ich habe hier für ein wunderbares Publikum arbeiten dürfen.“ Und diese Arbeit ist ihm, umgekehrt, vom wunderbaren Publikum auch mit enormem Zuspruch gedankt worden. Die Stuttgarter Schauspielbühnen – unter diesem Titel firmieren das Alte Schauspielhaus und die Komödie im Marquardt – waren unter Langners Doppelintendanz das meistbesuchte Sprechtheater in Baden-Württemberg, weit vorm Schauspiel des Staatstheaters. Quote machte Langner dabei zwar auch mit Boulevard, aber nicht nur: In der laufenden Saison hat er mit der intelligenten Stuttgart-Revue „Ein Tanz auf dem Vulkan“ die Kritiker genauso überzeugt wie mit Goethes „Faust I“, das er als waghalsiges Pop-Art-Spektakel inszenieren ließ.

In Trier muss er im Chaos-Theater aufräumen

In Trier steht Langner vor einer schwierigen Aufgabe. Ende vergangenen Jahres hat sich die Stadt gegen Zahlung einer Abfindung vom Theaterintendanten Karl Sibelius getrennt, der für ein Millionendefizit verantwortlich gemacht wird und alles andere als ein gut bestelltes Haus hinterlassen hat. Von Langner wird nun vor allem erwartet, dass er das Chaos-Theater wieder auf Kurs und Quote bringt.

In Stuttgart indes wird es der Trägerverein der Schauspielbühnen nicht leicht haben, auf die Schnelle einen geeigneten Nachfolger für ihn zu finden. Eine bereits eingesetzte Findungskommission, in der auch Vertreter der Stadt Stuttgart als Geldgeber sitzen, will dem Verein rasch einen Personalvorschlag unterbreiten.