Stuttgarter Stadtbahn SSB darf bis Ditzingen-Ost planen

Von Josef Schunder 

Der Stuttgarter Gemeinderat hat den Weg frei gemacht: Die SSB können die Verlängerung der Stadtbahngleise von Weilimdorf bis dicht an den Stadtrand von Ditzingen planen – mit neuem Betriebshof. Der grobe Zeitplan steht auch.

Die U13 auf ihrem Weg nach Hedelfingen – in einigen Jahren wird sie nicht mehr in Giebel starten, sondern in Hausen, dicht am Rand des Gewerbegebiets Ditzingen-Ost. Foto: STZN
Die U13 auf ihrem Weg nach Hedelfingen – in einigen Jahren wird sie nicht mehr in Giebel starten, sondern in Hausen, dicht am Rand des Gewerbegebiets Ditzingen-Ost. Foto: STZN

Stuttgart/Ditzingen - Die Verkehrsbetriebe SSB haben große Unterstützung für ihr Vorhaben erhalten, den geplanten Stadtbahn-Betriebshof Stuttgart-Nord unmittelbar an der Grenze zu Ditzingen-Ost anzusiedeln, dafür eine neue Trasse ab Weilimdorf zu bauen und sie auch zum Stadtteil Hausen zu führen. Am Dienstag sprach sich der Umwelt- und Technik-Ausschuss des Gemeinderats einstimmig für diese Variante unter möglichen Standorten aus.

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG kann damit die Entwurfs- und die Genehmigungsplanung für das Vorhaben erarbeiten lassen. Im Jahr 2020 will sie die Pläne bei der zuständigen Behörde zur Genehmigung, im Fachjargon Planfeststellung, einreichen. Mit der Trasse wird auch das Gebiet Ditzingen-Ost für Stadtbahnfahrer mit einem kleinen Fußweg erreichbar. Die Lösung bietet aber auch die Chance einer Stadtbahnverlängerung nach Ditzingen hinein. Daher wollen die SSB in nächster Zeit parallel mit der Stadt Ditzingen die Planung für eine längere Trasse weiterführen. Im Idealfall, erklärte die SSB, würden in den Jahren 2023 bis 2025 der Betriebshof und die Stadtbahnstrecke nach Hausen fertig, bis 2028 könnte die Verlängerung nach Ditzingen erfolgen.

Gesamtkosten von voraussichtlich über 100 Millionen Euro

Allein der Betriebshof, der noch komplett auf Stuttgarter Markung liegen soll, wird nach einer groben Schätzung rund 60 Millionen Euro kosten. Dafür erwartet man sich Zuschüsse vom Land in der Größenordnung von mindestens 50 Prozent. Einiges spreche dafür, sagte SSB-Vorstand Wolfgang Arnold, dass der komplette Streckenbau auch mehr als 50 Millionen Euro kosten werde. In diesem Fall könne man den Antrag auf einen Zuschuss auch an den Bund, nicht nur ans Land schicken. Alle Fraktionen lobten den Plan. Die SSB, die zunächst Betriebshofstandorte im Bereich des Gewerbegebiets Weilimdorf geprüft hatte, habe auf Verbesserungsvorschläge flexibel reagiert. Der Erfolg sei, dass nun Hausen und ein Teil des Gewerbegebiets in Ditzingen-Ost ans Stadtbahnetz kämen. SSB-Planer Volker Christiani lobte Bezirksbeiräte und Bürger. Sie hätten zu einer vernünftigen Diskussion und einer guten Entwicklung viel beigetragen.

Erst die Verlängerung nach Hausen, dann der Betriebshof

Alle Beteiligten agierten sehr flexibel

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