Stuttgarter Stadtverwaltung Rad-Antrag wird erst 27 Monate später beantwortet

Stadträte sprechen sich für eine bessere Radverbindung in Feuerbach aus. Die Antwort der Verwaltung ist ernüchternd.
Stuttgart-Feuerbach - Der Fahrradverkehr in Stuttgart nimmt deutlich zu. Das belegen unter anderem die 15 fest eingerichteten automatischen Fahrradzählstellen in der Landeshauptstadt. Auch in Feuerbach ist das Rad immer öfter im Einsatz. Aber: „Durch den Umbau des Feuerbacher Bahnhofs gibt es leider einen Einschnitt in ein sicheres und nutzbares Fahrradnetz. Durch die Schließung der Unterführung in Verlängerung der Kruppstraße ist die Zufahrt auf einem gesicherten Weg vom Feuerbacher Bahnhof in Richtung Feuerbach-Ost nicht mehr möglich. Die neue Unterführung ist für den Fahrradverkehr durch seine enge Durchfahrt, die auch zusammen mit den Fußgängern genutzt wird, ungeeignet sowie für Fahrradfahrer gesperrt. Es bleibt nur die gefährlichere Variante, die Straße unter der Eisenbahnbrücke“, heißt es in einem Antrag der Gemeinderatsfraktionen von SPD, Grünen und der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus. Letztere gibt es allerdings seit der vergangenen Kommunalwahl 2019 gar nicht mehr. Der Antrag stammt vom 22. Oktober 2018. Beantwortet wurde er aber erst am 18. Januar 2021 – also knapp 27 Monate später. „Wir erwarten von der Stadtverwaltung, dass sie sich zeitnah mit unseren Anträgen befasst“, sagt Stadtrat Christoph Ozasek (Die Linke).
Doch nicht nur die lange Wartezeit stößt den Antragstellern sauer auf, sondern auch der Inhalt der Antwort. Gefordert hatten die Stadträte unter anderem, dass in Feuerbach „dauerhaft für Fahrräder ein sicheres Fahrradnetz durch Anbindung an die bestehenden Fahrradwege erstellt wird“. Das möchte auch Fabian Mayer, Erster Bürgermeister. Doch er betont in seiner Antwort an die Fraktionen ebenso, dass die neue Unterführung sehr wohl für den Radverkehr geeignet ist: „Eine Bewertung der Verkehrssicherheit hat ergeben, dass eine gegenseitige Sicherung von Fußgängern und Radfahrern möglich ist und somit die Personenunterführung auch für den Radverkehr freigegeben werden kann.“ Des Weiteren werde in der Straßenunterführung Borsigstraße auf der Bahnhofsseite ebenfalls ein für den Radverkehr freigegebener Gehweg hergestellt.
„So kommt der Radverkehr unter die Räder“, ärgert sich Ozasek. „Der Gemeinderat hat Beschlüsse gefasst, um Stuttgart zu einer Fahrradstadt zu machen. Deshalb ist es umso bedauerlicher, dass Radfahrer am Feuerbacher Bahnhof als Restgröße gesehen werden – in einer Unterführung oder auf dem Gehweg unterwegs sein müssen.“ Da sei nur Schrittgeschwindigkeit möglich. „Das ist nicht die Qualität, die wir uns vorstellen“, sagt Ozasek.
Wie geht es nun weiter? „Das Problem ist, dass in den vergangenen zwei Jahren rund um den Bahnhof schon viele Fakten geschaffen wurden“, sagt der Stadtrat. „Aber im Zuge des neuen Verkehrskonzepts, das gerade für den Bezirk erarbeitet wird, werden wir noch einmal die Fahrbeziehungen auf der Borsigstraße und B 295 ansehen. Vielleicht lässt sich da noch eine Verbesserung für die Radfahrer erzielen?“
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