Stuttgarter Start-up "8 Minutes" gestaltet die Arbeitswelt neu und nachhaltig

Am Morgen noch Raum für Workshops, am Abend Schauplatz einer Vernissage: Das Concept Office bricht nicht nur visuell, sondern auch konzeptionell mit den Konventionen der Arbeitswelt.  Foto: Max Feldhoff 4 Bilder
Am Morgen noch Raum für Workshops, am Abend Schauplatz einer Vernissage: Das Concept Office bricht nicht nur visuell, sondern auch konzeptionell mit den Konventionen der Arbeitswelt. Foto: Max Feldhoff

Mit ihrem Concept Office erzählen Nils Körner, Patrick Henry Nagel und Jan-Henrik Schröter von „8 Minutes“ neue Narrative. Anstelle von Luftschlössern, gestalten die drei Gründer Büroräume und Workshops, die die Arbeitswelt neu und nachhaltiger denken.

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Stuttgart – Wo einst ein trister Teppich darauf hoffte, von verschütteten Heißgetränken verschont zu bleiben, ist dieser heute vor allem eines: Kalter Kaffee. Mit ihrem Office haben die Designer Nils Körner und Patrick Henry Nagel gemeinsam mit Unternehmensberater Jan-Henrik Schröter einen Ort abseits der konventionellen Bürowüste geschaffen. Das Büro wird zum Begegnungsraum, der Möglichkeiten bietet, die bisher im Verborgenen blieben.

Vom Mythos zur Metamorphose

Im Rahmen ihres Industrial Design Studiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart widmeten sich Körner und Nagel bereits Fragen wie: „Welche Rolle spielt Arbeit künftig? Wie viel Raum wollen wir ihr geben und wie sieht dieser aus?“ Gemeinsam mit Schröter, der denselben Ansatz auf methodischer Ebene verfolgt, entstand Anfang 2020 die Idee, ihre Vorstellungen einer neuen Arbeitswelt in einem Concept Office in die Tat umzusetzen.

Wenig Tische, viel Raum für Bewegung

„Mit unserem Office haben wir einen Ort geschaffen, der zeigt, in welche Richtung es in Zukunft gehen könnte“, erklärt Körner. Hier wollen die drei in Zukunft Workshops anbieten, die Freiraum für Kreativität, generationenübergreifendes Arbeiten und neue Formen des Zusammenarbeitens lassen. „Der Raum ist so konzipiert, dass man viel mehr in Bewegung arbeiten kann. Es gibt viel weniger Tische und somit auch weniger Möglichkeiten, ständig im Sitzen zu arbeiten“, so Nagel. Alle Wände sind – spezieller Whiteboard-Wandfarbe sei Dank – beschreibbar und eignen sich somit besonders gut für Brainstormings, die ohne viel Papier auskommen. 

Ein dehnbares Bürokonzept

Die visuelle Identität des Office lebt vor allem von ihrer Elastizität. Der Raum soll wandelbar sein und bleiben. Wo am Morgen noch Workshops und Meetings abgehalten werden, kann am Abend eine Vernissage stattfinden oder am Wochenende die Yogamatte ausgerollt werden. Mit diesem Ansatz plädieren die Gründer vor allem auch für eine nachhaltigere Nutzung von Bürogebäuden, die sonst nach Feierabend stillstehen. „Wir sehen das Concept Office als Spielwiese und sind offen für Ideen und Vorschläge“, erklärt Körner und fährt fort: „Wir fanden die Vorstellung schön, wechselnd Produkte von Künstlerinnen und Künstlern der AKA auszustellen und ihnen damit eine Ausstellungsfläche zu geben.“

Nachhaltige Nutzung und Produktion

Eine Experimentierfläche, die zeigen soll: Das Arbeitsumfeld muss kein statisches Konstrukt sein. Ebenso wichtig wie die Nutzung der Fläche abseits der üblichen Bürozeiten, ist den dreien der Nachhaltigkeitsaspekt: „Wir lassen unsere Produkte entweder regional produzieren oder bauen sie selbst. Außerdem verwenden wir Materialien, die recycelt wurden“, erklärt Nagel. Auch die Ästhetik spielt eine Rolle: „Wenn unsere Sitzelemente gerade nicht in Benutzung sind, kann man sie zum Beispiel so stapeln, dass sie etwas Skulpturales haben“, so Nagel.

Verschmelzung von digitaler und analoger Welt

Auf zwei Stockwerken sorgen Körner, Nagel und Schröter dafür, das volle Potenzial der Räumlichkeiten auszuschöpfen. Da spätestens seit Corona immer dezentraler gearbeitet wird, setzen die Gründer auch auf Möglichkeiten, die die digitale und die analoge Welt miteinander verbinden. „Unsere Beamerwand ermöglicht es uns, jemanden virtuell zuzuschalten. Mit Hilfe einer App kann man alles, was man im physischen Raum an die Wand schreibt, direkt digitalisieren. Auf diese Weise kann jeder, der gerade nicht vor Ort ist, ganz einfach mitarbeiten“, erklärt Körner.




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