Stuttgarter Start-ups Startschuss für Welteroberungspläne

Das Team von Padaja, einer Plattform für Geschäftsreisebedarf, bei der Präsentation. Foto: Accelerate Stuttgart
Das Team von Padaja, einer Plattform für Geschäftsreisebedarf, bei der Präsentation. Foto: Accelerate Stuttgart

Das erste innovative Anschubprogramm für Start-ups in Stuttgart ist nach sechs Monaten vorbei. Fünf von Accelerate Stuttgart betreute Unternehmen wollen nun expandieren.

Wirtschaft: Andreas Geldner (age)
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Stuttgart - Zum ersten Mal haben fünf junge Unternehmen in Stuttgart ein innovatives, sechsmonatiges Schulungsprogramm durchlaufen, das ihnen in der Anfangsphase beim Durchstarten hilft. In Stuttgart haben sie ihre Pläne vorgestellt.

Bei dem vom privaten Anbieter Accelerate Stuttgart offerierten Programm geht es darum, strukturiert und in schnellen „Sprints“ den Schritt von einer ersten Geschäftsidee hin zu einem wachstumsfähigen Unternehmen zu gehen. Dafür werden beispielsweise in kreativer Weise Markttests und Kundenumfragen gemacht, Prototypen entwickelt und erste Geschäftsmodelle getestet. Die Unternehmen, die sich dieser Woche im privaten Start-up-Zentrum Accelerate Spaces am Feuersee unter anderem potenziellen Investoren vorstellten, haben an Konzepten gearbeitet, wie sie für den eher auf geschäftliche Anwendungen konzentrierten Stuttgarter Standort nicht so üblich sind.

Die Plattform Balloonas versucht zu einer Anlaufstelle im Netz für die Rundum-Planung von Kindergeburtstagen zu werden. Egamestrategy versucht von dem Trend zu profitieren, dass im Internetspiele analog zum Poker zunehmend mit einem Geldeinsatz gespielt werden. Flurfunk hat eine App entwickelt, die es ermöglicht auf einer Google-Landkarte zu erfahren, was in der Umgebung los ist – von Partys bis hin zu Verkehrsunfällen. Lingoventura will die bisher umständliche und weit hinter dem Komfort von Pauschalreisen hinterherhinkende Buchung von Sprachreisen vereinfachen. Und der Online-Shop Padaja will praktische Produkte rund um den Bedarf von Geschäftsreisen anbieten – unter anderem mit einem innovativen Verkaufsterminal, was in Hotellobbys aufgestellt werden kann. Zum Abschlussprogramm gehörte auch die Einübung von Präsentationen, die nun in Stuttgart vorgestellt wurden.

Die Erstnutzer sind da – nun muss die Expansion folgen

Noch sind die Teams an einem Punkt, wo sie Erstnutzer und -kunden gewinnen. Die ortsbasierte Event-App Flurfunk beispielsweise hat in Stuttgart inzwischen mit 2000 Nutzern eine kritische Masse erreicht, um in der Stadt eine genügende Menge an eingespeisten Inhalten zu haben. ( Bei der Lokalisierung von Nachrichten kooperiert der Anbieter mit der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten). „Konkurrenten sind bisher nur in der Frühphase. Wir sind da noch ziemlich einmalig“, sagt Florian Fink von Flurfunk. Geschäftsmodell soll zunächst die Werbung für Läden im Umfeld des Nutzers sein. Wie für alle beteiligten Start-ups steht dafür nun verstärkt das Marketing im Mittelpunkt – wofür Kapitalspritzen notwendig sind.

 

 

Die Teams steckten in Stuttgart große Horizonte ab: So will Balloonas laut Andrea Kranzer, die auch als Investorin engagiert ist, schon Anfang 2017 mit einer englischsprachigen Version in Großbritannien und den USA expandieren. Ziel sind zehntausend Nutzer am Tag auf der Plattform Egamestrategy, das schon vor der finalen Präsentation einen strategischen Investor an Bord holen konnte, nimmt ebenfalls ehrgeizig einen riesigen Markt in den Blick. „Wir glauben, dass das ein ganz großes Ding ist“, sagte der Mitgründer Tim van der Heyden, der schon Erfahrungen mit dem Onlinespielen in der Pokerszene gesammelt hat. Padaja kooperiert bei der Vermarktung bei den Hotelketten bereits mit Code2Order, einem weiteren Startup aus Stuttgart, das unter Bestellvorgänge in Hotels auf das Smartphone bringen will.

Johannes Ellenberg, der Geschäftsführer von Accelerate Stuttgart, das sich die intensive Betreuung mit Anteilen an den Unternehmen bezahlen ließ und damit an deren Erfolg teilhaben würde, unterstrich allerdings, dass nun die entscheidende Wachstumsphase ansteht. „Normalerweise sagt man ja bei Start-ups, dass nur eins von zehn es wirklich schafft. Aber wir hoffen doch, dass wir durch unsere Betreuung die Quote in dieser Gruppe ganz entscheidend verbessert haben.“ Die Teams haben sich inzwischen vom Feuersee verabschiedet und müssen nun auf eigenen Füßen stehen.

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