Stuttgarter Theaterhaus schlägt Alarm „Sonst wird dem ganzen Haus der Stecker gezogen“

Von Cornelius Oettle 

Auch an seinem 75. Geburtstag denkt Werner Schretzmeier, der Leiter des Stuttgarter Theaterhauses, nicht ans Aufhören. Vor allem die Zukunft von Gauthier Dance beschäftigt ihn: Für die Tanzkompanie braucht er einen Ergänzungsbau.

Glücklich ist er, wenn er kämpfen kann: Werner Schretzmeier. Foto: Leonie Schüler
Glücklich ist er, wenn er kämpfen kann: Werner Schretzmeier. Foto: Leonie Schüler

Stuttgart - Der Leiter des Stuttgarter Theaterhauses, Werner Schretzmeier, denkt auch an seinem 75. Geburtstag an diesem Montag nicht an den Ruhestand. „Es gibt noch das ein oder andere dicke Brett zu bohren“, sagte der Kulturmanager und Theaterregisseur der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagsausgabe). Dazu gehöre auch der für sein Haus geplante Ergänzungsbau für die Tanzkompanie von Gauthier Dance, der essentiell für die Zukunft sei. Das international renommierte Ensemble von Eric Gauthier probt derzeit noch in einem Privatgebäude. „Wenn der Besitzer kündigt, ist dem ganzen Haus der Stecker gezogen“, sagte Schretzmeier. Mit jährlich rund 300 000 Besuchern zählt das Theaterhaus auf dem Pragsattel zu den großen Kulturanbietern Deutschlands.

Er liebt flache Hierarchien

Seinen Nachfolgern will Schretzmeier möglichst faire Arbeitsbedingungen hinterlassen, indem er Stadt und Land dazu bringe, die Personalkosten des 1984 gegründeten Theaterhauses voll abzudecken. Das Theaterhaus mit 110 Mitarbeitern müsse 70 Prozent seines Etats, der sich auf rund zehn Millionen Euro jährlich beläuft, selbst erwirtschaften. Zum Vergleich: bei Stadt- und Staatstheatern liegt der Eigenanteil in aller Regel bei 20 Prozent. Besonders stolz ist der Leiter des Theaterhauses auf das Arbeitsklima in seinem Haus: „Wichtig ist, dass eine flache Hierarchie bleibt. Derjenige, der vorne steht, muss den hintersten noch sehen können.“




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