Stuttgarter Torschützenkönige Der Top-Ballermann der gesamten Landesliga
Bastian Joas vom Fußball-Landesliga-Meister TSV Weilimdorf hat seine bisherige Torebestmarke in der abgelaufenen Saison verdoppelt.
Bastian Joas vom Fußball-Landesliga-Meister TSV Weilimdorf hat seine bisherige Torebestmarke in der abgelaufenen Saison verdoppelt.
Tore hat er schon immer erzielt, war bei seinen Verbandsliga-Stationen Sportfreunde Schwäbisch Hall und Calcio Leinfelden-Echterdingen in einer Runde auch schon mal knapp im zweistelligen Bereich. Genauer gesagt: Er traf damals jeweils elf Mal. In der Spielzeit 2023/24 netzte er beim Landesligisten TSV Weilimdorf gar 14 Mal ein, sorgte damit für seinen bislang persönlichen Bestwert. Eine Momentaufnahme. Diesen hat Bastian Joas in der abgelaufenen Saison gleich mal verdoppelt, erzielte für den Landesliga-Meister und Neu-Verbandsligisten aus dem Stuttgarter Norden in 28 Begegnungen 28 Tore. Seine Marke bedeutete nicht nur den Höchstwert in der Staffel-2-Schützenliste, sondern hinweg über alle vier Landesligen Württembergs.
Alter schützt anscheinend vor Toren nicht. Und tatsächlich hängt für den 32-jährigen Joas die eigene Toreexplosion mit dem Alterungsprozess zusammen. Mehr Erfahrung spiele dabei natürlich auch eine Rolle, sagt er, jedoch eher eine untergeordnete. Vielmehr zahle sich sein Mehraufwand aus, arbeite er individuell an seiner Athletik. „Im Training, aber auch außerhalb des Vereins mache ich für mich persönlich viel, bin seit eineinhalb Jahren bei einem Personaltrainer“, sagt Joas, der als IT-Projektleiter arbeitet. Individuelles Training werde im fortgeschritten Alter immer wichtiger, um weiter fit zu bleiben und mithalten zu können. Speziell: „Ich habe noch ein paar Prozent aus mir herausgekitzelt, bin im Antritt fixer und fühle mich im Kopf frischer und handlungsschneller“, weiß Joas, dessen Stärken nach eigener Aussage der erste Kontakt und ein guter Abschluss sind.
Aber auch die konstante Verortung auf dem Spielfeld ist für den Weilimdorfer Kapitän entscheidend für seinen Toreaufschwung. Zuvor sei er praktisch überall aufgestellt worden, in der abgelaufenen Runde ausschließlich auf der Zehn oder im Sturm. Das habe ihm Kontinuität und Stabilität gegeben. Dann ist da noch der rege Austausch mit seinem Trainer Manuel Fischer. Der VfB-Ex-Profi war ja selbst Stürmer, weiß also wovon er spricht. „Er gibt mir immer wieder hilfreiche Tipps, die sich ausgezahlt haben“, konstatiert der Landesliga-Ballermann, der ursprünglich aus Langenburg bei Schwäbisch Hall kommt, aber aufgrund seines Engagements in der Jugend des VfB Stuttgart seit seinem 16. Lebensjahr in der Landeshauptstadt wohnt und sich selbst als „echten Stuttgarter“ bezeichnet. Zudem hat Joas seine Kaltschnäuzigkeit im Vergleich zu vergangenen Spielzeiten verbessert. Er könne sich an Situationen aus dem Vorjahr erinnern, als er klare Chancen liegengelassen habe. Zur Meistersaison falle ihm dazu kaum was ein. „Meine Abschlussquote war richtig gut“.
Besagte Abschlussquote war generell bei den Weilimdorfern in der abgelaufenen Runde gut. Mit 92 Toren stellte der Club die Liga-Torfabrik schlechthin. Favorisierte Zulieferer hat Joas indes keine, weiß aber bei bestimmten Akteuren ganz genau, wo er sein muss, um deren Pässe zu verwerten. Zum Beispiel bei Anthony Raheem. Wenn der Rechtsverteidiger die Linie blitzartig herunter pflügt, dann bedeutet dies für den TSV-Torjäger: „Ich muss auf den kurzen Pfosten, da kommt der Ball hin.“
Für Trainer Fischer kommt die Toreflut Joas’ überraschend, gleichwohl er natürlich erfreut darüber war. „Er hat wohl noch nie so weit vorne gespielt, die Rolle aber glänzend angenommen, und das gleich mit so vielen Treffern. Super“, sagt Fischer, der aber nicht nur die Tore seines Spielers mit der Trikotnummer 11 wichtig für das Team hält, sondern auch seine Führungsqualitäten. „Als Kapitän leitet und führt er die Truppe. Das macht er hervorragend.“
Derweil hat der Kapitän und Torjäger mit den Weilimdorfern das angestrebte Ziel Aufstieg geschafft. Primär den Klassenverbleib zu sichern und sich in der Liga zu etablieren, das schwebt den Kickern von der Giebelstraße in Jahr eins in der Verbandsliga vor. Wichtig dabei ist ein guter Start. Zum Auftakt empfängt der Aufsteiger den Oberliga-Absteiger SV Fellbach, dann geht’s zum Mitneuling FC Rottenburg, ehe es zum Duell mit dem VfR Heilbronn kommt. Mit Letzterem gilt es noch eine offene Rechnung zu begleichen, scheiterte der TSV gegen diesen doch vor zwei Jahren in der Relegation. Die Vorfreude bei Bayern-Fan Joas, der mittlerweile auch Padel-Tennis für sich entdeckt hat, auf die Saison ist riesig. In der Liga werde guter Fußball gespielt und zudem freue er sich auf die Wiedersehen mit seinen Ex-Vereinen Schwäbisch Hall und Calcio. Zum ganz besonderen Vergnügen sollen diese Aufeinandertreffen für Joas werden, wenn er das macht, was er schon immer gemacht hat: Tore erzielen. In der kommenden Runde sicherlich nicht erneut 28, aber „20 habe ich mir als Ziel gesteckt“.