Hier und da erklingt Musik, fröhliches Plaudern und Lachen zieht durch die Straßen, die Lauben sind gut gefüllt: Schon am ersten Tag bringt das Stuttgarter Weindorf die Menschen zusammen. Am Mittwochabend feierte der Verein Pro Stuttgart im schönen Innenhof des Alten Schlosses die offizielle Eröffnung. „Das Weinfest ist eine Institution in Stuttgart, die Strahlkraft enorm und die Beliebtheit ungebrochen“, sagte der Vorsitzende Jens Zimmermann.
Er wies jedoch auch daraufhin, dass die Rahmenbedingungen für eine solche Veranstaltung immer herausfordernder werden würden. Die Kosten für Personal und Rohstoffe seien gestiegen. Gleichzeitig senke die Inflation die Kaufkraft der Besucherinnen und Besucher. „Nur zwölf Tage Weindorf sind ein echtes Wagnis“, sagte Zimmermann.
Ein paar Regentage könnten die Gesamtkalkulation für die Wirtinnen und Wirte sehr schnell sehr schwierig machen. Nach den erfolgreichen 19 Tagen Weindorf im Jahr 2022 müsse man nun in den Dialog mit der Stadtverwaltung treten, um die Nachhaltigkeit der Veranstaltung für die Zukunft zu sichern.
Wie wichtig ihnen das Weindorf ist, betonten der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl und der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper in ihren Grußworten. „Wein ist ein Kulturgut, ein Stück Heimat. Dazu gehört das Stuttgarter Weindorf mit seinen Gesprächen und seiner Geselligkeit“, sagte Thomas Strobl.
Frank Nopper nahm Bezug auf die Diskussion der vergangenen Tage. Er betonte: Im „schwäbischen Paradies“ trinke man Weine aus der Region und keinen Champagner. Zum Hintergrund: Das Fest ist für regionale Anbieter erfunden worden. Lange war jedoch der verbotene Champagnerausschank toleriert worden.
In diesem Jahr aber droht den Wirten bei einem Verstoß erstmals eine Strafe von 5000 Euro. „Wir wollen mit unserem Wein gemeinsam feiern“, sagte der OB über das Fest mit den „drei großen Gs“ die für ihn für „Gastlichkeit, Geselligkeit und Glückseligkeit“ stehen.
Zu Gast bei der Eröffnungsfeier war auch die württembergische Weinkönigin Carolin Golter. Der Magier Thorsten Strotmann verzauberte im wahren Wortsinn die Gäste. Am Ende sangen alle zusammen das „Lied der Württemberger“ das Justinus Kerner im Jahr 1818 schrieb. Die 124 Lauben des 47. Stuttgarter Weindorfs sind noch bis zum 10. September täglich von 11.30 bis 23 Uhr, donnerstags bis samstags bis 24 Uhr geöffnet.