Breite Gehwege und mehr Bäume – Fußgänger sollen es auf der Forststraße im Stuttgarter Westen bald schön haben. Doch zunächst muss der Schleichverkehr verbannt werden.

Fußgänger haben es in der Forststraße im Stuttgarter Westen nicht leicht: zugeparkte, enge Gehwege erschweren die Sicht und das Durchkommen. Und zu manchen Zeiten kämpfen sich die Autos Stoßstange an Stoßstange durch die Straße. Besonders an den Kreuzungsbereichen wird es für Fußgänger unübersichtlich. Außerdem könnte die Straße mehr Grün vertragen – dieser Ansicht sind nicht nur die Anwohner und Anwohnerinnen, die eine Initiative für mehr Bäume in der Forststraße gegründet haben.

Die Forststraße gilt im städtischen Fußverkehrskonzept für die Innenstadt als Flanierroute im Stuttgarter Westen. Der Ausbau bestimmter Wege zu so einer Route soll die Stuttgarterinnen und Stuttgarter zum Zufußgehen animieren. Die Strecken müssten daher attraktiv sein und am lokalen Einzelhandel vorbei führen, um diesen anzukurbeln – so die Idee.

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Beim Stadtplanungsamt sind die Planungen deshalb bereits in vollem Gange, um aus den eher chaotischen Verhältnissen in der Forststraße eine Flaniermeile mit Wohlfühlcharakter zu gestalten. Rainer Wallisch von der Abteilung für Verkehrsentwurfsplanung sieht die Zukunft der Straße im Westen bereits vor sich: „Die Fußgänger werden auf breiten Gehwegen im Schatten der Bäume flanieren. Parallel dazu verläuft die Fahrradroute, auf der die Fahrräder vor den Autos Vorrang haben.“ Um das zu erreichen, will die Stadt zunächst einmal den sogenannten Schleichverkehr aus der Forststraße verbannen. „Viele Autofahrer nutzen die Schleichwege, weil sie denken, sie wären dort schneller unterwegs als auf Schwab- und Bebelstraße“, erklärt Wallisch. Um diesen Schleichverkehr zu verhindern, sollen noch in diesem Jahr sogenannte modale Filter an den neuralgischen Punkten aufgestellt werden. Dabei handelt es sich um Pfosten, die das Durchfahren verhindern. Diese können versuchsweise aufgestellt, aber auch wieder versetzt werden, falls sie an der Stelle nicht den erhofften Erfolg bringen. Zunächst werden sie mitsamt entsprechender Beschilderung dort aufgestellt, wo Spitta- und Scheffelstraße in die Forststraße einmünden.

Modale Filter sollen Schleichverkehr verhindern

Auf eine Initiative der Anwohner hin, die vor zwei Jahren ihr Anliegen im Bezirksbeirat West einbrachte, soll die Straße grüner werden – mit neu gepflanzten Bäumen und Bäumen in Pflanzkübeln, weil Leitungen im Boden das Einpflanzen an manchen Stellen unmöglich machen. „Die Bäume und die modalen Filter werden noch in diesem Jahr kommen“, verspricht Wallisch.

Flaniermeile und Hauptradroute in einem

Mehr Zeit brauchen dagegen weitere Maßnahmen, die jedoch auch schon in der Planung sind. Die Gehwege sollen künftig breiter und an den Querstraßen durchgehend sein. Störend für die Fußgänger sind aktuell noch die senkrechtparkenden Autos, die häufig auf den Gehweg ragen und diesen dadurch verkleinern. Das Stadtplanungsamt will dort Anfahrschwellen anbringen, um die Autofahrer davon abzuhalten, zu weit nach vorne zu fahren.

Eine Besonderheit der Forststraße ist, dass sie nicht nur für die Flaneure eine wichtige Achse ist, sondern auch zur Hauptradroute von Botnang durch den Westen in Richtung Innenstadt gehört. „Spaziergänger und Radfahrer werden sich nicht in die Quere kommen“, versichert Wallisch. Aktuell gilt noch rechts-vor-links, was für die Radfahrer wegen der Sichtverhältnisse oft schwierig zu überblicken ist. In Zukunft sollen die Radfahrer Vorrang vor den Autos haben.

Die Pläne für die Flaniermeile und die Fahrradroute werden laut Wallisch im kommenden Jahr, oder vielleicht auch erst im Jahr 2024 umgesetzt. Das hänge vom Tiefbauamt ab. „Wir gehen aber fest davon aus, dass die Pläne umgesetzt werden.“ Doch schon in diesem Jahr werden sich die Anwohner und Flaneure immerhin an den neuen Bäumen und über weniger Verkehr freuen können. „Wir arbeiten sehr gerne an den Plänen für die Forststraße. Das wird eine gute Sache“, betont Wallisch.