Stuttgarter Wohnbaupolitik Hausbesitzer legen mit Brief an OB Kuhn nach

Von Josef Schunder 

Der Verein Haus und Grund fordert, dass die Stadt dem Bund auch Flächen für neue Baugebiete am Stadtrand abzukaufen versucht. OB Kuhn und seine Verwaltung dürften nicht nur Baulücken in Ortslagen in den Blick nehmen.

Stuttgart braucht neue Wohnungen – und die Stadtverwaltung müsste nachdrücklicher über Bauflächen verhandeln, meint der Verein Haus und Grund. Foto: dpa
Stuttgart braucht neue Wohnungen – und die Stadtverwaltung müsste nachdrücklicher über Bauflächen verhandeln, meint der Verein Haus und Grund. Foto: dpa

Stuttgart - Der Stuttgarter Haus- und Grundbesitzerverein ist unzufrieden mit der Art und Weise, wie sich OB Fritz Kuhn (Grüne) und seine Verwaltung um die Übernahme von möglichen Baugrund­stücken aus dem Eigentum des Bundes ­bemühen. In einem Schreiben an Kuhn haben der Vereinschef Klaus Lang und der Geschäftsführer Ulrich Wecker jetzt mehr Nachdruck gefordert.

Der Hintergrund: Die Verwaltung hatte dem Hausbesitzerverein nach einer früheren Initiative berichtet, in Stuttgart kämen nur drei Grundstücke in der Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als mögliche Wohnbaugrundstücke in Frage. Diese seien aber entweder schon vom städtischen Wohnungsunternehmen SWSG gekauft, oder Gegenstand von Verhandlungen.

Einfachere Genehmigungsverfahren möglich

Der Verein Haus und Grund gibt sich damit nicht zufrieden. Die Stadtverwaltung konzentriere sich bei ihren Bemühungen auf Grundstücke, auf denen neuer Wohnraum durch eine bauliche Nachverdichtung möglich wäre. Sie müsse sich aber auch um Grundstücke des Bundes bemühen, für die es im Moment noch kein Baurecht gebe. In diesem Segment gebe es allein im Stadtbezirk Zuffenhausen unzusammenhängend zehn unbebaute Flächen mit insgesamt gut 150 000 Quadratmetern, von denen sich der Bund vielleicht mittel- bis langfristig trennen würde. Daneben gebe es unter Bima-Verwaltung noch unbebaute Erbbaupacht-Grundstücke mit Flächen zwischen 2000 und fast 70 000 Quadratmetern.

Anders als die Stadtverwaltung halte man es für nötig, dass auch in den äußeren Stadtgebieten behutsam Wohngebiete entwickelt werden müssten, schreibt der Verein. Die Stadt lasse sich eine Chance entgehen. Seit Mai 2017 nämlich könnten Kommunen kleinere Wohngebiete am Ortsrand mit einem weniger aufwendigen Genehmigungsverfahren entwickeln als früher, um dem Wohnungsmangel und dem Bauflächenmangel zu begegnen.

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