100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben heute vor dem Pressehaus in Stuttgart demonstriert. Was sie fordern und wie die Chefredaktion der Stuttgarter Zeitung auf die Kritik reagiert.

Vor dem Stuttgarter Pressehaus haben etwa 100 Beschäftigte gegen den geplanten Stellenabbau protestiert. „Die 55 Stellen, die wegfallen sollen, sind genau 55 zu viele“, sagte am Mittwoch der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Kai Burmeister. Die Medien als „Wächter der Demokratie“ seien mehr denn je unverzichtbar. Mit Blick auf die „Stuttgarter Zeitung“ (StZ) und die „Stuttgarter Nachrichten“ (StN) kritisierte Burmeister: „Es fehlt eine Strategie, die Print und Online zugleich stärkt.“

Der StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs wies den Vorwurf zurück: „Teil unseres Programms ist es, dass wir uns stärker am Digitalen ausrichten, aber die gedruckten Zeitungen weiter in gewohnter Qualität produzieren.“ Ziel sei es, den Stellenabbau bis Jahresende ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen.

Thementeams sind geplant

Die beiden Schwesterzeitungen StZ und StN gehören zur Südwestdeutschen Medienholding. Sie hatten im Januar angekündigt, den Umfang ihrer Stadtteilberichterstattung zu reduzieren. Anstelle der bisherigen Ressorts sind Thementeams geplant, die mit ihren Berichten auch neue Leserinnen und Leser gewinnen sollen. Die vielen Zeitungstitel im Land, die von den StN beliefert werden, sollen publizistisch besser verzahnt werden. Die StN kommen auf eine gedruckte Mantelauflage von rund 500 000 Exemplaren.