Der Kreisverband der Partei Die Linke hat am vergangenen Sonntag auf seiner Kreismitgliederversammlung in Bad Cannstatt seine Liste zur Kommunalwahl am 9. Juni 2024 gewählt. Die rund 60 anwesenden Mitglieder haben dabei auch über die politische Zukunft ihrer Fraktionsvorsitzenden und langjährigen Galionsfigur Laura Halding-Hoppenheit abgestimmt. Nachdem ihr der Kreisvorstand den vermutlich noch aussichtsreichen Platz 3 verwehrt hatte, verzichtete sie kategorisch darauf, überhaupt auf der Liste zu erscheinen und kündigte eine Kampfkandidatur um eben diesen dritten Platz an. Den verteidigte aber die parteilose Manja Reinholdt souverän mit 76,4 Prozent der Stimmen. Reinholdt (50) arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin und ist Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Stuttgarter Schulen. Mit ihr wollen die Linken „ein Zeichen der Erneuerung“ setzen.
Laura Halding-Hoppenheit ist überall bekannt
Laura Halding-Hoppenheit, die durch ihre Rolle als Gastronomin und den Einsatz für die Rechte von Homosexuellen und Aidskranken einen großen Bekanntheitsgrad besitzt, kündigte zwar an, keinen Streit vom Zaun brechen zu wollen. Sie macht es aber wie Sahra Wagenknecht: Sie verlässt die Partei, um eine eigene Liste zu gründen, „mit der ich meine Projekte im Gemeinderat weiterbetreiben kann“.
Parteifreunde haben ihr vor allem übel genommen, sich im OB-Wahlkampf für den CDU-Kandidaten Frank Nopper stark gemacht zu haben. Den Fraktionsvorsitz will sie nicht abgeben, sie geht auch nicht davon aus, dass sie dazu aufgefordert werde. Zu den meisten Fraktionskollegen pflege sie ein vertrauensvolles Verhältnis.
Tiarks und Pantisano führen die Liste an
Als Spitzenkandidatin wurden die 41-jährige Lehrerin für Pflegeberufe und Stadträtin, Johanna Tiarks (81,6 Prozent), gewählt, die vor zwei Jahren für Tom Adler nachgerückt war. Dahinter folgt der 44-jährige Stadtplaner und Architekt Luigi Pantisano (81,1). Er stand 2019 noch auf der Liste von Stuttgart-Ökologisch-Sozial (SÖS). Die Linke will Stuttgart zu einer „sorgenden Stadt“ umgestalten, mit ausreichend und gut bezahltem Personal in Kitas und Pflegeeinrichtungen, in Ämtern und in allen Bereichen der Daseinsvorsorge. Außerdem setze sie sich für bezahlbaren Wohnraum und eine klimagerechte Mobilitätswende ein.