Hochwasser, Geröll in der Schifffahrtsrinne, zu starke Strömung und statische Probleme: Der Rückbau der beiden Hauptträger war ein Kraftakt mit einigen Hindernissen. Doch nach 70 Jahren ist die Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt endgültig Geschichte. Der Abbruch des maroden Bauwerks, das im Mai 2022 für den Verkehr geschlossen werden musste, ist am Montag erfolgreich abgeschlossen worden.
Am Nachmittag hat der Raupenkran das rund 90 Tonnen schwere Reststück des verbliebenen Brückenträgers herausgehoben und auf ein Binnenschiff verladen. Das größere, knapp 50 Meter lange Teil war bereits am Sonntagabend mittels einer Seilsäge abgetrennt, auf eine schwimmende Plattform abgelassen und abtransportiert worden.
Interimsbrücke kostet 2,12 Millionen Euro
Der mithilfe der Spezialfirma Max Wild ausgeführte Rückbau ging am Wochenende wie geplant über die Bühne. Kleinere Verzögerungen ergaben sich laut Tiefbauamt, weil sich das 50-Meter-Teilstück beim Absenken auf die Schwimmplattform an einer Seite verkeilt hatte, was einen weiteren Teilschnitt erforderlich machte. Danach war das Problem behoben. Die Betonteile werden nun nach Plochingen gebracht, wo eine Spezialfirma das Recycling des Betons und der darin liegenden Armierungen übernimmt.
Sobald die restlichen Arbeiten erledigt sind, startet das Projekt „Behelfsbrücke“. Diese soll an gleicher Stelle errichtet werden – allerdings wird sie nur für Radfahrer und Passanten benutzbar sein. Vor allem das bürgerliche Lager des Gemeinderats hatte hier die Hoffnung, dass eine autogerechte Interimsbrücke errichtet werden könnte. Laut dem Tiefbauamt ist das nicht möglich, da es auf der Seite der Neckartalstraße nicht genügend Fläche für eine Zu- und Abfahrtsrampe gibt. Das Interimsbauwerk schlägt mit rund 2,12 Millionen Euro zu Buche und soll frühestens im Frühjahr 2025 fertig sein.