Der Rückbau der maroden Rosensteinbrücke, die seit Mai 2022 für Autos, Lastwagen und Stadtbahnen voll gesperrt ist, geht in die letzte Phase. Der noch verbliebene Hauptträger soll in der Zeit von Samstag, 29. Juni, bis Dienstag, 3. Juli, zurückgebaut werden. Allerdings nur dann, wenn das Wetter mitspielt. Bei Unwetter, Wellengang oder Hochwasser können die Arbeiten aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden.
Für die Schifffahrt gesperrt
An den Modalitäten für den geplanten Rückbau am Wochenende halten das Tiefbauamt, die Abbruchfirma Max Wild sowie die Wasserschifffahrtsbehörde fest: Auch der zweite Brückenträger wird mit schwimmenden Plattformen vom Neckar aus demontiert und schwimmend abtransportiert. Für diese Arbeiten wird der Neckar auf Höhe der Rosensteinbrücke für den Schiffsverkehr ab dem 29. Juni (18 Uhr) voll gesperrt.
In der darauffolgenden Nacht wird die schwimmende Plattform unter dem Hauptträger positioniert und mit Spannseilen am Ufer gesichert. Anschließend werden die Gerüsttürme mit den Hubeinrichtungen unter dem Hauptträger ausgerichtet.
Riesige Betonsägen
Am Montag, 1. Juli, beginnen die Betonsägearbeiten, um den Hauptträger herauszuschneiden. Am Abend wird ein 50-Meter-Stück des Trägers von den Gerüsttürmen auf die Plattform abgelassen, dort fixiert und abtransportiert. Wie beim ersten Träger wird der Neckar-Wasserspiegel auch diesmal durch einen Aufstau des Flusses am Stauwehr in Hofen zur Unterstützung leicht angehoben. In der Nacht zum Dienstag hebt der Raupenkran das noch verbliebene 20-Meter-Reststück des Brückenträgers aus.
Verläuft alles nach Plan, wird der Neckar am 2. Juli morgens für die Schifffahrt wieder freigegeben. In den darauffolgenden Tagen wird der auf dem Ponton liegende Hauptträger zersägt und in ein bereitliegendes Schiff gehoben. Das Schiff transportiert die einzelnen Betonelemente nach Plochingen. Dort wird der Beton und dessen Armierungen wiederverwertet.
Interimsbrücke an gleicher Stelle
Sobald der Rückbau abgeschlossen ist, startet das Projekt „Behelfsbrücke“. Sie soll an gleicher Stelle errichtet werden – allerdings wird sie nur für Radfahrer und Passanten nutzbar sein. Vor allem das bürgerliche Lager des Gemeinderats hatte hier die Hoffnung, dass eine autogerechte Interimsbrücke errichtet werden könnte. Laut Tiefbauamt ist das jedoch nicht möglich, da es auf der Seite der Neckartalstraße nicht genügend Fläche für eine entsprechend große Zu- und Abfahrtsrampe gibt. Während das Behelfsbauwerk rund 2,12 Millionen Euro kosten wird, wurde der Abbruch der Rosensteinbrücke mit insgesamt 9,5 Millionen Euro beziffert. Bei dieser Summe wird es wegen des mehrmaligen Verzugs sicher nicht bleiben. Wie hoch die Mehrkosten sein werden, kann die Stadt noch nicht beziffern. Am Dienstag, 2. Juli, will das Tiefbauamt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik über die nächsten Schritte informieren. Doch nicht nur die geplante Interimsbrücke, auch die Umgestaltung der angrenzenden Uferflächen stehen dann auf der Tagesordnung.