Stuttgarts Soulkitchen mit Lisa Bock auf Brot

Von Tanja Simoncev 

Backen, brutzeln oder braten: In Stuttgarts Soulkitchen wird kreiert was das Zeug hält. Und weil jeder gerne isst, gibt's von uns feinste Rezepte frei Haus - frisch serviert mit passendem Musik-Track. Diesmal: Cooking Sound mit Lisa Schölzel.

Foodbloggerin Lisa Schölzel kocht und backt leidenschaftlich gern und schreibt darüber auf Whats cooking, Lisa?. Foto: Lisa Schölzel 3 Bilder
Foodbloggerin Lisa Schölzel kocht und backt leidenschaftlich gern und schreibt darüber auf "What's cooking, Lisa?". Foto: Lisa Schölzel

Stuttgart - "What's cooking, Lisa?" ist ein Foodblog, der ganz locker, leicht und lässig daherkommt, ebenso wie die Formulierung selbst, die übersetzt so viel wie "Was geht ab, Lisa?" bedeutet. Diese Doppeldeutigkeit hatte Lisa Schölzel sofort begeistert und der Name für ihren Blog war geboren. Das war damals in Australien, wo der 24-jährige Sonnenschein ein halbes Jahr verbrachte. Zurück kam sie nicht nur gut gebräunt, sondern auch mit einer Mission Possible: "Ich mache jetzt worauf ich Bock habe und auf den Blog habe ich richtig Bock." Seitdem wird so richtig viel gekocht, gebacken und sich mit Essen auseinandergesetzt - und mindestens genauso gern darüber geschrieben. "Ich habe vor Jahren in Böblingen, wo ich aufgewachsen bin, einen Food-Journalisten kennengerlent, von dem ich viel gelernt habe. Nach meinem Studium hat sich daraus ein richtig großer Job ergeben", erinnert sich Lisa, die mittlerweile im Stuttgarter Westen wohnt, mit einem Lächeln zurück.

Und zwar: Lokal - das Kochexperiment. "Da reisen wir jeden Monat in einen Ort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und suchen regionale Lebensmittelanbieter und -produzenten. Das hat mir, was das Essen angeht, die Augen geöffnet." Die freiberufliche Food-Journalistin sei "voll die Bio-Tante" geworden und lege einfach Wert darauf, wo ihr Essen herkomme. Kein Wunder zeichnen sich Lisas Gerichte durch frische, regionale Zutaten aus, sind oft fleischlos und kommen unverschnörkelt, natürlich daher. Ohne viel Schischi, dafür aber mit einer gesunden Einstellung: "Jeder sollte das essen, worauf er Bock hat, das ist das Beste, was man tun kann."

Na dann, auf geht's: Lisa, leg' los.

Rezept für: No-Knead Bread

Ich bin ganz zufällig über dieses Rezept gestolpert: ein No-Knead Bread, also ein Brot, das ohne langes Teigkneten auskommt. Ich verliere mich in letzter Zeit ziemlich oft in kulinarischen Videos, zwischen den einzelnen Zubereitungsschritten, den Einblicken in die privaten Küchen der besten Köche und Köchinnen der Welt und den eigentlich so simplen Tricks der Profis. Das Geheimnis bei diesem Rezept ist der geringe Anteil an Hefe im Vergleich zu Mehl, eine sehr lange Gehzeit von mindestens 12 Stunden und ein unglaublich heißer Bräter. Ein Bräter kostet ein bisschen, lohnt sich aber, weil man darin Gulasch, jegliche Art von Braten, dieses Brot und noch unendlich viele andere Gerichte ohne viel Aufwand zaubern kann.

Das Video, in dem der bekannte "New York Times"-Food-Autor Mark Bittman den Bäcker Jim Lahey in seiner Backstube besucht, könnt ihr euch hier anschauen. Es ist wirklich so einfach wie es aussieht. Im Grunde genommen macht die lange Ruhezeit die ganze Arbeit und ihr habt mit ein bisschen Geduld einen zähen Teig, der Fäden zieht und lauter Bläschen gebildet hat. Hier also ein schnelles Rezept für ein Brot mit krachender Kruste und schönen großen Luftlöchern - wie es sich gehört.

Zutaten: (für 1 Brotlaib) 

3 Tassen Mehl (geht auch gut mit Dinkel)

1/4 TL Trockenhefe

1,5 TL Salz

1,5 Tassen Wasser Mehl

Zubereitung: 

Hefe und Salz in einer großen Schüssel mit der Hand vermischen. Wasser dazugeben und wirklich nur ganz kurz mit einer Hand verrühren, bis sich die Zutaten ungefähr vermischt haben. Über Nacht, mindestens 12 Stunden, mit einem Geschirrtuch abgedeckt gehen lassen. Nach der Gehzeit den Ofen auf höchste Stufe stellen und den Bräter direkt hineinstellen. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und einmal von jeder Seite in die Mitte falten. Auf einem Geschirrtuch mehr Mehl oder besser Weckmehl verstreuen und den Teig mit der Nahtseite nach unten darauf legen. Weckmehl drüber und mit den Tuchenden zudecken bis der Ofen aufgeheizt ist. Den Brotteig in den Bräter legen, Deckel drauf und 30 Minuten backen. Dann den Deckel entfernen und weitere 15 Minuten im Ofen lassen bis eine dunkle Kruste entsteht. Am besten noch warm mit frischer Butter, selbstgemachte Marmelade oder Avocado bestreichen.

Mein aktueller Cooking-Sound ist:

 

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