Stuttgarts Soulkitchen mit Alessandra Bei dieser Tarte gilt: Die Mischung macht's

Von Tanja Simoncev 

Bei Alessandra Coronato gilt: Die Mischung macht's. Die 24-Jährige mit kroatischen und italienischen Wurzeln kocht gern und viel und am liebsten unkonventionelle Kombinationen. Kein Wunder kredenzt sie für diese Soulkitchen eine ganz außergewöhnliche Tarte mit mediterranem Beigeschmack. 

Bei Alessandra Coronato machts die Mischung: Die 24-Jährige mit kroatischen und italienischen Wurzeln kocht gern ausgefallene Gerichte. Foto: Niklas Heinzerling 7 Bilder
Bei Alessandra Coronato macht's die Mischung: Die 24-Jährige mit kroatischen und italienischen Wurzeln kocht gern ausgefallene Gerichte. Foto: Niklas Heinzerling

Stuttgart - Alessandra Coronato ist der Sonnenschein von nebenan. Geboren und aufgewachsen in Böblingen, lebt die 24-Jährige heute liebend gern im Stuttgarter Westen und tänzelt lächelnd durch die Gegend. Ihre WG kann sich glücklich schätzen. Denn die Halb-Italienerin (und Halb-Kroatin) kocht jeden Tag - zumindest wenn die Zeit es zulässt. Nach ihrem Studium "Werbung und Marktkommunikation" an der Hochschule der Medien sei sie direkt bei der Agentur "Die Wegmeister" in die Arbeitswelt eingetaucht - deshalb gilt nun immer öfter: Chillmodus an, Kochaction und damit Herd aus. "In unserer WG wird aber immer sonntags gekocht, die Jungs machen ein Gericht und die Mädels ein anderes - da ergänzen wir uns super."

Italien vs. Kroatien

Und wann fing das mit dem Kochen an? "Ich habe die Leidenschaft dafür von beiden Elternteilen. Meine Mama ist Kroatin, hat aber immer viel in der Küche herumexperimentiert. Mein Papa ist der Kontrast dazu, er ist Italiener und sehr strikt, was die Auswahl der Gerichte angeht", berichtet Ale schmunzelnd. Ihr Daddy habe als ältester von sieben Geschwistern alles von ihrer Nonna übernommen, koche ganz einfach, aber auch "so gut". "Seine Lasagne ist legendär, die haben sich alle meine Freunde immer zum Geburtstag gewünscht." Und das habe Alessandra von klein auf geprägt, genauso wie Pasta oder Tomatensauce mit der Nonna selbst zu machen. 

Hauptsache ausgefallen

"Es ist schwer zu sagen, welche Küche mich mehr beeinflusst hat. Ich experimentiere viel, koche gern mal was Neues, aber die italienische Küche hat da schon ihre Spuren hinterlassen, genauso wie die kroatische." Wenn die 24-Jährige selbst kocht, dann darf es gern etwas Besonderes und auch Ausgefalleneres sein. "Fenchel finde ich immer ganz gut, Avocado-Rucola-Pesto mache ich auch gern selbst. Ich mag Kombinationen, die einfach ein bisschen unkonventioneller sind, so wie Topinambur zum Beispiel." Im zweiten oder dritten Semester habe sie mit einer Kommilitonin deshalb auch einen Food-Blog starten wollen, "aber es ist beim Wunsch geblieben." Nichtsdestotrotz ist Ale zum Bloggen gekommen. Seit einem halben Jahr mischt sie beim 0711blog mit und verleiht so ihrer zweiten Leidenschaft, dem Schreiben, auf kreative Weise Ausdruck.  

Sie schreibt, tanzt und lächelt wie keine Zweite, jetzt wird aber erstmal gekocht. Los geht's.

Rezept für: Torta rustica ai peperoni con noci e capperi (Paprika-Cashew-Tarte mit Kapern)

Wie so oft im Leben, ist es auch bei diesem Gericht so: Die Mischung macht’s. Diese Tarte vereint die besten Zutaten meiner italienischen und kroatischen Wurzeln und bekommt durch die Cashewnüsse neben der traditionellen, auch eine moderne Note. Genau aus diesem Grund gehört sie auf die Liste meiner „piatti preferiti“ (Lieblingsgerichte).

Zutaten: (für 4 bis 5 Personen) (26 cm Ø Form)

Für den Teig:

330 g Dinkelmehl

150 g Margarine mit Meersalz

1 Prise Salz

80-100 ml Wasser

Für den Belag:

1 EL Olivenöl

1 Knoblauchzehe

2 Paprikaschoten (rot und gelb)

40 g getrocknete Tomaten in Öl

40 g Kapern

100 g Cashewnusskerne

1 TL Aceto balsamico bianco (Weißweinessig)

200 ml Wasser

3 Thymianzweige

Salz & Pfeffer

Für die Deko:

6 Thymianzweige

Eine Hand voll Kapernäpfel

Zubereitung:

Schritt 1:

Für den Teig das Dinkelmehl solange mit Margarine-Flocken und dem Wasser vermengen, bis eine homogene Masse entsteht. Teig in Frischhaltefolie einpacken und etwa für eine Stunde in den Kühlschrank damit.

Schritt 2:

Während der Teig sich eine Auszeit gönnt, die Paprika für den Belag längs halbieren, entkernen und in Streifen schneiden. Den Knoblauch und die Blätter von zwei Thymianzweigen fein hacken. (Die restlichen Zweige für später beiseitelegen). Die getrockneten Tomaten aus dem Ölbad nehmen, abtropfen lassen und in Streifen schneiden.

Schritt 3:

Ein wenig Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Paprikastreifen und den Knoblauch etwa 3 Minuten darin andünsten. Die getrockneten Tomaten und die Kapern aus dem Glas untermischen, mit Salz und Pfeffer würzen und die Pfanne von der Herdplatte nehmen.

Schritt 4:

Den Backofen auf 200°C (Umluft) vorheizen. Eine Form mit Olivenöl einfetten. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Fläche ausrollen und anschließend die Form damit auslegen. Den Boden und die Ränder mehrmals (!) mit einer Gabel einstechen und im Ofen auf der mittleren Schiene ca. 7 Minuten ohne Belag vorbacken.

Schritt 5:

In der Zwischenzeit die Cashewnüsse mit dem Weißweinessig und 200 ml Wasser glatt pürieren und den gehackten Thymian untermischen. Mit ein wenig Pfeffer und Salz abschmecken. Die Tarte aus dem Ofen nehmen und mit dem Gemüse und der Cashewnuss-Sauce belegen. Weitere 35 bis 40 Minuten backen. Kurz vor dem Herausnehmen mit den restlichen Thymianzweigen garnieren.

Schritt 6:

Die fertige Tarte aus dem Ofen nehmen und die Kapernäpfel nach Belieben darauf verteilen. Buon appetito. 

Musik-Beilage:

Bei der Zubereitung darf ein wenig musikalische Unterstützung vom guten Lucio natürlich nicht fehlen:

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