Stuttgarts Soulkitchen mit Justin Ein minimalistisches Rezept mit asiatischem Beigeschmack

Von Tanja Simoncev 

Justin Demafelis kam vor vier Jahren aus New York City nach Stuttgart und ließ im Städtle seine Leidenschaft für's Kochen wiederaufleben. Der 28-Jährige verrät in dieser Soulkitchen das Rezept seiner philippinischen Tante Nik Nik. 

Kreativ-Koch Justin Demafelis kocht am liebsten mit asiatischen Zutaten, könnte sich aber auch vorstellen, ein Restaurant mit deutscher Küche in New York City aufzumachen. Foto: privat 6 Bilder
Kreativ-Koch Justin Demafelis kocht am liebsten mit asiatischen Zutaten, könnte sich aber auch vorstellen, ein Restaurant mit deutscher Küche in New York City aufzumachen. Foto: privat

Stuttgart - From New York City to Benztown: Justin Demafelis tauschte vor vier Jahren das wild Life im Großstadtdschungel gegen die swabian Madness der Mini-Metropole ein. Warum? Wegen Love at first sight - seinem Partner, der ihm in NYC begegnet war. Aber hier angekommen, konnte er auch dem Städtle zumindest auf den zweiten Blick so einiges abgewinnen. Der studierte Grafik-Designer fühlte sich hier sofort wohl, widmete sich der deutschen Sprache und jobbte sich ein wenig durch die schwäbische Gegend. Doch schnell war klar, da muss noch was kommen. "Denn mein Traum war es schon immer zu kochen", so der 28-Jährige, der in Chinatown groß geworden ist.

But first: Kreativ-Kochen

Für sein Marketing- und Grafik-Design-Studium hatte sich Justin aus eigenem Antrieb entschieden, um einen Back-Up-Job in der Tasche zu haben, aber im Grunde gab es nie etwas anderes neben dem Kochen. "Meine Mama hat immer gesagt: Du hast schon mit vier Jahren gekocht. Und ich weiß auch noch wie ich ihr und meiner Oma immer beim Zubereiten von Gerichten über die Schulter schaute. Heute kann ich sagen, dass ich vor allem auch deshalb Koch geworden bin." Dabei prägten ihn zum einen seine asiatischen Wurzeln - seine Mama ist Chinesin, sein Papa von den Philippinen - aber auch NYC mit seiner großen Gastro-Szene hinterließ bleibenden Eindruck.

Und nun pflegt der Kreativkopf außerdem noch eine große Leidenschaft für die deutsche Küche. Da er seine Ausbildung bei Benjamin Breitenbach machte, fand er Gefallen an typisch deutschem, schwäbischem Essen. "Aber dann wollte ich mehr mit der Kunst am Kochen zu tun haben und deshalb in die Sternegastronomie. Dort kann man einfach ein bisschen kreativer, minimalistischer arbeiten und das mag ich. Sicherlich spricht da auch der Grafik-Designer aus mir."

Deshalb fing Justin wohl schon während seiner Ausbildung vor zwei Jahren an, das Anrichten auf dem Teller zu üben. Sein Partner, der selbst auch sehr kreativ ist, hatte Lust mitzumachen und so entstand das Instagram-Profil "We do plates" und damit ein kleines Battle der beiden, wer mehr Likes bekommt. Justin will den Menschen damit aber vor allem zeigen, dass man auch zu Hause kreativ kochen und was Cooles auf den Teller zaubern kann. Und das am liebsten mit asiatischen Zutaten, "weil man damit so viel machen und herum experimentieren kann." Das sei in der deutschen Küche schwieriger. 

Zu Gast beim Open Dinner

"Irgendwann", so Justin, "möchte ich ein eigenes Restaurant haben." Wenn er hier in Deutschland bleibt, dann wahrscheinlich eines mit asiatischer Küche. Sollte er zurück nach NYC gehen, könnte er sich auch einen Laden mit deutscher Küche vorstellen. Diesen Donnerstag (und am 8. Dezember) wird aber erstmal beim Open Dinner gekocht. Und der 28-Jährige weiß schon wie der Hase läuft - schließlich war er bereits letztes Jahr im Café Bohème Gast-Koch. Deshalb ist die Freude groß, auch bei Gastgeberin Valerie Hoffmann vom Oben Studio: "Justin kocht fantastisch und überrascht uns jedesmal aufs Neue mit seinen coolen Menüs." Was jedoch diesmal auf dem Teller landet, wird noch nicht verraten.

Dafür gibt's von Justin jetzt aber das Rezept für ein philippinisches Gericht seiner Tante Nik Nik.

Rezept für: Afritada (Geschmortes Hähnchen mit Paprika und Kartoffeln)

Zutaten:

1 ganzes Hähnchen zerlegt (oder 4 Hähnchenkeulen)

1 Paprika, in Streifen geschnitten

1 Zwiebel, in Streifen geschnitten

1 Knoblauchzehe, gehackt

240 g Passierte Tomaten

250 ml Geflügel Fond

1 EL Fischsauce

3 Lorbeerblätter

15 Drillinge Kartoffeln

Salz

Pfeffer

Öl

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 C vorheizen. Die Hähnchenteile mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einem Brattopf vorheizen und die Hähnchenteile goldbraun braten und dann zur Seite legen.

Den Knoblauch und die Zwiebel im gleichen Topf glasig sautieren. Die Hähnchenteile wieder in den Topf geben.

Den Geflügel Fond, passierte Tomaten, Fischsauce und Lorbeerblätter dazugeben und alles zum Kochen bringen. Im Ofen für 1 Stunde schmoren lassen. Ab und zu die Hähnchenteilen mit der Sauce begießen. Die Paprikastreifen 10 Minuten vor Ende dazugeben.

Die Drillinge-Kartoffeln mit Öl, Salz und Pfeffer würzen und im Ofen 30 Minuten gleichzeitig mit den Hähnchen rösten.

Tipp: Ohne Deckel schmoren damit die Hähnchenteile besser Farbe bekommen.

Musik-Beilage:

Ich war im November mit meinem Partner in Kopenhagen bei einem James Vincent McMorrow-Konzert. Seitdem läuft “Rising Water” “on Repeat” bei uns.

Unsere Empfehlung für Sie