Stadtkind Stuttgart

Stuttgarts Soulkitchen mit Marco Pasta mit gegrillten Tomaten

Von Tanja Simoncev 

Pasta mit Tomaten-Soße geht immer. Das findet auch der Stuttgarter Koch Marco Cannizzo, der gerade Zeit in Sizilien verbringt und den italienischen Klassiker für die Soulkitchen mal anders auf den Teller zaubert - es braucht nur einen Grill.  

Der Klassiker Pasta mit Tomatensoße mal anders: Und zwar mit Reginette und einer Soße aus gegrillten Tomaten. Foto: Marco Cannizzo 4 Bilder
Der Klassiker "Pasta mit Tomatensoße" mal anders: Und zwar mit Reginette und einer Soße aus gegrillten Tomaten. Foto: Marco Cannizzo

Stuttgart - Kochen ist sein Ding, sein Leben, seine Leidenschaft: Marco Cannizzo liebt die Arbeit in der Küche, schnibbelt genauso gern Kartoffeln wie er Hummer zum köcheln bringt. Vor rund einem Jahr beendete der 27-Jährige seine Ausbildung zum Koch und sah sich auf dem richtigen Weg. "Ich finde es sinnvoll, meine Zeit damit zu verbringen - wenn ich koche, dann habe ich den Tag für mich richtig genutzt", betonte er schon damals. Klar, dass Marco auch jetzt noch jede freie Minute in der Küche verbringt. 

Vom DJ-Pult an den Herd

Angefangen hat übrigens alles vor etwa fünf Jahren. Da kam Marco aus Besigheim nach Stuttgart - im Zuge seines Studiums "Soziale Arbeit". Über Fotograf Daniel Trautwein und die Vorliebe Hip-Hop zu spreaden, landete er in der Bar Mata Hari, wo er immer wieder auflegte. "Schließlich fing ich an, dort im Lager und als Abräumer zu arbeiten, ich half in der Küche aus und kochte die kleine Karte mit einfachen Gerichten." Die Nudel-Gerichte habe er ganz nebenbei bei seinem Vater, der aus Sizilien stammt, abgeschaut, die klassisch schwäbischen Koch-Geschichten bei seiner Mama. 

Nach der Koch-Ausbildung in einem Cannstatter Hotel waren die Vorhaben und Ziele groß. "Ein paar Sterne-Küchen möchte ich unbedingt abklappern, weil ich noch mehr über Nahrung erfahren möchte", hieß es im Herbst 2016. Marco wollte und ging nach Berlin und verbringt nun schon Monate in Sizilien. Ganz nach seinem Leitsatz: "Die Passione muss am Leben bleiben, sonst ergibt das alles keinen Sinn", sendet der herzliche Kreativkopf noch herzlichere Grüße aus Italien - und dieses Rezept. 

Rezept für: Reginette mit Soße aus gegrillten Tomaten

Reginette sind eine Form von Pasta, die in Sizilien verbreitet ist. Hier wird sie meistens mit einer Soße aus Fleisch (Ragout) gegessen. Das folgende Rezept ist zwar fleischlos, steht der Variante mit Fleisch jedoch in nichts nach.

Zutaten (für 2 Personen):

- 6 reife Flaschen-Tomaten (am besten vom lokalen Bauer und in der Saison)

- 160g Reginette (Spaghetti oder Tagliatelle sind auch moeglich)

- Salz/Pfeffer

- Knoblauch

- frischer Basilikum

Zubreitung:

Ihr braucht einen Grill - mit Holz angefeuert. Keine Brickets und keine Kohle aus dem Supermarkt nehmen, da diese kein wirkliches Aroma mitsichbringen. Hier benutzen die meisten das Holz von Orangenbäumen. Holz mit vergleichbarem Brennverhalten ist sicherlich auch in bella Germania zu finden. Informiert euch!

1. Grill anfeuern. Bitte Geduld haben. Es muss wirklich sehr heiss sein.

2. Hände waschen.

3. Tomaten waschen, trocknen und von allen Seiten grillen bis die Haut komplett oder größtenteils schwarz ist.

4. Nebenher die Pasta kochen. Timing ist alles, damit die Pasta zur selben Zeit fertig ist wie die Soße. Übung macht's.

5. Die gegrillten Tomaten abkühlen lassen und anschließend mit den Händen schählen. Die geschählten Tomaten in eine flache Schüssel geben und mit einer Gabel quetschen - bis sich eine grob gestückelte Soße ergibt.

6. Schmeckt das Ganze mit geriebenem Knoblauch, frischem Basilikum, Olivenöl und Salz/Pfeffer ab.

7. Gebt die Pasta mit einem Schaumlöffel direkt aus dem Topf in die Soße und vermengt das anständig.

8. Parmesanspalten drauf, e buono.

Musikbeilage:

Der Song dazu kommt von Sizzla und heißt "Thank You Mama". Es ist wundervoll zu sehen, wie viel Zeit die Menschen hier für das Kochen und Essen aufbringen. Es ist immernoch ein wichtiger Teil des Tages, sowohl für das soziale Beisammensein, als auch, um die Küche und Kultur zu feiern. Die Familie ist beisammen, die Mutter bereitet das Essen zu. Meine Oma ist 84 Jahre alt und schaut ihrer 60-jährigen Tochter beim nach Hause gehen hinterher, bis sie im Dunklen verschwindet. Diese Liebe, die bedigungslos, allgegenwärtig, spürbar und zu schmecken ist, könnte die einzig Wahre sein. #eatlocal #spendtimewithyourmother