Stuttgarts Soulkitchen mit Maren Curry macht Lust auf Urlaub

Von Tanja Simoncev 

Aus Kassel in den Kessel kam Maren Wiesner für ihr Studium und blieb aus Liebe zur Stadt und den Menschen. Und so mischt die Hobby- und vor allem Kreativ-Köchin nicht nur Stuttgart auf, sondern nun auch bei Stadtkinds Soulkitchen mit - mit einem Rezept für Kürbis-Curry, das Lust auf Urlaub macht.

Maren Wiesner ist aus ihrem Sri-Lanka-Urlaub nicht nur mit überwältigenden Eindrücken, sondern auch mit köstlichen Rezepten im Gepäck zurückgekommen - wie dem Kürbis-Curry. Foto: privat 5 Bilder
Maren Wiesner ist aus ihrem Sri-Lanka-Urlaub nicht nur mit überwältigenden Eindrücken, sondern auch mit köstlichen Rezepten im Gepäck zurückgekommen - wie dem Kürbis-Curry. Foto: privat

Stuttgart - Was Maren Wiesner so macht? Zunächt einmal "kreativ sein in vielerlei Hinsicht". Sie schreibt für den 0711blog, tanzt Jazz und Modern und werkelt DIY-mäßig vor sich hin - am liebsten in ihrer eigenen Kreativschmiede a.k.a. zu Hause im Zentrum der Macht, äh, Stadt. Die 27-Jährige steht nie still, schwingt sich auf ihr Bike, erkundet Stuttgarts Ecken und Kanten und auf Reisen ferne Länder - mit offenen Augen, Freude am Leben, stets open-minded.

Kessel statt Kassel

Für ihr Studium an der Hochschule der Medien kam sie schweren Herzens aus Kassel in den Kessel, aber blieb trotz Abschluss. Warum? "Weil ich mein Herz an der Stadt und den Menschen verloren habe. Also bin ich geblieben und will hier leben - zumindest kann ich mir gerade keinen anderen Ort dafür vorstellen." Und so wird das Städtle weiter aufgemischt und in Stuttgarts Soulkitchen lockerflockig mitgemischt. Denn Maren hat schon immer gern gekocht.

"Da ich eine Zeit lang als Flugbegleiterin unterwegs war, habe ich mich schon durch die halbe Welt gefuttert. Noble Hotelübernachtungen und ständig Essen gehen klingen vielleicht erstmal fancy, aber nicht selbst kochen zu können, hat mir damals sehr gefehlt." Doch es gab ein Highlight. "Lokale Spezialitäten und Gewürze vor Ort zu kaufen und mein heimisches Gewürzregal damit zu erweitern."

Maultaschen, Meditation, Miteinander

Wann und wie sie kocht, ist bei Maren Gefühlssache. "Aber auf jeden Fall mit viel frischem Gemüse und meistens vegetarisch. Ich mag es, gegensätzliche Zutaten miteinander zu kombinieren, wie etwa den Mix aus herzhaft und süß - das gibt den meisten Gerichten einen spannenden Twist." Und noch was lässt ihr Herz a bissle höher schlagen - die deftige, schwäbische Küche. "Maultaschen, Käsespätzle und Co. gehen einfach immer."

Beim Kochen aber bitte den angenehm stillen Kreativkopf nicht stören, denn dabei wird abgeschalten. "Wenn ich koche, denke ich an rein gar nichts anderes – das ist fast wie meditieren. Deshalb stehe ich gerne auch mal alleine hinterm Herd." Beim Essen kann es Maren dafür nicht gesellig genug zugehen - am liebsten mit der ganzen WG, Freunden oder der Familie an einem Tisch versammelt.

Rezept für: Sri Lanka Wattakka (Kürbis-Curry) mit Sambol und Parippu

Von meiner diesjährigen Sri Lanka-Reise bin ich nicht nur mit überwältigenden Eindrücken, sondern auch mit köstlichen Rezepten im Gepäck zurückgekommen. „Rice and Curry“ gibt es auf der sogenannten "Gewürzinsel" gerne morgens, mittags und abends. Langweilig wird’s trotzdem nicht, denn: Ein Curry kommt auf Sri Lanka selten allein. Für gewöhnlich wird der Tisch reichlich gedeckt – mit den unterschiedlichsten Currys. Dazu gibt es Coconut Sambol, Parippu (Dhal) und Papadam (knusprige Cracker aus Linsenmehl). Passend zur Jahreszeit habe ich mich für ein Kürbis-Curry entschieden.

Zutaten:

Für das Kürbis-Curry:

250g Kürbis

1 TL Ghee (oder Butter bzw. Öl)

1 mittelgroße Zwiebel

2 Knoblauchzehen

2 grüne Chilischoten (je nach Schärfegrad)

1 Zweig Curryblätter

1 kleines Stück Zimtstange

½ TL Kurkumapulver

1 TL Chilipulver

1 TL Senfkörner

1 TL geröstetes Currypulver

350 ml Kokosmilch

Salz

Für das Parippu:

1 TL Ghee (oder Butter bzw. Öl)

1 mittelgroße Zwiebel

1 Knoblauchzehe

½ grüne Chilischote (je nach Schärfegrad)

1 große Tomate

¼ TL Kurkumapulver

½ TL Chilipulver

½ TL Currypulver

1 Zweig Curryblätter

200 g rote Linsen

400 ml Kokosmilch

ca. 150 ml Wasser

Salz & Pfeffer

Für das Coconut Sambol:

1 Kokosnuss

½ rote Chilischote

1 TL Chilipulver

1 Tomate

1 kleine rote Zwiebel (oder Schalotte)

1 Limette

Salz & Pfeffer

Dazu passt: Reis Papadam & Mango Chutney. Für die vegane Variante einfach Ghee bzw. Butter durch pflanzliches Öl ersetzen.

Zubereitung:

Schritt 1: Für das Curry den Kürbis waschen (bei Bedarf schälen), Kerne entfernen und in Stücke schneiden. Zwiebel, Knoblauchzehen und Chilis klein schneiden. Anschließend mit allen Gewürzen inklusive Curry-Blätter und Zimtstange in etwas Ghee (bzw. Butter oder Öl) anschwitzen. Den Kürbis dazu geben und ein paar Minuten mitbrutzeln. Nun die Kokosmilch hinzufügen und das Ganze bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist (ca. 15 Minuten). Mit Salz abschmecken, fertig.

Schritt 2: Für das Parippu die Tomate würfeln sowie Chili, Zwiebel und Knoblauchzehe klein schneiden. Zusammen mit den Gewürzen und den Curry Blättern in etwas Ghee (bzw. Butter oder Öl) andünsten. Die Linsen hinzugeben, ein paar Minuten mit anbraten und mit der Kokosmilch auffüllen. Auf niedriger Stufe köcheln lassen, bis die Linsen so weich sind, dass sie fast zerfallen (ca. 20 Minuten). Zwischendurch immer wieder umrühren und falls nötig etwas Wasser hinzugeben. Am Ende mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schritt 3: Für das Sambol die Kokosnuss halbieren (indem man mit der Rückseite eines schweren Messer solange auf die Mittellinie der Kokosnuss schlägt und sie dabei dreht, bis sie sich öffnet) und das Fruchtfleisch (im Mixer) kleinhacken. Chili und Zwiebel fein schneiden, die Tomate entkernen und würfeln. Anschließend alle Zutaten in eine Schale geben und gründlich miteinander vermengen. Mit dem Saft der Limette, Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken.

Schritt 4: Zwischenzeitlich den Reis entsprechend der Packungsanweisung zubereiten. Anschließend alles in kleinen Schälchen anrichten und genießen.

Schritt 5: Wer möchte, serviert dazu noch etwas Papadam. Die Zubereitung ist kinderleicht: Entweder den Linsen-Fladen wenige Sekunden in heißem Fett frittieren oder von beiden Seiten mit etwas Öl einpinseln und für ca. eine Minute auf höchster Stufe in der Mikrowelle erhitzen (bis es sich vergrößert hat). PS: Wer es rundum authentisch mag, isst mit den Fingerspitzen (der rechten Hand, die linke gilt als unrein). So entfalten sich die Aromen wohl am besten.

Musik-Beilage:

Musikalische Untermalung gibt’s von James Blake feat. Bon Iver. Weil auch diese Kombination genauso ungewöhnlich wie genial ist.