Stuttgarts Soulkitchen mit Tobi Linsen-Curry mit Liebe

Koch und DJ aus Leidenschaft: Tobi Grimm, der sich schon durch einige Küchen Stuttgarts gekocht hat und nun auch die Clubs als DJ aufmischen will.  Foto: Tobias Grimm 3 Bilder
Koch und DJ aus Leidenschaft: Tobi Grimm, der sich schon durch einige Küchen Stuttgarts gekocht hat und nun auch die Clubs als DJ aufmischen will. Foto: Tobias Grimm

Koch und DJ Tobi Grimm tut das, was er liebt, jeden Tag. Und weil das Würzen von Essen und Songs sein Ding ist, gibt's von ihm für unsere Soulkitchen ein authentisches Linsen-Curry mit passender Musik-Beilage - und einer Extra-Portion Liebe. 

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)
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Stuttgart - "Tu, was du liebst", lautet die Devise von Koch und DJ Tobi Grimm. Denn alles, was der 31-Jährige serviert, ob auf dem Silber-Tablett oder dem Plattenteller, ist mit dieser einen bestimmten Zutat angereichert: Liebe. Die gibt's ganz einfach obendrauf, so wie jede Menge Leidenschaft und Spaß an der Sache. Wenn der Stuttgarter nicht gerade am Fenster seiner Butze auflegt (wir berichteten), kocht er sich durch die Küchen dieser Stadt. Gerade ist er Küchenleiter beim Caterer "Genuss und Harmonie". Dort wird echtes Soulfood, handmade, ohne Zusatzstoffe und Convinience-Produkte, zubereitet - passt also perfekt in unsere Soulkitchen.

Im Gegensatz zur Auflegerei wurde das Interesse am Kochen bei Tobi schon in Kindertagen geweckt. In Omas Küche mischte er früh beim Spätzlemachen mit und lernte schnell selbst zu kochen. Kein Wunder egab eines das andere und der Wunsch, Koch zu werden, war geboren. "Koch wollte ich auch werden, weil man gute Möglichkeiten hat ins Ausland zu kommen." Doch zunächst trat er die Reise durch Stuttgarts Küchen an: Es ging vom Maritim Hotel, wo die Kochausbildung absolviert wurde, ins Hotel am Schlossgarten, wo er sich in drei Jahren hocharbeitete. Danach musste Abwechslung her, also ab ins Millenium Hotel und von dort ins Restaurant "Leib & Seele" im Bohnenviertel, das er miteröffnete. Zwei Jahre später sollte die Küche vom Mercedes-Benz-Museum aufgemischt werden und das nicht irgendwie, sondern als stellvertretender Küchen-Chef bei Sarah Wiener im Banket-Bereich. Später folgte die erste Luxus-Kantine bei IBM in Böblingen, mit Life-Cooking und einer neuen Erfahrung. Auch in der Kantine im Pressehaus hatte er jede Menge Spaß und Zeit, so konnte Tobi nebenbei im 87 in Bad Cannstatt Gas geben bis er bei seinem jetzigen Arbeitgeber landete.

Auflegen gleich würzen

Als Küchenleiter und dank Mediatoren-Ausbildung steuert der Sunnyboy nun die Stimmung und das ganze Team gekonnt. "Bin ich ruhig, ist mein Team ruhig, bin ich hektisch, ist mein Team hektisch, ich bin quasi der Dirigent, der den Takt angibt", so seine Erklärung. Grundsätzlich könne der Druck in der Küche für den ein oder anderen schon sehr hoch sein, man müsse sich da ein Ventil suchen, um den Kopf wieder frei zu kriegen. "Bei mir ist das auf jeden Fall die Musik und das Auflegen." Auflegen und Kochen seien für Tobi auch sehr ähnlich. Man nehme ein Lied, nehme den Bass und die Tiefen raus und die Höhen rein, "das ist wie beim Würzen. Nicht zu wenig, nicht zu viel, man muss da den richtigen Grad finden." Die Musik übe auch einen Einfluss darauf aus, wie man koche. "Wenn man Techno hört, würzt man z.B. viel extremer."  

Vor zwei Jahren hatte der tiefgründige Musikliebhaber viele bekannte DJs kennengelernt, sich Tipps und Connections klar gemacht. Das Equipment wurde nach und nach gekauft und er merkte immer mehr: "Beim Auflegen kann ich richtig abtauchen und abschalten." Die Feierei brachte Tobi in die Clubs, jetzt steht er selbst hinter dem DJ-Pult und spielt u.a. am 4. Oktober beim Tunesday im Planetarium.

Aber erstmal wird gekocht und das mit richtig viel Gewürzen. 

Rezept für: Linsen-Curry

Bei der Zubereitung habe ich einem indischen Koch über die Schulter geschaut und war sofort beeindruckt. Die einfache, aber doch auch krasse Kochweise durch die vielen Gewürze ist bombastisch und so authentisch. Ein wahre Geschmacksexplosionen - günstig, gesund und vegan.

Zutaten:

250gr Basmati Reis

200gr Tellerlinsen

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

30gr frischer Ingwer

1 rote Chillischote

3 Esslöffel Sonnenblumenöl

1 Esslöffel Curry

1Teelöffel gelbe Currypaste (Asia-Laden)

Wasser von eingeweichten Linsen ca. 0,5l

30gr Frischer Koriander

1Teelöffel

Zimt

Saft von einer halben Limette

1 Dose Kokosmilch Sojasoße

1 Halm Zitronengras

Sriracha Chilli-Soße (grüner Deckel)

1 Schnappsglas Sojasoße

1 Lauchzwiebel

Zubereitung:

Die Linsen 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen und in einem Sieb abtropfen lassen. Das Wasser von den eingeweichten Linsen aufheben, damit werden die Linsen gekocht. Im Einweichwasser sind die Mineralstoffe von den Linsen enthalten und die sollen ja unserem Körper gutes tun. Sollte so ein halber Liter ca sein. Zwiebeln, Knoblauch fein würfeln. Ingwer schälen Achtung Geheimtipp, versucht es mal mit einem Löffel. Funktioniert super. Dann den Ingwer reiben. Rote Chillischote putzen und in feine Ringe schneiden.

3El Öl in den Topf geben. Zwiebeln, Knoblauch zugeben und weich dünsten. Ingwer und Chilischote zugeben und kurz mitdünsten. Currypulver, Currypaste und Zimt dazugeben und auch kurz mit anschwitzen, nicht zu heiß sonst wird das Currypulver bitter:). Linsen zugeben und mit dem Einweichwasser und der Kokosmilch auffüllen. Bei mittlerer Hitze 25-30 Minuten garen.

Nebenher den Basmatireis abkochen, soll er nicht so klebrig sein vorher die Stärke mit kaltem Wasser abwaschen.

Zum Schluss den Koriander mit den zarten Stielen fein hacken. Die Hälfte vom Koriander und Abrieb von einer Limette sowie den Limettensaft, 5 Minuten vor Ende der Garzeit zu den Linsen geben. Mit Salz, Sojasoße und Honig abschmecken.

Eine kleine Schüssel oder Tasse mit ein wenig Öl einfetten und den Basmati Reis kräftig reinpressen dann umgestürzt auf dem Teller anrichten. Die Linsen an den Reis annapieren und mit der Sriracha Chillisoße dekorative Punkte oder Fäden ziehen. Aber vorsichtig, weil es scharf ist.

Das Curry mit dem restlichen Koriander und schräg geschnittener Lauchzwiebel und Limettensaft beträufelt servieren.

Musik-Beilage:

Weil ich bei ruhiger eletronischer Musik am kreativsten kochen kann, gibt's passend dazu Martin Kohlstedt mt "Ell".




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