Stuttgarts Torschützenkönige Blindes Verständnis und Vereinstreue
Torjäger Sinan Altay bleibt trotz des verpassten Aufstiegs beim VfL Stuttgart. Mit einem Spieler versteht er sich seit der Jugend nur durch Blickkontakt.
Torjäger Sinan Altay bleibt trotz des verpassten Aufstiegs beim VfL Stuttgart. Mit einem Spieler versteht er sich seit der Jugend nur durch Blickkontakt.
Wenn Sinan Altay und Halit Özcelik Blickkontakt aufgenommen haben, dann geht alles automatisch. Özcelik, gelernter Außenverteidiger und aktuell auf der Sechs beim VfL Stuttgart beheimatet, schlägt eine halbhohe Flanke in den Lauf von Stürmer Altay, der den Ball nur noch verwerten muss. „Wir spielen seit der Jugend zusammen und verstehen uns blind“, sagt Altay, der mit 35 Treffern zum zweiten Mal in Folge Torschützenkönig seiner Staffel wurde. Im vergangenen Jahr traf er in der Staffel 5 23 Mal, jetzt ging er für den VfL Stuttgart in der Staffel 1 auf Torejagd.
Gereicht hat es für den Aufstieg jedoch wieder nicht. Durch den Verzicht des Meisters FSV Waldenbene Stuttgart-Ost II bekamen die Cannstatter zwar noch mal die Chance über die Relegation, dort platzte der Traum jedoch durch das 2:4 gegen Reka Stuttgart. Trotzdem bleibt Altay auch in der kommenden Saison an Bord und möchte mit dem Team einen erneuten Anlauf in Richtung Kreisliga A nehmen. „Auch im vergangenen Jahr gab es Anfragen, ich bleibe aber hier, weil ich es als Hobby und Ausgleich neben der Arbeit sehe“, sagt der 30-Jährige, der als Sozialversicherungsfachangestellter bei einer Krankenkasse arbeitet.
Neben dem blinden Verständnis mit Özcelik funktionieren auch die Kurzpassombinationen mit den anderen beiden Mittelfeldspielern Volkan Okumus und Samet Yesil gut. Von ihnen in Szene gesetzt, schließt Altay gerne mit seinem stärkeren rechten Fuß ab. „Ich bin aber beidfüßig, nutze auch meinen linken Fuß gerne. Generell bin ich technisch und taktisch stark“, sagt der Torjäger. Nur an seinem Kopfballspiel müsse er noch arbeiten, gibt er zu.
Sein Coach Serdar Yesil sagt wie aus der Pistole geschossen über seinen Torjäger: „Er ist eiskalt und hat keinen Puls vor dem Tor.“ Trotzdem sei Altay ein „wahrer Teamplayer“, dem nicht wichtig sei, wer das Tor schießt, sagt der Trainer. Wie sein Vorgänger setzt er den einstigen Flügelspieler mit seinen herausragenden Qualitäten im Sturmzentrum ein.