Stuttgarts Torschützenkönige Der Altmeister lässt es krachen

Cüneyt Cakir erzielte 37 Tore für den TSV Mühlhausen II. Foto: Günter Bergmann

40 Jahre alt und noch lange nicht genug: Cüneyt Cakir vom TSV Mühlhausen II holte sich die Torjägerkrone in der Kreisliga B, Staffel 5.

Sport: Dominik Grill (grd)

Alter schützt vor Toren nicht: Was Cristiano Ronaldo in der Wüste eindrucksvoll unter Beweis stellt, gilt auch für Cüneyt Cakir. Der Stürmer des TSV Mühlhausen II – wie CR7 40 Jahre alt – ballerte sich mit 37 Treffern zum Torjägertitel der Staffel 5. „Er ist wie ein guter Wein, der mit dem Alter immer besser wird“, sagt der Trainer Florian Haufe über seinen Schützling. Damit spielt er auch auf die teils torarmen Jahre von Cakir an, der zuvor beim SC Stammheim II und dem SSV Zuffenhausen ein eher schlecht eingestelltes Visier hatte. „Dort hieß es: Er ist ein guter Stürmer, aber trifft das Tor nicht“, erzählt Haufe, „dann kam er zu uns und hat plötzlich angefangen, die Dinger zu machen.“ Die Erklärung liefert Cakir selbst: „Ich bin ein Wohlfühlspieler. Wenn es in der Mannschaft um mich herum stimmt, mache ich die Tore.“ Zuvor sei das mitunter nicht der Fall gewesen.

 

Bei Mühlhausen dagegen herrscht für den Altmeister Wohlfühltemperatur. Wenn er in seinem Element ist, eilt ihm der Ruf eines Knipsers mit Faible für Kunstschüsse voraus. „Unorthodoxe, schwierige Tore mache ich regelmäßig, aber die einfachen Dinger lass‘ ich oft liegen.“ Umso erstaunlicher: Sein Team schloss die zurückliegende Spielzeit lediglich als Sechster ab, stellt aber nicht nur den mit Abstand besten Schützen, sondern auch die zweitbeste Offensive der Liga. „Das Problem ist die Defensive“, stellt Cakir unumwunden klar.

Wenn es nach ihm und großen Teilen der Mannschaft geht, dürfen Aufstiegsträume gerne eben jene bleiben. „Auch aus privaten Gründen bleibe ich lieber in der Kreisliga B“, sagt der Familienvater, der bereits ein Angebot vom A-Ligisten SSV Zuffenhausen abgelehnt hat. Überhaupt plant der gebürtige Stuttgarter noch nicht mit dem Fußball-Ruhestand. „Solange es mein Körper zulässt, will ich weiterspielen“, sagt Cakir. Auch ein zweiter Kreuzbandriss vor zwei Jahren – im Alter von 38 – bedeutete nicht das Aus. Klar, Sprüche über sein Alter muss er sich regelmäßig anhören. „Aber das spornt mich nur an“, konstatiert der Knipser.

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