Stylecheck mit Social-Media-Expertin Anni Schmoll aus Stuttgart „Wer gut kombiniert, braucht weniger Kleidung!“

Ein Outfit für viele Anlässe. Für die Stuttgarter Social-Media-Expertin Anni Schmoll gilt: Die Kombi macht’s! Foto: Tanja Simoncev

Anni Schmoll ist nicht nur ein aufgehender Stern am Content-Creator-Himmel, die 28-jährige Social-Media-Expertin aus Stuttgart weiß auch, wie sie ihre Kleidung gekonnt kombiniert. So einfach geht’s!

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Das OOTD (Outfit of the day) muss bei Anni für viele Anlässe passend sein. Die 28-Jährige startet gern mal casual mit Sneakern in den Tag, hat aber meistens noch ein Paar Highheels in ihrer Tasche dabei. Man bzw. Frau weiß schließlich nie, was der Abend noch bringt. „Außerdem muss der Look praktisch sein und zum Beispiel Taschen haben, vor allem wenn man so viel unterwegs ist wie ich und bei Shootings etwas verstauen möchte.“

 

Make it a Business-Look, but casual

In ihrer Freizeit seien Sport-Klamotten ihre Uniform, aber im Job-Alltag dominiert der casual Business-Look. „Viele würden meinen Style eher als elegant beschreiben, aber ich sage: Es kommt ganz drauf an. Und dann kombiniere ich auch mal die Sport-Klamotte mit einem Blazer und einer Base-Cap. So wie ich mich eben fühle und heute habe ich mich nach Erdbeer-Eis gefühlt“, sagt Anni lachend.

Die Social-Media-Expertin, die mittlerweile ihre eigene Agentur hat, startete ihr Business übrigens an der Uni – vom Hörsaal ins World Wide Web quasi. Doch bis es soweit war, galt es viele Hürden zu überwinden – unter anderem gab es während der Schulzeit Lehrer:innen, die nicht an sie glaubten und ihr Sätze wie: „Das Abi packst du eh nicht!“, an den Kopf warfen.

Die geborene Influencerin

Tja, aber wie so oft im Leben, macht einen gerade das auch stärker und spornt einen an. So wie Anni, die im Stuttgarter Westen wohnt und gern über die Karlshöhe spaziert. „Ich gebe eben nur dann Vollgas, wenn mich etwas wirklich interessiert.“

Nach einer Ausbildung im Verlagswesen, von den klassischen Medien, Zeitschriften, Print wenig beeindruckt und begeistert, sollte etwas anderes folgen. „Ich hab da dann schon gemerkt, mich zieht’s mehr in die Online-Welt.

Die busy Blondine startete ihren eigenen Blog. „Mir hat das einfach immer Spaß gemacht, kreativ zu arbeiten und auch Fotos zu machen. Ich habe schon in meinem Kinderzimmer mit der Digi-Cam Selfies von mir produziert“, erinnert sich Anni. Irgendwie sei sie schon die geborene Influencerin, fügt sie lachend hinzu.

Vom kühlen Norden in den brodelnden Kessel

Dann ging’s für die gebürtige Rostockerin, die den Stuttgarter Sommer feiert (vielleicht nicht gerade dieses Jahr, aber so allgemein), fürs Studium an der Hochschule der Medien in den Kessel. „Ich habe dann angefangen, als Werkstudentin im Content-Marketing zu arbeiten. Dadurch habe ich ständig Content kreiert und Bilder gemacht, was meinen Mitbewohner auf eine Idee brachte.“ Er habe sich gefragt, warum Anni ihre Bilder nicht an andere Unternehmen verkaufen würde!?

Und tatsächlich: Das Angebot wurde angenommen, Anni kündigte ihren Werkstudentenjob und meldete ein Gewerbe an. „Und dann habe ich neben dem Studium mein Business weiter aufgebaut.“ Ganz schön mutig!? „Ich habe das damals gar nicht so hinterfragt. Was wäre der worst Case gewesen? Ich musste keine Steuern zahlen, weil ich unter der Einkommenssteuergrenze lag und habe einfach mal gemacht, mich ausprobiert. Ansonsten hätte ich mir einfach wieder eine Werkstudentenstelle gesucht.“

Und das würde sie auch heute noch sehen und machen. „Ich habe eine Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium, natürlich steckt viel Verantwortung dahinter und man muss das auch nicht schönreden, aber ich gehe an die Sache gern mit einem naiven Leichtsinn ran, das tut mir auch gut, weil es den Mut unterstützt, Dinge zu machen.“

Seit 2014 auf Social-Media

2014 hatte Anni ihren ersten Post gemacht und ist seitdem durchgehend auf Social-Media aktiv. Es scheint die Leute zu begeistern, dass die coole Powerfrau ihre Follower:innen mit auf ihren Weg nimmt. Und der Erfolg gibt ihr recht. „Die meisten Dinge sind aus meinem Netzwerk entstanden“, unterstreicht die Unternehmerin.

Wer also einen ähnlichen Weg einschlagen möchte, sollte einen eigenen Social-Media-Auftritt haben, für durchgängige Sichtbarkeit sorgen und an Austausch, ob auf Events oder mit der Community, interessiert sein. „Netzwerken“ ist King, das steht fest.

Kein Mode-Freak, aber eine Kombi-Queen

Und wenn wir schon in der Unternehmer:innen-Welt angekommen sind, wie wichtig ist da der perfekte Look? Der Business-Charakter sollte schon zu erkennen sein. Bei ihrem rosafarbenen Outfit hat sich Anni eigentlich gar nicht so viel gedacht, weite Hosen findet sie im Sommer angenehmer zu tragen. Doch gerade die Weste, die aktuell auch sehr angesagt ist, komplettiert den Business-Look.

Beim Thema Schmuck und auch Schuhe (ja, tatsächlich!) gilt für Anni: lieber weniger, dafür qualitativ hochwertig. „Ich bin gar nicht so der Mode-Freak, bei mir stehen Interior und Geschirr hoch im Kurs, dafür gebe ich auch am meisten Geld aus.“ Und für eine gute Maniküre, denn gemachte Nägel seien das A und O beim Content kreieren.

Die Kombi-Queen trägt ihre Pieces immer sehr lange – „bis es nicht mehr schön ist“, betont sie. „Ich bin keine große Shopperin und kaufe wirklich nur gezielt für bestimmte Anlässe oder Shootings etc. ein. Mein Kleiderschrank ist tatsächlich auch wie eine Capsule-Wardrobe aufgebaut. Alles passt zu allem.“ Ganz schön smart.

Same same, but different

„Ja wirklich, das ist das Smarteste, was ich je gemacht habe“, sagt Anni lachend. Und es passe auch alles zu ihrem Branding. „Wenn ich dann beispielsweise fotografiert werde, kann ich es immer als Content nutzen.“

Kleidung in beige, schwarz, dunkelgrün und Pastell-Tönen lässt sich im Kleiderschrank der 28-Jährigen finden, immer im gleichen Farbspektrum, stets passend. „Mein Kleiderschrank ist nicht voll, das überrascht viele. Im Grunde ziehe ich immer das Gleiche an, nur kombiniere ich es jedes Mal anders.“

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