StZ-Hochschulatlas Mehr als ein günstiges Zimmer

Von Philipp Braitinger 

Studentische Verbindungen haben mitunter ein Imageproblem: Sie gelten als frauenfeindlich, rechtsradikal und antiquiert. Aber es geht auch anders, wie ein Besuch in Esslingen zeigt.

Geselligkeit sei ihnen wichtig, heißt es bei der  Studentenverbindung Motor. So treffen sich die Studenten zum Beispiel beim Pokerturnier. Foto: Horst Rudel
Geselligkeit sei ihnen wichtig, heißt es bei der Studentenverbindung Motor. So treffen sich die Studenten zum Beispiel beim Pokerturnier. Foto: Horst Rudel

Esslingen/Stuttgart - Frauenfeindlich, rechtsradikal, intolerant, antiquiert – das Vorstandsmitglied des Altherrenverbands Oliver Gick kennt die gängigen Assoziationen zum Thema Studentenverbindungen. Das Image treffe auf die Verbindung Motor aber keinesfalls zu, stellt er klar. Die Realität innerhalb der ältesten aller sechs Esslinger Studentenverbindungen, die 1884 in Stuttgart gegründet wurde, sei eine ganz andere. „Wir wollen von dem gängigen Image ­wegkommen“, betont Gick. Religion, Geschlecht, Herkunft oder Ähnliches seien keine Ausschlusskriterien bei ihnen.

Bei den Motoren, wie sich die Mitglieder der Studentenverbindung nennen, gehe es vor allem um den Zusammenhalt und die Geselligkeit. Man wolle ein Studentenleben führen, wie es noch vor einigen Jahren üblich gewesen sei, ergänzt der Vorsitzende der Aktiven, Daniel Saravia. Die Studenten sollen das öffentliche Leben in Esslingen mitprägen. Dazu gehört, regelmäßig etwas in der Stadt zu unternehmen und sich zu zeigen. In einer Zeit, in der viele Studenten nach der Vorlesung ins Auto steigen, um ins Umland nach Hause zu fahren, ist das leichter gesagt als getan. Hinzu kommt, dass die straffen Studienpläne es vielen Studierenden erschweren, sich außerhalb des Lehrplanes zu engagieren.

Viele Studenten wollen sich nicht langfristig festlegen

Die Motoren organisieren immer wieder Veranstaltungen, wie ein Pokerturnier, eine Sommerparty oder einen Ausflug zum Frühlingsfest, um mit Kommilitonen außerhalb des eigenen Studienfachs in Kontakt zu kommen. „Wer Lust hat, etwas zu machen, der findet auch die Zeit dafür“, ist Saravia überzeugt. Ihre offenen Angebote würden gerne angenommen.