StZ-Hochschulatlas Wer macht das große Geld?

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Die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen sind sehr unterschiedlich. Ein Jurist mit Topexamen kann in einer renommierten Kanzlei bis zu 100.000 Euro verdienen. Vergleichsweise wenig verdienen Sozial- und Geisteswissenschaftler.

Feiern nach dem Abschluss: Besonders Grund zum Jubeln haben Juristen und Ingenieure - sie haben mit die höchsten Einstiegsgehälter. Foto: dpa
Feiern nach dem Abschluss: Besonders Grund zum Jubeln haben Juristen und Ingenieure - sie haben mit die höchsten Einstiegsgehälter. Foto: dpa

Stuttgart - Nach ihrer letzten Prüfung sind viele frisch gebackene Abiturienten erst einmal überfordert: Sie haben die Wahl zwischen Auslandsjahr, Praktikum, Ausbildung – oder einem von über 16 000 Studiengängen bundesweit. Wer von der Schule kommt und sich entscheiden muss, geht häufig mehr nach seinen Interessen und Fähigkeiten, als nach dem, was man in welchem Beruf verdienen kann. Statistisch gesehen lässt sich aber einfach herausfinden, wer am Ende das große Geld macht.

„Mal angenommen, es geht nur ums Geld: Dann sollten Abiturienten Jura, BWL oder ein Bankstudium absolvieren und anschließend im Unternehmenskauf und -verkauf arbeiten“, sagt Tim Böger, Geschäftsführer von Personal-Markt. Die Firma sammelt Gehaltsdaten von Arbeitnehmern und unterhält die größte Gehaltsdatenbank in Deutschland. „Für manche Berufe muss man nicht einmal studieren, um viel Geld zu verdienen“, sagt Böger. „Investmentbanker können sehr reich werden, müssen allerdings auch viel arbeiten.“

Ein Juraexamen garantiert kein hohes Einkommen

Mit einem Jurastudium gehe man generell immer ein gewisses Risiko ein: „Wenn man zu den Top Zehn der Absolventen gehört, promoviert hat und dann in einer Topkanzlei landet, kann man tatsächlich bis zu 100 000 Euro im Jahr verdienen“, sagt Böger. Wer allerdings nicht zu den Besten gehöre, fange häufig als Angestellter mit einem jährlichen Anfangsgehalt von 30 000 Euro an. Ähnlich gut wie Juristen würden Ingenieure verdienen, darunter die Maschinenbauer am meisten. „Wer nach seinem Masterstudium in Maschinenbau bei einem der großen Autokonzerne im Umkreis von Stuttgart einsteigt, wird in seinem Leben kein armer Mensch mehr.“ Die Bauingenieure würden langsam aufholen. „Generell kommt es bei den Ingenieuren sehr darauf an, wo sie später arbeiten“, sagt Böger. Wer noch immer gutes Geld verdiene, seien Mediziner. Wenn ein Hochschulabsolvent nach seinem Medizinstudium als Arzt in einem Krankenhaus anfängt, verdiene er durchschnittlich 45 000 Euro. „Nach ein paar Jahren, wenn man zum Facharzt oder Oberarzt aufsteigt, steigt das Gehalt noch mal deutlich an.“

Schaut man sich die Gehälter allein nach Hochschulabschlüssen an, verdienen die Doktoren unter den Hochschulabsolventen am meisten. „Mit einer Promotion steigt man im Schnitt mit 55 000 Euro brutto im Jahr ein“, sagt Böger. Allerdings steige man auch meist deutlich später ins Berufsleben ein. Wer Naturwissenschaften wie Biologie oder Chemie studiere, für den empfehle sich unbedingt eine Promotion. „Wer als Biologe oder Chemiker viel Geld verdienen will, braucht einen Doktortitel“, sagt Böger. Außerdem bringe ein Master-Abschluss deutlich mehr Geld als ein Bachelor-Abschluss: „Der Bachelor ist in vielen Firmen ein ganzes Stück unter dem Master angesiedelt“, weiß Böger.

Anständiges Einkommen im öffentlichen Dienst

Fragt man Böger, wie es bei den Geistes- und Sozialwissenschaftlern aussieht, sagt er lachend: „Sie haben doch nach viel Geld verdienen gefragt.“ Als Germanist steige man etwa mit rund 15 000 Euro im Jahr weniger ein als ein Ingenieur. „Wenn man als Geisteswissenschaftler gut verdienen will, hat man nur in der Unternehmensberatung eine Chance“, meint Böger. „Da geht es aber um die sogenannten soft skills, die die drauf haben.“ Zwar nicht das riesige Geld, aber anständig verdienen, könnten Geistes- und Sozialwissenschaftler außerdem im öffentlichen Dienst und bei den Kommunen.

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