StZ-Projekt „Zeitung in der Schule“ „Schüler scheuen keine langen Texte“

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Jedes Jahr sind mehr als 7000 Schüler bei „Zeitung in der Schule“ dabei. Vor allem wird dann im Deutschunterricht geschmökert. Manchmal verlässt die Zeitung das Klassenzimmer, so wie in der Kastell-Realschule Welzheim mit der Deutschlehrerin Beate Flemming und der Kunstlehrerin Corinna Gelbmann.

Von Dominik Bauer, Klasse 8, Kastell-Realschule Welzheim Foto: privat 14 Bilder
Von Dominik Bauer, Klasse 8, Kastell-Realschule Welzheim Foto: privat

Welzheim - Jedes Jahr sind mehr als 7000 Schüler bei „Zeitung in der Schule“ dabei. Vor allem wird dann im Deutschunterricht geschmökert. Manchmal verlässt die Zeitung das Klassenzimmer, so wie in der Kastell-Realschule Welzheim mit der Deutschlehrerin Beate Flemming und der Kunstlehrerin Corinna Gelbmann.

Frau Flemming, was hat Sie an unserem Projekt „Zeitung in der Schule“ begeistert?
Beate Flemming: Das Projekt ist eine ganz tolle Leseförderung für unsere Schüler. Sie bekommen einen Bezug zu aktuellen Themen. Die Schüler interessierten sich zunächst für den Sport und die kleinen Unfallmeldungen aus dem Landkreis. Aber dann fingen sie an, größere Artikel zu lesen und wirklich über den Tellerrand zu blicken. Deshalb haben wir das Projekt auch mit der Stuttgarter Zeitung gemacht. Die Schüler konnten viel aus der Region und dem Land erfahren, nicht nur aus dem eigenen Ort.
Haben sich die Schüler neue Themenbereiche erschlossen?
Flemming: Natürlich. Am Anfang drehte sich, wie gesagt, alles um den VfB. Aber dann interessierten sie sich auch für Politik. Eines war besonders interessant für mich: Die Schüler scheuten sich nicht vor langen Texten. Zum Beispiel entdeckten sie die langen Reportagen. Die Schüler haben sich von guten Geschichten anziehen lassen. Ich sage das bei jedem Elternabend: Egal, was ihr Kind liest, Hautsache es liest. Lesen ist und bleibt eine Kernkompetenz. Da hilft Zisch einfach, und es macht den Schülern Spaß.
Wir sagen ja immer: Liebe Schulen, nutzt die Zeitungen nicht nur im Deutschunterricht – das hat ja bei Ihnen beispielhaft geklappt. Frau Gelbmann haben Sie zuvor schon mit Zeitungen gearbeitet?
Corinna Gelbmann: In den unteren Klassen arbeitet man mit Pappmaschee, aber die Zeitung als Hintergrund zu nutzen, das haben wir zum ersten Mal gemacht.
Für die Schüler ist Zeitungspapier als Untergrund nicht alltäglich. Wie haben sie sich dem Material und dem Thema genähert?
Gelbmann: Für die Schüler war das Arbeiten mit Zeitungspapier ungewohnt, denn das Material ist leicht und reißt leicht. Es knistert und raschelt. Die Schüler empfanden es tatsächlich als „komisch“, wie sie sagten. Die Aufgabe war neben dem Umgang mit dem Material auch, dass sie bewusst Seiten aussuchen sollten, deren Inhalt etwas mit der Arbeit zu tun haben sollte. Das Projekt hat uns wirklich begeistert, ich habe es dann sogar auf die gesamte Stufe und die neunten Klassen ausgedehnt.
Wo sind denn die Arbeiten zu sehen?
Gelbmann: Sie hängen im Kunstsaal, wir wollen sie aber rahmen und im Schulhaus ausstellen.
Machen Sie wieder mit?
Flemming: Wir werden auf jeden Fall wieder mitmachen. Und nächstes Mal wollen wir auch schreiben.