ExklusivStZ/SWR-Umfrage Merkel und Schulz liegen fast gleichauf

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Eine Umfrage von Stuttgarter Zeitung und SWR zeigt: Wenn es um die Frage geht, wer ab Herbst im Kanzleramt regieren soll, ist der Südwesten unentschieden.

Sie treten als Spitzenkandidaten ihrer Parteien zur Bundestagswahl im Herbst an: Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD). Foto: AFP
Sie treten als Spitzenkandidaten ihrer Parteien zur Bundestagswahl im Herbst an: Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD). Foto: AFP

Stuttgart - Seit die SPD den früheren Präsidenten des Europaparlaments, Martin Schulz, zum Kanzlerkandidaten erhoben hat, erlebt die Partei einen regelrechten Zustimmungsschub bei den Wählern. Sowohl auf Bundesebene als auch in den Ländern schießen die Umfragewerte nach oben – zuletzt beispielsweise im Saarland um neun Prozentpunkte. In rund zwei Wochen wird an der Saar ein neuer Landtag gewählt.

In Baden-Württemberg dürfte die deutliche Verschiebung in der landespolitischen Stimmung zugunsten der Sozialdemokraten ebenfalls durch diesen Schulz-Sog verursacht sein. So jedenfalls lautet die Einschätzung der Demoskopen von Infratest dimap. Nicht nur bei der Landtagswahl vor einem Jahr, sondern auch bei der StZ/SWR-Umfrage im September vorigen Jahres war die SPD bei rund 13 Prozent gelandet. Jetzt wachsen ihre Umfragewerte um 7 Punkte auf 20 Prozent – ebenfalls eine ungewöhnlich deutliche Veränderung, verglichen mit den üblichen Wählerbewegungen.

Wenn es um die Frage geht, wer nach der nächsten Bundestagswahl im Kanzleramt regieren soll, sind die Baden-Württemberger unentschieden. Im Südwesten sprechen sich derzeit vier von zehn Wahlberechtigten für Martin Schulz (39 Prozent) als Kanzler aus. Der SPD-Politiker erhält damit im Bundesland nicht wesentlich weniger Unterstützung als Amtsinhaberin Angela Merkel, die sich 41 Prozent der Baden-Württemberger weiterhin im Kanzleramt wünschen.

Die CDU-Anhänger im Südwesten stützen Merkel

Im Vergleich mit bundesweiten Umfragen ist das bemerkenswert, denn Merkel schneidet im Südwesten besser ab als in der Republik. In einer Februar-Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend ermittelte Infratest dimap, dass sich bundesweit bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers nur 34 Prozent für Merkel entscheiden würden, aber 50 Prozent für Schulz.

Aus diesen Werten lässt sich ablesen, dass Merkel trotz ihrer heftig umstrittenen Flüchtlingspolitik und einem unerwartet starken Konkurrenten von der SPD im Südwesten weiterhin viel Rückhalt hat – vor allem in ihrer eigenen Partei und bei deren Sympathisanten. 88 Prozent der CDU-Anhänger in Baden-Württemberg würden sich im Direktvergleich Merkel/Schulz für die amtierende Bundeskanzlerin entscheiden. Martin Schulz kommt seinerseits unter den SPD-Anhängern auf 83 Prozent Zustimmung. Größeren Rückhalt hat der SPD-Kanzlerkandidat auch bei den Grünen-Anhängern. Hier kommt er auf 52 Prozent, Merkel auf 35 Prozent.

 




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