stzParken als „Erlebnis“ Landesfirma rüstet ihre Parkhäuser auf

„Parken verbindet“ – der PBW-Slogan an einem Parkhaus Foto: StZ/mül

Kennzeichen-Erfassung und bargeldloses Zahlen – die Parkraum-Firma des Landes, PBW, modernisiert ihre Anlagen. Doch es kommt immer wieder zu Pannen, wie zuletzt in Karlsruhe oder Tübingen.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Parken und dafür zu bezahlen dürfte für die meisten Autofahrer eine lästige Pflicht sein. Die landeseigene Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW) aber spricht von einem „Parkerlebnis“, das sie für ihre Kunden möglichst angenehm gestalten will. „So einfach, komfortabel und sicher wie möglich“ soll das Parken auf ihren landesweit etwa 25 000 Stellplätzen in vielen Kommunen Baden-Württembergs sein.

 

Nach Auskunft einer Sprecherin investiert die PBW derzeit in die Modernisierung ihrer Parkanlagen. Neben der Barzahlung setze man auf die „schrittweise Einführung und Optimierung bargeldloser Zahlungsmethoden, da diese bedeutende Vorteile bieten“. Damit liege man im Trend vieler Branchen, wie dem Einzelhandel oder dem öffentlichen Nahverkehr. Wer weiterhin lieber bar zahle, solle aber auch in Zukunft die Möglichkeit dazu haben. Man lege großen Wert darauf, die Bedürfnisse aller Kundinnen und Kunden zu berücksichtigen.

Kennzeichen-Erfassung spart Papier

Zugleich nutzt die Landesfirma zunehmend die Erfassung von Kennzeichen. Diese mache Parktickets überflüssig und biete ein „noch reibungsloseres Parkerlebnis“, so die Sprecherin. Die Modernisierung mache das Parken auch nachhaltiger, da keine physischen Ressourcen wie Papier oder Metall benötigt würden. Bei Störungen stehe rund um die Uhr die Leitstelle zur Verfügung.

Tatsächlich läuft die Aufrüstung nicht immer reibungslos. So kam es bei der Umstellung von Kassenautomaten auf bargeldlose Bezahlmöglichkeiten in Karlsruhe zu erheblichen Störungen. Bei der zentralen Parkgarage am Schlossplatz hätten sich wegen Fehlfunktionen an Kartenterminals lange Warteschlangen gebildet, bestätigte die Sprecherin. Um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten, habe der Bereitschaftsdienst entschieden, die Schranken an den vier Ausfahrten offen zu halten. Das Parken sei in dieser Zeit jedoch gebührenpflichtig geblieben. Nach Beheben der Störung habe die PBW bei den Herstellern der Geräte eine Überprüfung gefordert.

Tarif am Feiertag falsch berechnet

Ärger gab es auch bei PBW-Kunden, die an Dreikönig das Parkhaus in der Brunnenstraße in Tübingen nutzten. Statt des Feiertagstarifs wurde ihnen der reguläre Tarif berechnet, aufgrund eines „einmaligen technischen Fehlers“. Dazu die Firmensprecherin: „Wir erstatten selbstverständlich die Differenz und bitten Betroffene, sich über unsere Kundenverwaltung an uns zu wenden.“ Zuletzt hatte es Unmut gegeben, weil die PBW Parkgebühren stark erhöhte – etwa im Rotebühlhof in Stuttgart – oder bisher kostenlose Plätze, wie in Ludwigsburg, bezahlpflichtig machte.

Um die seit 30 Jahren bestehende Parkraumfirma hatte es zuletzt Wirbel gegeben wegen der Trennung vom langjährigen Geschäftsführer Gebhard Hruby; inzwischen hat sich das Land Baden-Württemberg mit ihm geeinigt. Neue Chefin ist Anja Müller, eine frühere Managerin des Parkierungs-Unternehmens Apcoa.

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