Suche nach Brandursache dauert an Brandopfer aus Altbach noch immer nicht ansprechbar

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Die Suche nach der Ursache für das bei einer Heizöllieferung entfachte Feuer in einem Haus in Altbach dauert an. Bei dem Brand waren am 2. Februar drei Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden und 300 000 Euro Schaden entstanden.

Das völlig zerstörte Einfamilienhaus im Altbacher  Ortszentrum ist zurzeit mit einem Baustellenzaun gesichert. Der Abriss ist wohl unumgänglich. Foto: Horst Rudel
Das völlig zerstörte Einfamilienhaus im Altbacher Ortszentrum ist zurzeit mit einem Baustellenzaun gesichert. Der Abriss ist wohl unumgänglich. Foto: Horst Rudel

Altbach - Die drei Personen, die am Samstag, 2. Februar, beim Brand eines Einfamilienhauses im Ortszentrum von Altbach teils lebensgefährliche Verletzungen erlitten haben, müssen noch immer in Kliniken behandelt werden. Das Ehepaar – ein 73-Jähriger und seine 68 Jahre alte Frau, die in dem Haus gelebt haben – ist laut Christian Wörner, einem Sprecher des Polizeipräsidiums in Reutlingen, nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Der 49-jährige Fahrer des Tanklastzugs, der an jenem Morgen in dem Haus Heizöl angeliefert hat, habe bereits ausgesagt. Seine Darstellung des Unglückshergangs werde geprüft und mit den Ergebnissen der Ermittlungen abgeglichen, erklärt Wörner, der auf die Aussage des Mannes nicht näher eingehen möchte.

Langwierige und schwierige Ermittlungen

Allerdings dauere es sicherlich noch einige Zeit, bis die Brandsachverständigen ihr Gutachten fertig hätten, so der Polizeisprecher: „Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades an dem Haus gehen wir von langwierigen und schwierigen Ermittlungen aus“. Zudem sei eher ungewöhnlich, „dass es bei einer Heizöllieferung zu einem Feuer kommt“. Erfahrungsgemäß gerate Heizöl nicht so einfach in Brand, so Wörner. Das an der Kirchstraße gelegene kleine Grundstück mit den Resten des Wohnhauses hat die Gemeinde Altbach inzwischen mit einem Baustellenzaun gesichert. „Aufbauen kann man es auf keinen Fall mehr“, schätzt der Altbacher Bürgermeister Martin Funk, der davon ausgeht, dass das Gebäude abgerissen werden muss.

Er berichtet von einer großen Hilfsbereitschaft in der Kommune, von Menschen, die die beiden so schwer verletzten Mitbürger in deren Notlage unterstützen möchten. Auf das von der Gemeinde eingerichtete Spendenkonto sei „gut eingezahlt“ worden, sagt Martin Funk, der zum jetzigen Zeitpunkt keine Summe nennen will.

Auch Sachspenden seien der Familie angeboten worden, doch diese seien momentan von dieser „nicht erwünscht“ – wohl deshalb, weil sie nicht wisse, wo sie Möbel und Einrichtungsgegenstände lagern solle, erklärt der Rathauschef. Auch Angebote für Wohnungen, in denen das Ehepaar unterkommen könne, seien bei der Verwaltung eingegangen. Aber diesbezüglich sei noch nichts besprochen worden, so lange sich die Schwerstverletzten noch im Krankenhaus befänden.

An jenem Samstagmorgen war es gegen 7.45 Uhr beim Betanken eines Heizöltanks zu einer Verpuffung und in der Folge zu einem Feuer gekommen, das sich in Windeseile im gesamten Haus ausgebreitet hatte. Zunächst war eine zu Bruch gegangene Baulampe, die der Hausbewohner zur Ausleuchtung des Kellers benutzt haben soll, als mutmaßliche Auslöserin des Brandes angenommen worden. Doch das wurde von der Polizei, die die Schadenshöhe mit rund 300 000 Euro beziffert, nicht bestätigt.

Dramatische Szenen beim Brand

Dramatische Szenen hatten sich nach dem Brandausbruch abgespielt. So fuhr der 49-jährige Fahrer des Lastwagens sein Gefährt in Sicherheit, wobei er den brennenden Tankschlauch hinterher zog. Danach rannte er offenbar zu dem Haus zurück, um bei der Bergung des Ehepaars mitzuhelfen.

Die Suche nach der genauen Brandursache und dem Hergang des Unglücks ist noch nicht abgeschlossen. Nicht immer gelingt es Brandsachverständigen, diese Sachverhalte zu klären. Beispielsweise war am 5. April 2006 in Backnang (Rems-Murr-Kreis) eine ehemalige Halle des Baumaschinenherstellers Kaelble durch ein Feuer komplett zerstört worden. Durch die enorme Hitze der Feuersbrunst waren nicht nur dort gelagerte Autozubehörteile im Wert von fünf Millionen Euro vollständig vernichtet worden, sondern auch sämtliche möglicherweise verwertbaren Spuren, die einen Aufschluss über die Brandursache hätten geben können.