Super Bowl Männliche Cheerleader schreiben Geschichte mit ihrem Auftritt

Von Jacqueline Haller 

Die beiden Cheerleader Quinton Peron und Napoleon Jinnies sind die ersten Männer, die bei einem Super Bowl ihr Team als Cheerleader anfeuern durften. Sie haben sich mit ihrem Auftritt in die Geschichtsbücher getanzt.

Quinton Peron und Napoleon Jinnies feuern ihr Team, die LA Rams, beim Super Bowl 2019 an. Foto: AFP 9 Bilder
Quinton Peron und Napoleon Jinnies feuern ihr Team, die LA Rams, beim Super Bowl 2019 an. Foto: AFP

Atlanta - Beim 53. Super Bowl in Atlanta trafen die New England Patriots am Sonntag Abend auf die Los Angeles Rams. Mit dabei am Spielfeldrand: die Cheerleader der beiden Teams – darunter zwei Männer. Die beiden Cheerleader Quinton Peron und Napoleon Jinnies haben sich damit in die Football-Geschichtsbücher getanzt. In unserer Bildergalerie sind die beiden in Aktion zu sehen.

Als männlicher Cheerleader zu dem LA Rams

Die Los Angeles Rams haben nicht nur den jüngsten Headcoach, der jemals den Super Bowl erreicht hat. Noch dazu sind sie das erste Team, das männliche Cheerleader beim Endspiel mit im Team hatte. Peron und Jinnies sind seit März 2018 teil der Rams. Damit sind sie zudem die ersten männlichen Cheerleader der National Football League (NFL).

Wie die Los Angeles Times berichtet, kam dem 26-jährigen Peron die Idee zum Cheerleading bei einem Auftritt der Cheerleaderinnen des Basketballteams der Los Angeles Lakers. Jinnies sei von einem Freund zum Cheerleading ermutigt worden, der mit ihm in einer Disneyland-Show getanzt hatte.

Unabhängig voneinander bewarben sich die beiden Profi-Tänzer Jinnies und Peron beim Vortanzen für das Cheerleading-Team der Rams. Mit Erfolg. Der 28-jährige Jinnies drückte seine Dankbarkeit über die Team-Mitgliedschaft in einem Tweet aus. Darin beschrieb er, dass er es kaum glauben könne, einer der ersten beiden männlichen Cheerleader in der NFL zu sein und bedankte sich bei seinen Unterstützern.

Auch für Peron war die Aufnahme in das 40-Köpfige-Cheerleading-Team der Rams etwas Besonderes. Er selbst beschreibt in seinem Tweet die Situation als surreal:

Die Reaktionen waren gemischt

Die Reaktionen der Football-Fans auf die männlichen Cheerleader im Super Bowl waren durchwachsen. So sind in sozialen Netzwerken einige homophobe und sexistische Kommentare zu finden.

Doch es gibt auch andere Meinungen zu Peron und Jinnies. Einige Zuschauer, wie Football-Analyst Mark Herzlich, stellten sich hinter die beiden. Herzlich zeigt sich in seinem Tweet beeindruckt, wie Jinnies und Peron vermeintliche Geschlechtergrenzen aufgelöst hätten.

Männliche Cheerleader in der Vergangenheit

Bei früheren Cheerleading-Auftritten gab es zwar bereits männliche Teammitglieder. Diese haben jedoch hauptsächlich bei Hebefiguren unterstützt. Peron und Jinnies tanzen hingegen gleichberichtigt mit den weiblichen Cheerleadern mit. Damit waren sie Idol für Jesse Hernandez, der inzwischen die Cheerleader-Crew der New Orleans Saints unterstützt.

Männliche Cheerleader erscheinen heute als eine absolute Besonderheit. Früher war Cheerleading jedoch ein reiner Männerjob und für Frauen tabu. Auch einige US-Präsidenten waren während ihres Studiums Cheerleader – darunter George W. Bush, Franklin D. Roosevelt oder auch Ronald Reagan.

Als 1898 Cheerleading erfunden wurde, hatte das Team jedoch andere Aufgaben als heute. Damals war das Ziel, die Spieler auf dem Feld mit Schlachtrufen anzufeuern. Tanzen spielte keine große Rolle.