Super League Englische Clubs wenden sich von dem Projekt ab

Fans des FC Chelsea protestierten am Dienstag gegen die Pläne ihres Clubs. Foto: dpa/Ian West
Fans des FC Chelsea protestierten am Dienstag gegen die Pläne ihres Clubs. Foto: dpa/Ian West

Die Pläne für eine Super League stellten Europas Club-Fußball vor eine Zerreißprobe. Doch nach heftigen Drohungen der Gegner wenden sich die englischen Clubs von dem Projekt ab.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Berlin/London - Alle sechs beteiligten englischen Clubs haben sich von den Plänen für eine europäische Fußball-Super-League abgewendet. Nachdem Manchester City den Anfang gemacht hatte und auch Meister FC Liverpool, Manchester United, Tottenham Hotspur und der FC Arsenal gefolgt waren, gab der FC Chelsea in der Nacht zum Mittwoch als letzter der sechs Topclubs den Rückzug in einer Mitteilung auf der Club-Homepage bekannt. Berichte darüber hatte es schon zuvor gegeben.

Die spanischen Clubs FC Barcelona und Atlético Madrid sollen ebenfalls vor dem Rückzug stehen, berichteten Medien. Damit dürfte das höchst umstrittene Projekt, das den europäischen Club-Fußball zu spalten drohte, schon wieder vom Tisch sein.

US-Großbank als Investor

Zwölf europäische Spitzenclubs, darunter neben City und Chelsea der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union UEFA. Aus der Bundesliga hatte sich kein Club der Super League angeschlossen. Finanziert werden sollte das Milliarden-Projekt durch eine US-Großbank.

Lesen Sie hier: „Der FC Bayern sagt Nein zur Super League“

In England, der Heimat der Hälfte der zwölf Gründerclubs, drohte Premierminister Boris Johnson mit scharfen Sanktionen. Er kündigte in der „Sun“ an, dem „lächerlichen“ Milliardenprojekt die Rote Karte zu zeigen. Sein Sportminister Oliver Dowden stellte im Parlament drastische Ideen vor, um die „Big Six“, die englischen Spitzenvereine, von einer Teilnahme abzuhalten. Sogar Prinz William - Präsident des nationalen Verbandes FA - mischte sich ein.

Harte Sanktionen angedroht

Auch nationale Verbände und viele andere Clubs kritisierten die Pläne massiv. Die UEFA um ihren Präsidenten Aleksander Ceferin hatte die Initiatoren der Super League scharf attackiert und mit harten Sanktionen gedroht. Die Clubs sollten aus der Champions League ausgeschlossen werden, ihren Nationalspielern drohte eine Sperre für die Europameisterschaft im Sommer. Dem europäischen Club-Fußball drohte eine Schlammschlacht vor Gericht, möglicherweise schon vor dem Halbfinale der aktuellen Champions-League-Saison Anfang Mai. Diese Gefahr scheint nun gebannt.




Unsere Empfehlung für Sie