Super-Team abgebrochen Raimund und Wellinger fehlen 16 Zentimeter zur Medaille

Frust im dichten Schneefall: Philipp Raimund. Foto: IMAGO/GEPA pictures

Im dichten Schneetreiben von Predazzo wird der Zweier-Wettbewerb auf der Großschanze kurz vor dem Ende abgebrochen – worüber das deutsche Duo alles andere als glücklich ist.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Ein strahlend schöner Tag im Val di Fiemme endete im Wetter-Chaos: Während der gesamten Olympischen Spiele hat es in Predazzo noch nicht so stark geschneit wie kurz vor Ende des letzten Springens auf der Großschanze. Dem Super-Team-Wettbewerb drohte ein irregulärer Ausgang, von dem das deutsche Duo Philipp Raimund und Andreas Wellinger profitiert hätte – doch dann griff die Jury ein.

 

Letztlich wurde das Springen, als nur noch drei Athleten oben an der Schanze standen, abgebrochen. Es zählte der Stand nach dem zweiten von drei Durchgängen, die beiden Deutschen gingen leer aus. Ihnen fehlten 0,3 Punkte zur Medaille – umgerechnet 16 Zentimeter! Was einerseits ein großes Pech war, andererseits aber auch fair. Oder? „Letztendlich ist es blöd gelaufen“, sagte Philipp Raimund, „im Nachhinein kann man nichts dran ändern, aber mir taugt dieses Ende nicht.“

Die Polen profitieren vom Abbruch

Das überlegene Duo waren Jan Hörl und Stephan Embacher, sie holten die erste Medaille für die Österreicher in Predazzo – sie hätten auch gewonnen, wenn das Springen durchgezogen worden wäre. Silber sicherten sich Pawel Wasek und Kacper Tomasiak aus Polen, Bronze ging an das norwegische Duo Johann Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal. Über den Abbruch durften sich vor allem die Polen freuen. Bei dichtestem Schneefall war Tomasiak nach langer Wartzeit abgestürzt und vom Podest gefallen. Weil Philipp Raimund zuvor überragend gesprungen war.

Der Olympiasieger von der Normalschanze hatte das deutsche Duo nahezu alleine auf Kurs gehalten. Nach 137,0 und 137,5 Metern in den ersten beiden Durchgängen lagen er und Wellinger in Lauerstellung, dann zeigte Raimund trotz des starken Schneefalls auch noch einen überragenden dritten Sprung. Dieser Traumflug hätte wohl eine Medaille bedeutet, wäre der Wettbewerb nicht abgebrochen worden – trotz der eher durchschnittlichen Leistung von Wellinger, der mit 127,5 und 123,5 sowie nicht mehr gewerteten 130,0 Metern deutlich abgefallen war. „Im Moment ist es einfach unfassbar bitter – 0,3 Punkte ist überhaupt nichts“, meinte Wellinger, „das Wetter ist, wie es ist. Aber mit dem dritten Satz von Hille wären wir so oder so aufs Podest gesprungen.“

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