Zeitkapseln basteln, 16 Meter hoch klettern, Briefe an das Zukunfts-Ich schreiben: Was ein Ferienprogramm in Ostfildern so besonders macht.

Volontäre: Lena Fux (fux)

Auf den Tischen der Kinderaktivwerkstatt in Ostfildern liegen Stoffe, Stifte, Scheren, Bänder und allerlei kreative Materialien verstreut. Mitten im Raum: selbstgebastelte, sogenannte Krafttiere aus Stoff – ein Einhorn mit Sattel, ein gemusterter Elefant und viele andere bunte Wesen. Bei einer Fantasiereise im Ferienprogramm der Werkstatt sollten die Kinder ihr eigens gewähltes Tiere entdecken. Anschließend wurde es von ihnen hergestellt und als Krafttier zusammengenäht.

 

„Superheld:innen der Zukunft“ hieß das Ferienprogramm, das vier Tage lang im Scharnhauser Park stattfand. Es orientierte sich am Jahresthema des Kreisjugendrings Esslingen: Zukunft. Die Werkstatt selbst gehört zur Kinder- und Jugendförderung Ostfildern. Normalerweise können Kinder zwischen 6 und 12 Jahren hier offen und frei mit verschiedenen Materialien experimentieren, spielen und ganz nach ihrer Fantasie arbeiten. Das Ferienprogramm knüpfte daran an.

Insgesamt 18 Kinder zwischen sieben und elf Jahren – neun Jungs und neun Mädchen – nahmen eine Woche vor Ostern am Ferienprogramm teil. Sie kannten sich vorher nicht, lernten sich erst hier kennen. Geleitet wurde das Programm von den Kunsttherapeutinnen Margit Schranner und Letizia Calà, unterstützt von vier FSJlerinnen.

Die wichtigsten Schätze der Kinder:Briefe, Bilder und Zeitkapseln

Am letzten Tag der Werkstatt saßen die Kinder auf dem Boden und schrieben konzentriert mit bunten Stiften auf Papier. Es waren Briefe an ihr eigenes Zukunfts-Ich, die gleich in selbst gemachten Zeitkapseln verschwanden. Über die vergangenen Tage hatten die Kinder ihre eigene Kapsel aus Pappmaschee gebaut, bemalt und verziert. Dort hinein kamen die wichtigsten Schätze der Kinder: der Brief an sich selbst, aber auch Geschichten und Bilder. Alles, was wichtig war, wurde auf Papier gebracht. „Es geht darum, die Kinder zu stärken, ihre Ressourcen zu fördern“, sagt Letizia Calà. Deckel drauf und die Zeitkapsel war fertig. Ein Junge erzählt, der Zeitkapsel-Programmpunkt habe ihm am besten gefallen. Seine empfand er dem Ei von Yoshi aus dem Videospiel Super Mario nach. Der kreative Schwerpunkt unterscheide das Programm von anderen, erklärt Calà. „Wir wollen die Kinder für die Zukunft stärken. Ihnen Dinge auf den Weg geben, die sie in Zukunft wiederentdecken können. Dass sie positive Erfahrungen machen, an denen sie andocken können.“

Die Zeitkapseln wurden von den Kindern selbst gestaltet. Foto: lf

Sportliche Abwechslung im Ferienprogramm

Ein Mädchen arbeitet konzentriert an einem der Tische. Eine bestimmte Lieblingssuperheldin habe sie nicht. Wenn sie es sich aussuchen könnte, würde sie selbst gerne fliegen können. Nicht fliegen, dafür klettern konnten die Kinder bei einem Ausflug in die Kletterhalle. „Da sind die Kinder 16 Meter hoch geklettert“, sagt Margit Schranner beeindruckt. Und Letizia Calà fügt an: „Da waren sie wirklich sehr mutig!“

Die Krafttiere der Kinder sind bunt und ganz unterschiedlich. Foto: lf

Damit das Miteinander klappte, hatten die Betreuerinnen gemeinsam mit den Kindern Regeln festgelegt. „Die waren sehr wichtig und mussten ab und zu nochmal betont werden“, lacht Schranner. Das Zusammenspiel funktionierte aber sehr gut. Schade sei nur gewesen, dass die Kinder durch das schlechte Wetter nicht den Spielplatz nutzen konnten, der direkt vor dem Haus liegt. Die vier Tage von 9 bis 16 Uhr kosteten 85 Euro.