Während die Stadt Esslingen vermelden kann, dass die Bekämpfung der invasiven Ameisen in Sirnau Erfolge zeigt, ist es unklar, wie es weitergeht, da die Bekämpfung zu viel kostet.
Nicht nur die Menschen sind in der kälteren Jahreszeit seltener draußen – das gilt auch für die invasiven Ameisen entlang Lärmschutzwand der B 10 in Esslingen-Sirnau. Zur Erinnerung: Die Insekten der Art Tapinoma magnum haben vermutlich unbemerkt über mehrere Jahre eine 700 Meter lange Superkolonie mit Abermillionen von Tieren gebaut.
Wie hat sich die Kolonie entwickelt und wie geht es mit der Bekämpfung weiter? Dazu äußert sich nun die Stadtverwaltung Esslingen. Die guten Nachrichten vorab: Die Bekämpfungsmaßnahmen hätten bereits Wirkung gezeigt. Im Juli begann die Stadtverwaltung mit Unterstützung von professionellen Insektenbekämpfern, den Krabbeltieren Einhalt zu gebieten. Wöchentlich wurde ein Ködergel an den Ameisenstraßen aufgebracht, das im Darm der Tiere zu einem Nervengift umgewandelt wird. Das Gift wird in die Nester getragen und an den Nachwuchs verfüttert. Inzwischen sei die Population um etwa ein Drittel zurückgegangen.
Ameisenbekämpfung in Sirnau auch im Winter
Anfang des Jahres hatten die Sirnauer an die Esslinger Stadtverwaltung eine ungewöhnliche hohe Anzahl an Ameisen gemeldet. Für Menschen gefährlich sind sie nicht. Lediglich durch ihre schiere Anzahl können die Tiere über längere Zeit beispielsweise Wege unterhöhlen. Sie bilden Kolonien mit vielen miteinander verbundenen Nestern. Die Biomülleimer seien teilweise komplett schwarz von Tieren überzogen gewesen. Jetzt im späten Herbst, während die Ameisen bereits in einer Art Winterruhe seien, werde das Ködergel laut Stadt nur noch alle zwei Wochen verteilt. Über den Winter solle die Population regelmäßig beobachtet werden. Dazu werde die Stadt den Bewuchs auf dem Lärmschutzwall noch einmal kräftig zurückschneiden.
Esslingen muss die Ameisenbekämpfung reduzieren
Diesem positiven Zwischenfazit folgen aber zwei dicke Aber: „Wir werden die Ameisen nicht mehr komplett los, sondern wir müssen lernen, mit der Tapinoma magnum zu leben“, wird Matthias Scheider, Leiter des Esslinger Grünflächenamts, in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Und weiter heißt es darin, dass die bisherigen Maßnahmen zu aufwendig und teuer seien. Daher seien sie zukünftig während der aktuellen Haushaltskonsolidierung nicht mehr in diesem Umfang leistbar. Die Stadt hoffe auf ein Forschungsprojekt des Naturkundemuseums Stuttgart zu der invasiven Ameisenart, dass dieses Mittel und Wege aufzeige, wie man die Ameisen mit weniger großem Aufwand managen könne.