Susanne Eisenmann Kultusministerin will Bildung in Länderhand behalten

Susanne Eisenmann will die Bildung bei den Ländern belassen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Susanne Eisenmann will die Bildung bei den Ländern belassen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Länder hatten sich im Oktober darauf geeinigt, die Schulausbildungen und Schulabschlüsse in Deutschland vergleichbarer zu machen. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann plädiert aber dafür, Bildung in der Länderhand zu lassen.

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Stuttgart - Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat das Abkommen aller Bundesländer für eine Angleichung der Schulabschlüsse als Beweis dafür gewertet, dass Bildung in Länderhand bleiben müsse. „Der Bildungsföderalismus lebt“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Landtag in Stuttgart. Klar sei: „Nichts wird durch Berliner Zentralismus einfacher, sondern komplizierter.“ Es sei ein „Trugschluss“ zu glauben, dass der Bund besser wisse, was man in der Schule lernen muss. Es sei aber wichtig, dass sich die Länder im Oktober einmütig auf den Vertrag verständigt hätten, mit dem Schulausbildung und Schulabschlüsse in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich vergleichbarer werden sollen.

Zeugnisse sollen anerkannt werden

Eisenmann erklärte, es sei überfällig, dass Schüler, Eltern und Lehrkräfte bei einem Umzug von einem Bundesland in ein anderes die Sicherheit hätten, dass Zeugnisse anerkannt werden. Die Ministerin versicherte, das „sehr hohe Abiturniveau“ im Südwesten bleibe auch mit dem Vertrag erhalten und solle auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. „Es geht also nicht darum, Niveau abzusenken oder auf niedrigem Niveau anzugleichen.“ Baden-Württemberg sei in allen Kommissionen vertreten, die sich um Qualitätssicherung kümmern sollen. Die Angleichung werde schrittweise bis 2025 stattfinden.

Die Kultusministerkonferenz hatte sich Mitte Oktober auf den Vertrag geeinigt. Hintergrund war, dass seit Jahren in Deutschland darüber gestritten wird, welches Land vermeintlich bessere Schulen oder das beste Abitur hat. In der neuen Vereinbarung sichern sich die Länder nun zu, dafür zu sorgen, dass Schüler bei einem länderübergreifenden Schulwechsel „ihre Bildungslaufbahn bruchlos fortsetzen können“. Ein wesentlicher Punkt sind die Abituraufgaben. Hier wollen sich die Länder dazu verpflichten, eine bestimmte Anzahl der Aufgaben aus einem gemeinsamen Pool zu entnehmen.

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