Suzuki Jimny im Alltagstest Für Wald und Straßendschungel

Von Paul-Janosch Ersing 

Der Suzuki Jimny zählt zu den günstigsten echten Geländewagen. Das Sondermodell 'Ranger' dürfte nicht nur für Förster interessant sein.

Der Jimny fühlt sich im Gelände wohl. Auf der Autobahn fährt er nicht schneller als 140 km/h. Foto: Hersteller
Der Jimny fühlt sich im Gelände wohl. Auf der Autobahn fährt er nicht schneller als 140 km/h. Foto: Hersteller

Laderaumauskleidung, flexibel und strapazierfähig - was sich wie die Beschreibung eines praktischen Produkts aus der Zubehörabteilung liest, gehört zur Ausstattung des Sondermodells 'Ranger'. Die hellgraue Plane bedeckt den gesamten hinteren Teil des Innenraums, einschließlich der umgeklappten Rückbank. Wer sich den Suzuki Jimny derart aus­gerüstet bestellt, wird sein Auto wohl in den meisten Fällen als Zweisitzer bewegen. Denn die robuste Schutzfolie ist mit 28 Druckknöpfen, fünf Bändeln und ein paar Streifen Klettverschluss ziemlich aufwendig befestigt. Ein stabiles Trenngitter grenzt Cockpit und Fond voneinander ab. Die Schuhe von Fahrer und Beifahrer ruhen auf gut abwaschbaren Gummimatten, auf der in Metallic-Lack getränkten Karosserie prangen spezielle 'Ranger'-Aufkleber mit einem stilisierten Geweih, als wolle der kleine Japaner unmissverständlich klar­machen, dass er kein modisches Lifestyle-Gefährt, sondern ein fleißiger Wald- und Wiesenarbeiter ist. Freilich wurde die Ranger-Sonderausstattung speziell für Förster und Jäger konzipiert, aber auch für andere Berufsgruppen und Privatleute ist das Paket interessant: vier Winterreifen auf Stahlfelgen, ein paar Kisten Apfelsaft oder andere sperrige Güter? All das kann bedenkenlos transportiert werden, und wenn es mal etwas mehr sein soll, hilft die ebenfalls zum Serienumfang zählende abnehmbare Anhängerkupplung (Anhängelast: 1300 Kilogramm) weiter.

Suzuki Jimny mit Allradantrieb

Die heutige Jimny-Modellgeneration ist bereits die fünfte - und entstammt dem Jahr 1998. Seither wurde der dreitürige Allradler nur behutsam modernisiert. Bei der Innenraumgestaltung stand zweifellos der Nutzwert im Vordergrund, das ist auch heute noch unübersehbar: dunkle Kunststoffe bestimmen das Bild. Immerhin ist ab der mittleren Ausstattung etwas Komfort an Bord: Eine Klimaanlage macht die Fahrt an heißen Tagen erträglich, mitgeführte Geräte können über einen 12-Volt-Stecker geladen werden. Eher unüblich: für die Sitzheizung gibt es ausschließlich auf der Fahrerseite einen Schalter. Im Jahr 2009 wurde der 1,5-Liter-Diesel aus dem Programm genommen, seither gibt es nur noch ein einziges Aggregat: einen 1,3-Liter-Benziner mit 84 PS/62 kW bei 6000 Umdrehungen. Da man den Vierzylinder nicht oft derart hoch dreht, wird im Alltagsbetrieb meist deutlich weniger Leistung abgerufen. Für Touren durch die Stadt und über Land ist der 3,70 Meter kurze Suzuki ausreichend stark motorisiert. Auf der Autobahn ist indes die gemächliche Gangart gefragt: Ab 110 km/h wird es zäh, bei Tempo 140 ist die Spitze erreicht. Viel wohler fühlt sich der Jimny im Gelände, der Allradantrieb lässt sich kinderleicht per Knopfdruck zuschalten. In ganz groben Fällen leisten die Kriechgänge wertvolle Dienste, von denen Fahrer eines Möchtegern-Abenteuerautos nur träumen können. Trotz Klimaanlagen-Dauerbetrieb und vergleichsweise vieler Autobahnkilometer lag unser Testverbrauch mit 7,9 Liter auf 100 Kilometern nicht allzu weit über dem Normwert (7,1 l/100 km, entsprechend 162 g/km CO 2 ). Der Einstiegspreis liegt bei 15 590 Euro, die Ranger-Ausführung kostet 1100 Euro Aufschlag. Damit zählt der Suzuki neben dem russischen Urgestein Lada 4x4 zu den günstigsten Allradlern der alten Schule.