Wenn es um das wichtigste Spiel der Saison geht, greifen die B-Juniorinnen des SV Hegnach ganz tief in die Kiste mit altbekannten Fußballweisheiten. Im Pokal, sagt Alexa Dvorak, die vom TV Oeffingen kommt und Gastspielerin ist, sei auch gegen höherklassige Teams alles möglich. „Es zählt nur dieses eine Spiel.“ Gemeint ist das Finale im württembergischen Fußballpokal, das am Donnerstag, 13 Uhr, auf der Anlage des SV Hegnach am Hartwald ausgetragen wird. Endspielgegnerinnen der U17 aus der Verbandsstaffel sind die Mädchen des VfL Sindelfingen, die ansonsten in der Bundesliga am Ball sind. Auch die Frauen des SV Hegnach haben das Endspiel im Verbandspokal erreicht. Also gibt es am Vatertag – zum ersten Mal in der 75-jährigen Geschichte des Vereins – ein Doppelfinale und das auch noch vor heimischer Kulisse.
Der SV Hegnach spielt im Mädchen- und Frauenfußball eine gute Rolle
Dass Alexa Dvorak beim SV Hegnach spielt, liegt daran, dass der TVOe keine B-Juniorinnen besitzt. Auch Havin Evren und Alina Grossmann aus Fellbach, Julia Röger, Lisa Kuckling und Aleyna Jukic aus Schmiden sowie Josephine Lampe und Lotta Feuerstein aus Stetten sind begeisterte Fußballerinnen und haben den Weg zum SV Hegnach gefunden. Denn beim dortigen Nachwuchs ist manches möglich. Auch ein Sieg im Pokalfinale gegen die Gäste aus Sindelfingen. Die Spielerinnen aus der Bundesliga kommen zwar als Favoritinnen, aber nicht als große Unbekannte nach Hegnach. Zweimal standen sich die Finalistinnen schon gegenüber – in Vorbereitungsspielen. „Das eine Mal, im vergangenen Sommer, haben wir knapp verloren, und im Testspiel im März haben wir 1:1 gespielt, obwohl wir nicht in Bestbesetzung angetreten sind“, sagt Alexa Dvorak, die Kapitänin der B-Juniorinnen.
Silvana Arcangioli geht bei den B-Juniorinnen als erfahrene Trainerin voran
Dass sie gegen höherklassige Teams bestehen können, haben die Hegnacher Nachwuchsfußballerinnen bereits im Achtelfinale bewiesen. Sie bezwangen den Oberligisten TSV Tettnang. Doppelte Torschützin beim 4:0-Sieg war die Schmidenerin Aleyna Jukic. Beim 2:0-Erfolg im Halbfinale gegen die Juniorinnen des SV Alberweiler II, die ebenfalls in der Verbandsstaffel spielen, erzielten Josephine Lampe aus Stetten und wieder Aleyna Jukic die Treffer für den SV Hegnach.
Auch in der Liga sind die B-Juniorinnen erfolgreich. Der SV Hegnach ist, drei Spieltage vor Saisonende, Tabellenführer in der Verbandsstaffel Nord. Wenn das Team den Spitzenplatz bis zum Schluss behält, hat es die Chance, über die Relegation gegen den Meister der Süd-Staffel in die Oberliga Baden-Württemberg aufzusteigen.
Trainerin der B-Juniorinnen aus Hegnach ist seit April Silvana Arcangioli. Die 38-Jährige war von 2002 bis 2005 Vertragsspielerin des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt, in den drei Runden bestritt sie zwar nur vier Spiele für die Hessinnen, gewann dabei jedoch zweimal, 2003 und 2005, mit dem Verein die deutsche Meisterschaft. Jetzt spielt sie bei den Frauen des SV Hegnach. Die besetzten – als Aufsteigerinnen – Platz drei in ihrer ersten Saison in der Regionalliga Süd und sind am Donnerstag, Anpfiff ist um 16 Uhr, auf dem heimischen Platz ebenfalls im württembergischen Pokalfinale. Sie könnten also ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen. Gegnerinnen sind die Oberliga-Frauen des TSV Tettnang. Das Team der Siegerinnen darf – anders als coronabedingt im Vorjahr – im deutschen Pokalwettbewerb antreten.
Dass in diesem Jahr auch die U17 des SV Hegnach im Pokalfinale steht, auch daran hat Silvana Arcangioli entscheidenden Anteil. Mit der Erfahrung aus 107 Erst- und Zweitligaspielen, die meisten davon für den 1. FFC Niederkirchen in der zweiten Liga, und 17 Partien im nationalen Pokal, hat die Trainerin stets die richtige Taktik und Ansprache gefunden. Hochmotiviert geht es nun in das entscheidende letzte Spiel der Pokalrunde. „Ich denke, wir haben Chancen in beiden Wettbewerben zu gewinnen“, sagt Alexander Rieger, der Hegnacher Abteilungsleiter. Auf alle Fälle soll es ein Fußballfest der Mädchen und Frauen am Vatertag in Hegnach werden. „Wir hoffen auf viele Zuschauerinnen und Zuschauer, auch aus Fellbach und Kernen“, sagt Alexander Rieger.