SV Leonberg/Eltingen Handball „Ein blödes Spiel“ – leicht verstimmter Schlussakkord zum Abschied

, aktualisiert am 04.05.2026 - 11:54 Uhr
Felix Wiederhöft konnte in seinem letzten Spiel für den SV nur zu zwei Siebenmetern auf dem Feld antreten – er hatte sich zuvor im Training verletzt. Foto: Andreas Gorr

Das 35:38 der Männer gegen TuS Altenheim passt nicht zum harmonischen Saisonausklang der Handball-Abteilung des SV Leonberg/Eltingen. Die Wildcats siegen locker 34:24.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Ein Abschiedsspiel stellt man sich eigentlich anders vor. Felix Wiederhöft stand bei seinem letzten Spiel für den SV Leonberg/Eltingen genau zweimal auf dem Spielfeld – beide Male verwandelte der Linkshänder einen Siebenmeter sicher. Mehr war nicht möglich. „Ich habe mir am Dienstag im Training die Schulter ausgekugelt“, erzählte Wiederhöft, der in der Torschützenliste den vierten Platz belegte, „ich hätte sehr gerne gespielt, aber es ging leider nicht.“

 

Top 5 der Oberliga-Torschützenliste der Saison 2025/26 – mit zwei Spielern des SV Leonberg/Eltingen:

  • 1. Oliver Bührer (SG Kenzingen/Herbolzheim) – 252/70 Tore
  • 2. Paul Feirabend (TSV Schmiden) – 215/104 Tore
  • 3. Yannik Oral (SV Leonberg/Eltingen) – 184/13 Tore
  • 4. Felix Wiederhöft (SV Leonberg/Eltingen) – 171/82 Tore
  • 5. Alexander Velz (HTV Meißenheim) – 167/0 Tore

Mag sein, dass das Resultat gegen TuS Altenheim mit Wiederhöft und David Klatte (kurzfristig verletzt) auf dem Feld positiver ausgesehen hätte, der SV unterlag dem Absteiger in einer an Spannung und Höhepunkten armen Begegnung 35:38 (16:19). „Ein blödes Spiel“, sagte Kapitän Christoph Hönig, der den Club ebenfalls verlässt, „das war irgendwie kein würdiger Abschied, wie man ihn sich eigentlich wünscht.“

Zugegeben, die SV’ler fanden nie zu ihrem möglichen Niveau, leisteten sie hinten wie vorn allerhand Fehler – und zu allem ärgerlichen Überfluss erwischten auch die Schiedsrichter keinen Sahnetag und griffen mit vielen Zeitstrafen massiv in die Spielentwicklung der an sich fairen Partie ein. Markus Stotz, für den es das letzte Spiel als Trainer auf der SV-Bank war, trauerte den verschenkten zwei Zählern hinterher. „Wir haben leider nicht die letzten Körner rausgeholt“, sagte der 59-Jährige, „vielleicht habe ich zu wenig auf die Mannschaft eingewirkt, noch einmal alles zu geben.“

Dennoch bleibt unterm Strich mit Platz neun ein positives Fazit der kurzen Stotz-Ära, der im Dezember als Interimscoach gekommen war. „Es war mir eine Herzenssache, das Team trotz eines hohen Aufwandes zu übernehmen – aber ich stelle mich gerne Herausforderungen“, sagte Stotz, der in der neuen Saison den TSV Deizisau trainiert.

Vier Treffer beim letzten Auftritt im Trikot des SV Leonberg/Eltingen: Luis Hönninger (Mi.). Foto: Andreas Gorr

 Zuvor hatten die Wildcats einen standesgemäßen Rundenabschluss vor 150 Zuschauern hingelegt – die SV-Frauen besiegten Oberliga-Schlusslicht SG Heddesheim leicht, locker und lässig 34:24 (18:9). „Ein positiver Abschluss, wir gehen mit einem guten Gefühl aus der Saison“, sagte ein zufriedener Wildcats-Coach Frank Gehrmann.

Die Leonberger Handballerinnen ließen dem feststehenden Absteiger keine Chance und spulten zuverlässig ihr Programm ab – sie beenden als Aufsteiger die Runde auf Tabellenplatz fünf, was Gehrmann ein positives Fazit ziehen lässt. „Nach Problemen zu Saisonbeginn haben wir uns gut etabliert“, sagte der Trainer, „es steckt Potenzial in der Mannschaft.“ Allerdings sei der Abstand zu den vier Teams vor den Wildcats in der Tabelle schon beträchtlich. „Da fehlt uns noch was“, sagte Gehrmann.

Man sieht sich immer zweimal im Leben: Leonberger Fans sagen auf wiedersahen zu Torhüter Max Schneider. Foto: Andreas Gorr

Der neue Leonberger Handball-Chef Stefan Schuster war trotz des emotional zweigeteilten Liga-Finales der Männer und Frauen zufrieden mit den zurückliegenden Runden. „Die Frauen auf Platz fünf“, sagte er, „das hätten wir vor der Saison blind unterschrieben. Das war eine gute Entwicklung.“ Bei den Männer zollte Schuster dem Trainerteam und der Mannschaft Respekt, die nach turbulenten Rundenbeginn zu einer homogenen Truppe zusammengefunden hatten. „Es war eine nervlich anstrengende, aber letztlich erfolgreiche Saison“, sagte Schuster. SV-Männer: Scheider, Denk; Oral (8), Bolkart (6), Schreiner (6), Hönninger (4), Salathe (4), Laib (3), Hönig (2), Wiederhöft (2/2), Kost, Kutzner, Rentschler, Wanner. SV-Frauen: Gronwald, Glaser; Wolf (6), Berkemer (5), Schmaderer (5), Lia Thines (5), Bergthold (3), Ulrich (3), Conzelmann (2), Ridder (2), Stimmler (2), Lily Thines (1), Baric, Karwounopoulos.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Oberliga Abschied Saisonende Leonberg