SV Pattonville hat neuen Coach Ein „positiv Fußballverrückter“ betritt Neuland
Michael Felix, der neue Coach des SV Pattonville, hat viel von Ex-Bundesligatrainer Thomas Letsch gelernt und wird das Team nur in Nuancen verändern.
Michael Felix, der neue Coach des SV Pattonville, hat viel von Ex-Bundesligatrainer Thomas Letsch gelernt und wird das Team nur in Nuancen verändern.
Der Mensch neigt ja gerne dazu, sich in seinem gewohnten Kosmos zu bewegen – sei es am Arbeitsplatz, in der Familie oder auch in der Freizeit. Michael Felix hält auch nicht viel von zu all zu großen Umbrüchen, doch der Fußball-Lehrer hat jetzt seine Komfortzone - sprich den Rems-Murr-Kries verlassen, um sich im Bezirk Enz/Murr in ein spannendes Abenteuer zu stürzen. So jedenfalls beschreibt der 53-Jährige sein neues Engagement beim Fußball-Bezirksligisten SV Pattonville. Felix tritt damit die Nachfolge von Trainer Marc Bachhuber an, von dem sich der Verein nach fünfeinhalb Jahren Zusammenarbeit vor Weihnachten getrennt hatte.
Am 23. Dezember wurde Felix der Mannschaft vorgestellt. Der Verein um den Vorsitzenden Michael Uhse verspricht sich von dem neuen Coach neue Impulse und einen Aufbruch, um den Verbleib in der Bezirksliga zu sichern. Auf Rang zwölf sind die Pattonviller zwar nach der Vorrunde über dem ominösen Strich – aber mit 15 Punkten doch nur zwei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt.
„Für mich ist das quasi alles Neuland, die Liga, die Spieler, die Mannschaften – selbst die Plätze“, sagt Michael Felix. Aber genau dieses Neue macht es für den Mann mit der B-Lizenz auch so reizvoll, der viel Erfahrung, auch in höheren Ligen mitbringt. Der Trainer strebt eine längere Verweildauer beim SVP an – beim TSV Nellmersbach war er sieben Jahre lang Trainer, ehe dann kürzere Stationen in Fellbach, Schmiden und Korb folgten. Bevor ihn das Angebot aus Pattonville erreichte, wollte der Polizist, der bei der Kripo arbeitet, eigentlich eine längere Pause einlegen. „Aber die Gespräche mit Michael Uhse und die sehr professionellen Strukturen dieses Clubs und der vorhandene Stuff haben mich dann sofort überzeugt“, sagt Felix, der sich selbst als „positiv Fußballverrückten“ bezeichnet.
Am meisten mitgenommen für seine Trainerlaufbahn hat er in der Saison 2008/2009 in den vier Monaten als Co-Trainer beim damaligen Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach, der damals von Thomas Letsch trainiert wurde, dem ehemaligen Coach des VfL Bochum, der jetzt den österreichischen Erstligisten RB Salzburg betreut. Michael Felix, liebt es, etwas zu entwickeln, seiner Mannschaft verschiedene Systeme beizubringen. Sein neues Team hat er in zwei Partien schon beobachtet. „Ich werde aber nicht viel verändern, nur im Angriffsdrittel müssen wir effektiver werden“, sagt der Familienvater. Jetzt gilt es für den Coach, ein Gefühl für sein neues Ensemble zu bekommen, das auch über Spieler mit Landesligaerfahrung verfügt. Er wird auch noch drei neue Akteure einbauen dürfen, welche die Formation verstärken sollen, deren Namen aber noch nicht definitiv feststehen. Als Aktiver war Michael Felix zunächst im offensiven Mittelfeld daheim, entwickelte sich dann aufgrund seiner Schnelligkeit aber immer mehr zum Stürmer und hat auch in der Verbandsliga gekickt. „Ich denke deshalb immer noch wie ein Spieler“, sagt Felix.
Es ist das erste Mal, dass er eine Mannschaft in der Winterpause übernimmt. „Das wird durchaus herausfordernd“, sagt er. Man wird sich schnell finden müssen in der Vorbereitung, die am 10. Januar beginnt, um in allen Bereichen fit zu sein, um sich möglichst früh den Klassenverbleib zu sichern.
Schon das erste Rückrundenspiel am 1. März beim TSV Merklingen, der auf einem Abstiegsplatz steht, könnte zeigen in welche Richtung es für die Pattonviller gehen wird. Denn bei aller Euphorie weiß auch Michael Felix, dass Fußball auch in den Amateurligen ein Ergebnissport ist.