„Bei unserer Faschings-Olympiade können Kinder von zwei Jahren an teilnehmen“, erklärt Maike Möckel von der Handballabteilung des SV Salamander Kornwestheim. Für das Event zeichnet die Jugendabteilung verantwortlich.
Die meisten sind verkleidet
Im Vorraum der Halle backen Mamas die begehrten Waffeln oder rösten Popcorn, den anderen Verkaufsschlager. Andere verkaufen Kuchen, Cupcakes oder Sekt. Wieder andere sind zuständig für den Ticketverkauf, platzieren Stempel auf die Handrücken der Besucher oder bedienen die Kasse für Essens- oder Getränkebons. „Schon vor dem offiziellen Beginn gab es eine lange Schlange vor dem Eingang“, freut sich Maike Möckel. Der Zuspruch für die Veranstaltung sei genauso groß wie in den vergangenen Jahren, berichtet sie. Einer der Helfer trägt ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift „Mein Kostüm ist gerade in der Wäsche“. Die meisten der großen oder kleinen Besucher sind aber verkleidet erschienen.
Und so tummeln sich in der Sporthalle, wo sonst Handballspiele der 3. Liga stattfinden, kleine Drachen, die gerade laufen können, ein größeres Skelett, allerlei Prinzessinnen, Gestalten aus Westernfilmen und die verschiedensten Tiere von der kleinen Biene bis zum Tigerbaby. Eine Familie ist sogar komplett als Marienkäfer erschienen. Lurchi ist wie generell in dieser Kornwestheimer Faschingssaison allgegenwärtig: in der Mitte auf dem Hallenboden als Emblem „Die Lurchis“, einem Jungen in Verkleidung oder dem erwachsenen Lurchi, der die „Polonäse Blankenese“ anführt, für Selfies zur Verfügung steht oder mit Faschingshits wie „Da steht ein Pferd auf dem Flur“ für Stimmung sorgt.
Die NOL-Kindergarde in knallbunten T-Shirts stellt eine Schulstunde zum Thema „Was will ich einmal werden?“ als quirlige Revue dar. „In diesem Jahr macht Nico Henke die Moderation“, berichtet Maike Möckel stolz. Der junge Mann ist Spieler der Handballmannschaft in der 3. Bundesliga, die erst eine Woche zuvor in der Osthalle einen deutlichen 35:22-Sieg gegen die TSG Pforzheim erzielen konnte.
Maike Möckel hat es im Gespräch zu Anfang schon angedeutet: Neben dem Spaß für die Kinder hat das Event für die Handballabteilung durchaus auch sportliche Aspekte. Bei der „Lurchi-Olympiade“ können Kinder an sieben Stationen testen, wie gut sie in Aktivitäten sind, die für kleine und später auch größere Mannschaftsspieler wichtig sind. Stärke wird etwa an der Station getestet, wo die Kleinen einen Ball so kräftig aufs Tor werfen sollen, wie sie nur können. Ballgefühl brauchen sie, um einen Ball um kleine Hindernisse zu prellen. Gleichgewicht ist vonnöten, um den Parcours aufrecht auf dem Pedalo absolvieren zu können.
Auf dem Rollbrett bäuchlings durch einen Hindernisparcours kommen nur Kinder, die eine schnelle Reaktion haben. Wer viele der umgestülpten Becher trifft, kann sich guten Gewissens den Punkt Treffsicherheit auf seinem Laufzettel testieren lassen. Den Punkt Koordination hat sich verdient, wer sicher durch auf dem Boden aufgemalte Leitersprossen kommt.
Wer mag bei den Minis mitmachen?
Kinder, die flink mit dem Seil unterwegs waren, haben den Siebenkampf der Lurchi-Olympiade erfolgreich absolviert. Und wenn sie Lust haben, können sie schon als Drei- und Vierjährige bei den Minis mitmachen, später dann bei einer der Jugendmannschaften, deren Mitglieder an den Olympiade-Stationen aktiv sind. Und wer weiß – vielleicht wird jemand von den Kleinsten, die fröhlich durch die Halle toben, später einmal so ein erfolgreicher Handballer wie Nico Henke und seine Mannschaftskameraden.