SWR-Intendantenwahl Kai Gniffke wird neuer SWR-Intendant

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Im zweiten Wahlgang hat es der Mann aus der ARD-Zentrale in Hamburg geschafft: Kai Gniffke wird neuer Intendant des SWR.

Kai Gniffke wird der neue Intendant des SWR. Foto: dpa
Kai Gniffke wird der neue Intendant des SWR. Foto: dpa

Stuttgart - Kai Gniffke wird der neue Intendant des Südwestrundfunks (SWR). Der bisherige Chef von ARD-Aktuell ist am Donnerstag im SWR-Funkhaus in Stuttgart im zweiten Wahlgang gekürt worden. Er erhielt in Konkurrenz gegen Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin Baden-Württemberg, von den Mitgliedern des Rundfunk- und das Verwaltungsrats des Senders 56 Stimmen von 88 Stimmen. 47 Stimmen hätten für die einfache Mehrheit bereits gereicht. Eine Besonderheit des Wahlverfahrens: die nötige Stimmenzahl bezieht sich auf alle Stimmberechtigten (92), nicht nur auf die tatsächlich zur Wahl Erschienenen.

Im ersten Wahlgang hatte Stefanie Schneider noch 46 Stimmen, also eine zu wenig, Gniffke nur 42 Stimmen erhalten. Klarer war Schneider in den Landesgruppen gescheitert. Denn eine weitere Besonderheit der SWR-Intendantenwahl liegt in der Berücksichtigung der Länderinteressen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Kandidaten müssen auch bei den Landesgruppen der Delegeirten beide MAle die Mehrheit erzielen. Im zweiten Wahlgang erhielt Gniffke aus Baden-Württemberg 34 von 63 Stimmen, aus Rheinland-Pfalz 22 von 25 Stimmen.

Umschwung in den Landesgruppen

Im ersten Wahlgang hatte Gniffke aus Baden-Württemberg nur 22 von 63 Stimmen bekommen, aus Rheinland-Pfalz 20 von 25 Stimmen. Auf Stefanie Schneider waren 41 Ba-Wü-Stimmen entfallen und nur 5 aus Rheinland-Pfalz. In den langen Besprechungen der Räte zwischen den beiden Wahlgängen ist es also zu einem massiven Umschwung der Baden-Württemberger zugunsten von Gniffke gekommen. Der Mann aus Hamburg hatte sich in seiner Bewerbungsrede bei der Wahl auf die künftige Vorreiterrolle des zweitgrößten ARD-Senders konzentriert.

Wann Kai Gniffke die Amtsgeschäfte vom derzeitigen Intendanten Peter Boudgoust übernimmt, ist noch offen.