Das Wizemann in Stuttgart wird zum Fernsehstudio – für ein neues SWR-Format, das gar nicht im Fernsehen kommt. Unser Kolumnist hat bei „Comedy Clash“ in der Mediathek reingeschaut und weiß nun, was gegen Dickpics hilft und was ein Traumjob ist.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)

Die ARD hat eine neue Kampagne gestartet, die SWR-Intendant Kai Gniffke so toll findet, dass er sie in seinem jüngsten Newsletter als „selbstironisch“ enttarnt. „Fernsehen guck ich nicht“ – so lautet der Spruch, mit dem die Landesrundfunkanstalten für ihre gemeinsame Mediathek werben.

Fernsehgucken? Ist anscheinend irgendwie ziemlich gestrig. Der SWR hat’s erkannt. Im Fernsehen wiederholt der Sender deshalb unentwegt abgenudelte Schlagershows oder Western mit John Wayne, was zur Folge hat, dass immer noch weniger einschalten. Das eingesparte Geld wird in digitale Kanäle gesteckt. Das analoge Fernsehgerät ist für den Sperrmüll bestimmt – denn mit den Filmen in der Mediathek holt man sich, wenn’s gerade zeitlich passt, die gewünschten Programme auf den Rechner oder aufs Handy.

Neuerdings ist das Wizemann auch ein Fernsehstudio

Kleiner Tipp: Klicken Sie in den „Comedy Clash“ rein, in das neue SWR-Format, das es nur an der langen Mediatheke gibt, beim Video-on-Demand-Angebot der ARD, oder im neuen Youtube-Kanal „SWR Comedy“. Da knallt’s! Im kreativen Stuttgart entsteht so viel geistreicher oder auch nur blöder Blödsinn. Genauer: im Wizemann.

Die coole Location ist ein Ort für Konzerte, Messen, Hochzeiten – und neuerdings ist das Wizemann ein Fernsehstudio, in dem die nicht fürs Fernsehen gedachte Streamingreihe „Comedy Clash“ aufgezeichnet wird. Pro Show treten sechs Comedians und Comediennes auf einer Leuchtbühne gegeneinander an. Sie haben je 15 Minuten Zeit, um das Publikum zu überzeugen, das über eine App die Besten fürs Finale kürt. Die ersten beiden Folgen sind nun im Netz.

Am 31. Mai wird der roten Teppich ausgerollt für die Stars der Comedyszene

Im kreativen und spaßigen Stuttgart war’s. Da sind sich Salim Samatou und Marvin Endres über den Weg gelaufen, als sie irgendwas mit Betriebswirtschaft studierten. Acht Jahre später sind sie immer noch so dicke, dass sie sich die Moderation vom „Comedian Clash“ (die Reihe feiert am 31. Mai mit rotem Teppich und den Stars der ersten zehn Jahre Kindergeburtstag) für die ARD-Mediathek teilen. Als Wettkampf sehen sie ihre Ansagen, wollen den anderen mit Gags ausknocken. Der marokkanisch-indische Komiker Samatou ist Wortspielen verfallen.

Als er den Battlerapper Samuel Sibilski ankündigt, kommt er mit Sex ums Eck: „Dieser Mann sorgt für einen Ohrenorgasmus selbst bei denen, die sagen, bei Comedy komm i nie.“ Sibilski betritt trotzdem die Bühne und schlägt flugs zurück: „So schlecht bin ich noch nie angekündigt worden! Ist das grausam!“ Grausamer sind nur noch Dickpics. Was der Clash-Wettkämpferin Maria Clara Groppler dazu einfällt, geht viral.

Der Vater weiß nicht, was Dickpics sind

Eine Tochter im Publikum muss dem Papa erklären, was Dickpics sind, weil dieser nicht weiß, dass es sich dabei um Penisbilder handelt. Die schicken viele Männer ungefragt an Frauen. Was sollten schockierte Frauen den Männern als Rache zurückschicken, damit die ebenso richtig angeekelt sind? Maria Clara weiß was: „Das weibliche Pendant zum Dickpic ist, wenn eine Frau dem Mann eine 17-minütige Sprachnachricht schickt.“ Ein noch besseres Mittel gegen solche Fotos ist es, die Absender wegen sexueller Belästigung anzuzeigen.

Der Stuttgarter Comedian Nikita Miller, den einst der Kabarettist Klaus Birk am Nebentisch einer Kneipe beim Entertainen seiner Kumpels entdeckt hat, soll erklären, was sein Traumjob ist. Nikitas Antwort: „Traumjob? Ich bin doch nicht blöd und träum in meiner Freizeit von Arbeit!“

Jenny Marsala kommt immer wieder gern nach Stuttgart

Ganz ohne Stuttgart geht’s nicht. Vor zwei Jahren ist die Sängerin Jenny Marsala , mit ihrem Freund Ben Jud, einem Bassisten, nach Berlin gezogen, um näher dran an Entscheidungsträgern der Musikbranche zu sein. Ihr Song „Du bist mein Trigger“ gehört zu den neuen Titeln, die unter die Haut gehen. Reisen in die Heimat sind für sie Balsam, hier kann sie auftanken – sich in Ruhe inspirieren. Im Malo am Rathaus hockt Jenny, holt mitunter das Handy raus, um Gedanken oder Melodieideen draufzusprechen. Der kreative Prozess beginnt, wo wohl? Na, in Stuttgart!

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