Symposium in Ludwigsburg Das Grauen der Verschickungskuren

Zum Erholen und Aufpäppeln sollten die Kuren dienen – doch oft hinterließen sie traumatisierte Kinder. Foto: privat
Zum Erholen und Aufpäppeln sollten die Kuren dienen – doch oft hinterließen sie traumatisierte Kinder. Foto: privat

Ehemalige Verschickungskinder treffen sich zu einem Symposium in Ludwigsburg, an dem auch Sozialminister Manfred Lucha teilnimmt. Bei den Kinderkuren zwischen den 1950er und 1980-er Jahren kam es vielfach zu Missbrauchs-, vereinzelt sogar zu Todesfällen.

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Ludwigsburg - Ein Symposium zu den Verschickungskuren für Kinder, die seit 1948 eigentlich dem Wohl der Heranwachsenden dienen sollte, in denen es aber zu Kindesmisshandlungen in erschreckendem Ausmaß kam, gibt es am Wochenende, 18. und 19. September, im Ludwigsburger Scala. Während der Samstag für ehemalige Verschickungskinder bestimmt ist, ist am Sonntag die interessierte Öffentlichkeit zur Teilnahme eingeladen – in Präsenz oder online: Die Veranstaltung, bei der auch Sozialminister Manfred Lucha an einer Podiumsdiskussion teilnimmt, wird live gestreamt. Das Sozialministerium Baden-Württemberg unterstützt die Aufarbeitung der Fälle finanziell.

Bis in die 1980er Jahre wurden mehr als acht Millionen Kinder auf Kuren geschickt, wo sie vielfach Misshandlungen erlitten. Es kam auch zu Arzneimittelversuchen und selbst zu Todesfällen. Die Bundessozialversicherung finanzierte die Kuren. „Heimträger, Heimaufsicht, Krankenhausaufsicht und gesetzliche Kontrollen haben in eklatanter Weise versagt“, klagt der Verein Aufarbeitung Kinderverschickungen Baden-Württemberg an. Die Historikerin Hilke Lorenz, Autorin der Stuttgarter Zeitung, moderiert das Symposium. Info und Anmeldung unter mail@verschickungsheime-bw.de.




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