An der Kreuzung Am Wallgraben/Industriestraße kommt es immer wieder zu Kollisionen von Autos mit Stadtbahnen – vermutlich, weil Autofahrer die rote Ampel in den unechten Kreisverkehren übersehen.

Stadtleben und Stadtkultur : Alexandra Kratz (atz)

Die Kreisverkehre im Synergiepark sind von Anfang an umstritten gewesen. Denn es sind keine echten Kreisverkehre. Mitten durch sie hindurch fahren die Stadtbahnen der Linie U12. Wenn sich eine Bahn nähert, springen die Ampeln in den Kreisverkehren auf Rot. Doch dieses Signal wird immer wieder übersehen – wohl weil die Autofahrer nicht damit rechnen, dass es im Kreisel noch einmal eine Ampel gibt. So kam es in den vergangen zwölf Monaten zu drei Unfällen an der Kreuzung Am Wallgraben/Industriestraße, bei denen jeweils hoher Sachschaden entstand, mehrere Personen wurden leicht verletzt. Der jüngste Unfall ereignete sich am 30. Juni.

Die Polizei spricht von einer Unfallhäufungsstelle. Und auch Martin Thronberens von der Pressestelle der Stadt Stuttgart erklärt, der Knotenpunkt sei nach wie vor unter Beobachtung. Schon in der Vergangenheit wurde an den insgesamt drei unechten Kreisverkehren im Synergiepark mehrfach nachgebessert, nachdem es dort 2016 sechs und 2017 sogar zehn Unfälle gegeben hatte. 2020 waren es acht und 2021 vier Unfälle. Zusätzliche Signalanlagen wurden installiert, um die Vorfahrt der Stadtbahn zu verdeutlichen. Weitere Schilder wurden aufgestellt und Markierungen auf der Fahrbahn aufgebracht.

Weitere Verbesserungen sind geplant

Seit gut einem Jahr sind nun all diese Maßnahmen umgesetzt, und sie hätten „eine positive Wirkung erzielt“, sagt Martin Thronberens. Auffällig sei nun nur noch die Kreuzung Am Wallgraben/Industriestraße. Und dort werde es im Zuge der Umgestaltung der Industriestraße weitere Verbesserungen geben, um die Sicherheit zu erhöhen.

Auch an der Löwentorstraße im Stuttgarter Norden gibt es einen solchen unechten Kreisverkehr, der von der Stadtbahn durchfahren wird. Dieser ist aber weit weniger auffällig. „Dort ist das Verkehrsaufkommen insgesamt nicht so hoch, die Kreuzungen sind weniger komplex“, erklärt Martin Thronberens. Vor allem sei im Gegensatz zur Industriestraße der, die Stadtbahn querende Verkehr, eher untergeordnet.